Vor einem Jahr…
Letztes Lichtspiel: Cabin Fever
Ebola der Lenz ist da…
Originaltitel: Cabin Fever
Herstellungsland: USA 2002
Regie: Eli RothDarsteller: Jordan Ladd, Rider Strong, James DeBello
Eine Gruppe jugendlicher Kleindarsteller fährt in den Hinterwald, wo die Hinterwäldler leben. In einer gemieteten Waldhütte klopft abends ein Verseuchter Blutspucker an der Tür und fragt ob er sich ne Tasse Salz ausborgen kann. Die Kleindarsteller wollen aber kein Salz abgeben, zünden ihn an und lassen ihn brennend in den Wald rennen. Er plumpst leider in deren Trinkwasserbehälter und ratzfatz verwandeln sich die Kleindarsteller nacheinander auch in verseuchte Blutspucker. Das ist zwar tragisch aber auch ein wenig langweilig und mangels spannungsfördernder Bedrohungsmomente müssen letztlich noch ein tollwütiger Mopsmischling und eine Horde Hinterwäldler aus dem Hinterhalt anrücken. Am Ende sind alle tot und man wünscht sich Dustin Hoffmann in Outbreak zurück.
Ein uninspirierter Evil-Dead meets Ebola Verschnitt, der nicht halb so unheimlich ist wie ein Spaziergang im hellen Sonnenschein. Es dauert ewig bis der Schinken mal in die Pötte kommt, die unheimliche Atmo des Vorspanns wird eigentlich im ganzen Film nicht mehr erreicht. Was Peter Jackson an diesem Film so begeistert hat, das er ihn bei den Dreharbeiten zu LotR dreimal für alle screenen ließ, erschließt sich mir nicht. Eher schon warum David Lynch seinen Executive Producer Credit für den Scheiß zurückzog. Der Film ist lahm, unglaublich lahm und er hat keinerlei Bedrohung die Spannung erzeugen würde. Ein tödlicher Virus ist sicher fies – aber er eignet sich nicht grade gut um unheimliche Atmosphäre zu kreiren. Das scheint auch der Regisseur gemerkt zu haben, der gegen Ende noch einen tollwütigen Hund und einige Hillybillys als Bedrohung auffährt. Selbst der schwarze Humor wirkt unpassend und schlecht getimed. Davon das im Film kaum Gore zu sehen ist mal ganz zu schweigen…
Von Batz am 2, 8, 2004 um 13:51 in CineBatz | 2 Kommentare »___________________________________________________________________________
2 Kommentare zu “Letztes Lichtspiel: Cabin Fever”
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21. April 2006 at 2:41
[...] Da ist er also, Eli Roths heißerwarteter zweiter Film nach Cabin Fever . Gut ich gebe zu, ich hab den Film nicht so heiß erwartet, fand ich schon Roths Erstling maßlos überschätzt und letztlich ziemlich öde. Sein neues Werk, für welches diesmal Tarantino seinen Namen als "presenter" hergibt, reiht sich prima ein in die Reihe von vorhersehbaren Terrorfilmen, die detailverliebt aber letztlich vorherhsehbar die Lust am voyeristischen Folterfilm bedienen ohne dabei wirklich was originelles oder spannendes zu erzählen. Der Film kokettiert streckenweise damit wie "hart und dreckig" er doch gemacht ist, aber im Endeffekt fehlen ihm die Eier um wirklich zu schockieren. Vielleicht lockt die abgedroschene Story um eine weitere "seltsame kleine Stadt in der etwas nicht stimmt", ja noch die Generation Pokemon hinter dem Hügel der blutigen Augen hervor, jeder Zuschauer dessen Seherfahrung weiter als zehn Jahre zurückreicht, kann sie eigentlich nur ein herzhaftes Gähnen entlocken. Die Prämisse das reiche Leute für Geld andere Foltern und töten dürfen ist seit Graf Zarof und seinem "most dangerous game" hinlänglich bekannt und wurde schon häufig besser und unterhaltsamer umgesetzt. Allerdings auch schon ähnlich fade, wie zuletzt in "Three blind mice", der im Gegensatz zu Hostel noch eine um einiges wirrere Story hat. Roth verlässt sich zusehr auf seine Klischees. Die drei Backpacker wirken wie aus einer Teenie-Klamotte entsprungen, notgeile Dumpfhobel die beim Anblick einer Tussi mit großem Charakter sofort den Verstand verlieren. Natürlich ist alles in der Slovakai außer den Frauen, prottenhässlich, sind sämtliche Einwohner zwilichtige Halsabschneider, lauern an allen Ecken Kinderbanden die einen ausrauben (und überdeutlich plump als Plotelement "das später mal wichtig wird" durchtelegraphiert werden). Die Fremdenverkerhsbehörde der Slovakai dürfte Eli Roth wohl die Pest an den Hals wünschen, zeigt er doch jedes sudelige Klischee, das Amerikaner über Osteuropa im Kopf haben. Nur dort im rechtsfreien Raum kann ungesühnt gemordet und gefoltert werden. Naja dort und in amerikanischen Kriegsgefangenenlagern. Die Figuren bleiben weitgehend blass. Das der Film, der damit beworben wurde, das drei Backapcker auf eine solche Folterklinik stoßen, diese Tatsache in der Filmhandlung als große Enthüllung behandelt wirkt schon etwas lächerlich. Insgesamt hatte ich beständig das Gefühl, das sich der Film zu wichtig nimmt. Man meint beinah Eli Roth bei den Folterszenen dasitzen zu sehen und sich selbst auf die Schulter klopfen, wie hart, gewagt und grindhousemässig er das ganze doch dreht. Im Endeffekt sind die Szenen zwar hinreichend blutig und mit liebevollem Sadismus ausgeführt, jedoch nichts was wirklich neu oder noch nie dagewesen wäre. Als Hommage an die Exploitation-Horrorstreifen von früher ist der FIlm einfach zu ernsthaft, als eigenständiges Werk zu vorhersehbar. Als Thriller ist er einfach nicht spannend genug. Als Reflektion über die Natur des Menschen und den Reiz der Gewalt, ist er einfach zu platt und simplizistisch. Wenn unser Held am Ende den Mörder seines Freundes hinrichtet, hat das wenig von Auseinanderetzung und mehr von Schauwerten. Ein Mann sieht rot und zeigt dem sadistischen Geschäftsmann was ne Harke ist. Ursprünglich war wohl geplant den Helden dem Geschäftsmann folgen und dann dessen Tochter umbringen zu lassen, aber das war den Machern dann wohl doch zu schwarz. [...]