Vor einem Jahr…

  • ...Im Batzlog:
  • Bastzcast


    Fünf Filmfreunde


    Mein Herz für Kino - moviepilot

     
    Creative Commons License


    Einfach mal die Schnauze halten

    Danke Anke

    Was für eine pfiffige Idee. Wenn man selber
    vor Live-Publikum so unterhaltsam und spritzig ist wie Kamillentee im
    dritten Aufguß, dann macht mans wie früher auf dem Schulhof: Man rempelt
    Kleinere an.

    So gesehen heute bei Akne Late Night, der
    Hausfrauencomedy die nur aus Versehen auf dem Schmidtschen Sendeplatz
    ausgestrahlt wird. Nach einem weitgehend pointenfreien Eröffnungsmonolog,
    kündigt Anke Engelke ihre Studiogäste an: Daniel Kübelböck und Benno
    Führmann. Schon bei den Einspielern schafft es Frau Engelke – die die
    ganze Sendung dreinschaut wie eine ungefickte Discountfriseuse – ihr
    Desinteresse und ihre Abscheu vor den ihr zugemuteten Gästen ins Bild zu
    setzen.

    Und da ihr Ironie und Subtilität fremd sind, serviert sie
    ihre "kritischen" Interviewfragen an den harmlosen Selbstdarsteller
    Kübelböck mit der Eleganz eines Bulldozers. Selten dürfte sich ein
    eingeladener Gast in einer Unterhaltungssendung verabscheuter und
    verarschter Gefühlt haben. Zehn Minuten stellt sie im Prinzip immer wieder
    dieselbe Frage "Wie kommst du damit klar das dich alle Leute Scheiße
    finden?" und man ertappt sich bei dem Wunsch Daniel würde die Frage
    einfach zurückgeben.
    Schließlich wird Kübelböck unsanft zur Seite
    gewiesen um Schauspieler Benno Führmann Platz zumachen, der eigentlich nur
    da ist weil er für SHREK 2-Werbung machen will. Warum man jemand der so
    bläßlich und uncharismatisch wie Führmann ist, eine Rolle sprechen lässt
    die im Original Antonio Banderas gab, verstehen wohl nur
    Synchronregisseure die Marie-Luise Marjan für einen adäquaten Ersatz für
    Julie Andrews halten – die im englischen die Königin Mutter spricht.
    Es
    GÄBE also Fragen zu dem Film, die man Führmann stellen könnte, aber Frau
    Engelke beschränkt sich darauf ihn langatmig zu seinem Kind zu interviewen
    – nicht ohne vorher ihre Unkenntnis noch dadurch zu unterstreichen, das
    sie SHREK 2 als Kinderfilm bezeichnet. Nur weil sie selbst in Disneyfilmen
    demente Goldfische synchronisiert, sollte sie nicht verallgemeinern und
    glauben jedes Animationswerk sei auf das geistige Niveau von Achtjährigen
    optimiert.
    Führmann darf darlegen, das es für ihn tragisch ist nun
    nicht mehr nach Papua-Neuguinea reisen zu können, weil er ein Kind habe.
    Wirklich genau die Art von Unterhaltung wünscht man sich um viertel vor 12
    nachts. Führmann probiert noch ein, zwei humorvolle Bemerkungen, die aber
    völlig versanden – welch Chance für Anke nochmal gegen die eigenen Gäste
    zu schießen.

    "Haha Benno, da hat ja gar keiner gelacht, für
    gute Pointen braucht man halt Autoren…"

    Auch da wünscht man,
    Führmann würde ihr den dreisten Satz rückwärts in den Rachen rammen. Die
    Abscheu und Verachtung von Studiogästen sollte man dann zelebrieren, wenn
    man es sich wirklich, wirklich leisten kann.

    Ansonsten frei nach
    Dieter Nuhr: Einfach mal Fresse halten.

    Von Batz am 29, 6, 2004 um 21:42 in MediaBatzBits | Kommentieren »

    ___________________________________________________________________________
    ___________________________________________________________________________
    ___________________________________________________________________________

    Sag was zum Thema!

    Kategorien

    Neueste Kommentare

    Archiv

     
    39 queries. 0,292 seconds.