Vor einem Jahr…
Garry Poppers u.d. Möse des Schreckens 21
Am Besten nichts neues
»Soll ich lieber mitkommen?«
»Nein. Tom es reicht, wenn mich Faggy wie Kleinkind behandelt, du nicht auch noch. Ich bin okay!« Garry schnappte sich eine frische Hose aus seinem Schrank, ein Badelaken und seinen Kulturbeutel. Oder Kultursack, wie es Moany ob der Grösse immer nannte.
Er wollte nur aus den Klamotten raus, sich aufwärmen und seine Ruhe haben. Das Geschnattere seiner Mitschüler das aus dem Gemeinschaftsraum drang, ging ihm auf die Nerven. Die Stimmung war angespannt, nachdem Fumblemore sie alle in ihre Häuser verbannt hatte. Theorien wurden diskutiert, Gerüchte machten die Runde. Einige der Älteren erinnerten sich an früherere Vorkommnisse oder unterhielten jüngere Schüler mit Schauergeschichten. Das ganze Internat schien von verhaltenem Geflüster und tuschelnden Grüppchen durchzogen, die sich trennten und alsbald neu formierten.
»…Poppers wurde angegriffen….«
»…er wurde angeblich von einem Auto durch den Schulpark verfolgt… «
»…ich hab gehört, in seiner Schultasche wurde eine Sprühdose gefunden, in derselben Farbe wie die Schrift am Tor…«
»…Er hat die Fremden gesehen, deswegen wollten sie ihn umbringen!«
»…Er will sich wichtig machen, wahrscheinlich will er nur davon ablenken, wie scheiße er gespielt hat!«
»…Sie haben Schweineblut über die Statuen gekippt! Frigida hat gekotzt als sie dran vorbeiging…«
Garry schlich sich an der Tür zum Gemeinschaftsraum vorbei und begab sich zu den Duschräumen. Nur eine einzelne Dusche plätscherte vor sich hin. Der Junge legte das Handtuch über eine Mittelbank und zog sich aus. Die dreckige Jeans klebte klamm an seinen Beinen, ließ sich nur widerwillig abstreifen. Das Muster von Schlamm und dreckigem Wasser zeichnete seine Beine. Garry zog sein Shirt über den Kopf, zuppelte die Socken aus und entledigte sich zuletzt der "Terrence Yaeger"-Retro-Boxer.
Er schnappte sich das teure Ensemble der Xannier-Body-Cleansing-Suite, schlang das Handtuch um die Hüften und wollte zu den Duschen gehen, als sein Blick auf den Kleiderhaufen fiel, der am Ende der Bank zusammengeknüllt lag.
Die Kleidung ähnelte der seinen. Nicht nur weil sie einstmals von einem überschätzen Designer kreiert wurde, sondern hauptsächlich, weil sie vor Dreck starrte und eine kleine Pfütze grauschwarzen Wassers auf die Fliesen tropfen ließ.
Die kleinen Zahnräder in seienm Kopf waren durch den Sturz vorhin anscheind noch etwas verklemmt, denn er ging fast weiter, ehe es bei ihm klickte.
Er ging einen Schritt zurück und hob die Kleidung hoch. Die Hose war am Knie eingerissen. Die Umhängetasche war so feucht, das sie ihre eckige Form zugunsten eines halbrunden Sacks aufgegeben hatte. Am Pullover klebte derselbe Schlamm und geschmolzene Schnee wie an Garrys eigener Kleidung.
Erst jetzt drangen die Geräusche der Dusche wieder zu ihm durch.
Es war jemand von hier gewesen, der ihm vor dem Auto wegstieß. Jemand von hier, der ihn bewustlos aus dem Straßengraben zog und vor Fagrids Tür ablegte.
Hier.
In der Dusche. Im Nebenraum.
