BatzLog - Noch etwas Salz?

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Gleich und gleich betrinkt sich gern….

12. Lesbisch-schwules Stadtfest Berlin am 19. / 20. Juni 2004

Wunderbar. Die homosexuelle Emanzipation hat endlich den Punkt erreicht, von dem unsere Vorväter, Gayronten und Alturninge kaum zu träumen wagten.

Unter dem Motto "Gleiche Rechte für Ungleiche" durfte fröhliche Koitusanbahnung mit dem Genuß schlecht gemixter Cocktails kombiniert werden.

Und da diese Sodomitenveranstaltung eine der größten ihrer Art in Europa sein soll, wurde sie diesmal in Erlebnisswelten unterteilt: Sportwelt, Radiowelt, Wortwelt, Filmwelt, Aidswelt" und Politikwelt!

Prosaisch gesprochen standen alle Propagandastände der mehr oder minder etablierten Parteien in einer Reihe. Und man merkte die Community steht dicht zusammen, einander quasi auf den Füssen. Und vom CDU-Stand zum Snackgeschäft mit den gehäuteten Eichhörnchen sind es nur wenige Meter.

Etwas unglücklich vielleicht die Werbepostkärtchen in denen der ebenfalls anderweitig veranlagte "Regierende Bürgermeister" und Schirmherr der Festivität als champagnerschlürfende Partytunte annonciert wurde, die es rasch abzuwählen gelte. Aber andererseits wird man sich gesagt haben: Wer so jung, frech und cool rüberkommt wie die Junge Union, der kann auch nackt im Glashaus sitzen und Steine schmeißen.

Politikwelt, Sportwelt, Radiowelt, Dritte Welt – ach nein, die kommt dann wahrscheinlich erst nach der Veranstaltung um aufzuräumen.

Das homophile Leben als Erlebnispark. "Its a small world after all", merkte man spätestens wenn sich die Massen etwas verteilten und man das komplette Gelände binnen 15 Minuten umrundet hatte.

"Der kleine Patrick kann aus der AIDS-Welt abgeholt werden" – eine schöne Idee, grade in einer Stadt in der Sattellose Ausritte mehr Regel als Ausnahme sind.

Die Sonne lachte, Kinder liefen mit AKTIV / PASSIV-Luftballons herum und Blumen-Atze verkaufte offenkundig homosexuelle Zimmerpflanzen. Und "fürn Zwanni mach ich dir auch noch nen Ficus mit bei!"

Köstlich. Warum das naheliegende Wortspiel vom Fick-us nicht genutzt wurde ist nicht ganz klar, hätte es doch prima zum allgemeinen Niveau der übrigen Bühnendarbietungen gepasst.

Ausdrücklich ausgenommen von dieser Anmerkung sei an dieser Stelle Luci van Org, die gitarrenlastige, nur partiell schwuppenkompatiblen Düster-Rock vortrug und damit eines der raren Highlights, der ansonsten doch eher dem unambitionierten Nachwuchs überlassenen Bühnenshows darstellte.

http://www.lucivan.org – Was für eine goldige URL

Gleiche Rechte für Ungleiche. Wunderbar. Fast wie ein Heterostrassenfest, inklusive Ballermannmusik und dem halben Meter Bratwurst: Wurscht XL quasi – die sich, wenn man die üblichen Größenangaben von Schwuppen kennt, wahrscheinlich als Nürnberger Würstchen entpuppt.

Ich freu mich aufs nächste Jahr. Dann aber bitte wieder mit der beliebten Fickenwelt.

Updated: 1, 12, 2005 — 5:38

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