Die Kleidung war zu dreckig als das er sie erkannte… und zuviele Schüler liefen mit den gleichen Designersachen herum. Die teuren Fashion-Turnschuhe waren schwarz vor Dreck. Nur mit Mühe vermochte man ein Logo zu erkennen.
Aber wer zum Teufel…?
Garry sah kurz in Richtung des Duschraumes, doch noch war das beständige Plätschern zu hören.
Er durchsuchte die Taschen der Jeans. Darin steckte nur ein Spindschlüssel ohne Nummer. Garry fingerte nervös den Verschluss der Umhängetasche auf. Der Pappboden der Tassche war völlig durchweicht, die Tasche beinah leer. Ein Paar Handschuhe, eine Sonnenbrille, ein Schal.. und… in einer Ecke entdeckte Garry etwas rot leuchtendes. Er griff danach und ertastete Pelz. Fast wäre er zurückgeschreckt, doch er nahm sich zusammen. Als er die Hand herauszog hielt er den roten Plüschteddy, den er heute nachmittag für Tom gekauft hatte.
»Wieso..?« Garry betrachtete das kleine Kuscheltier verwirrt. Auf dem Heimweg trug er es zusammen mit seinen restlichen Einkäufen in einem kleinen Umhängebeutel. Der Beutel lag neben ihm, als Fagrid ihn fand, dem Anschein nach komplett. Garry hatte den Teddy im Trouble auch völlig vergessen. Wieso fand er ihn jetzt in der Tasche des Jungen, der ihn vor dem Auto gerettet hatte?
Nachdenklich drehte er das Plüschtier in Händen. Im Fell des Tiers klebten kleine rosa Streussel. Wie von einem Donut… Garry warf noch einen Blick in die Tasche und schüttelte den Inhalt in eine Ecke.. Schal, Handschuhe… und eine kleine Plastiktüte in der ein einzelner Donut lag.
Ein einzelner angebissener Donut mit rosa Streusseln.
Ein Donut der genauso aussah, wie der den Garry vorhin im Park, ins Gebüsch warf.
Wieso würde jemand einen angebissenen Donut aufheben? Und wenn, bedeutet das nicht, das derjenige ihn schon in der Stadt verfolgte? Garry dachte an die Gestalt am Fenster des Kaufhauses, an den Schatten nahe des Birkenwaldes, den er für ein Schild gehalten hatte. Daran wie urplötzlich der andere aus dem Nichts aufgetaucht war, als das Auto drohte Garry umzufahren.
Der Sechzehnjährige warf den Donut wieder in die Tasche, den Kuschelbär packte er neben seinen eigenen Kleiderstapel.
Die Dusche lief noch immer.
Okay. Es half nichts. Er würde hingehen und ihn zur Rede stellen. Wer auch immer es war.
Garry schlang sich sein Badelaken im die Hüften, atmete nocheinmal durch und betrat den Duschraum. Es war ziemlich kühl, die Reihenduschen standen stumm und ungenutzt von der Wand. Nur aus einer der vier Duschkabinen am Ende des Raumes quoll diesiger Dampf.
Langsam, mit tapsigen Schritten ging Garry auf die Kabine zu.
Was sollte er sagen? Hey, wieso hast du mich verfolgt? Oder wieso hast du mich gerettet? Oder: Warum bist du weggerannt, als Fagrid rauskam?
Oder vielleicht einfach nur Danke?
Garry blieb vor der Kabine stehen.
»Hallo? Wer ist da drin?« Er lauschte, aber nur prasselndes Wasser antwortete ihm.
Er klopfte an die Tür.
Keine Reaktion.
»Ich bin es… Garry.« Nochmaliges Klopfen. Die Tür war nicht verschlossen. FÜr eine Sekunde zögerte er, dann drückte er etwas fester gegen die Kabinentür, Dunst kam ihm entgegen. Die Tür klappte langsam nach innen auf.
Garry starrte in eine leere Dusche, deren Druckknopf mit einem Stück Seifenkordel festgebunden war, damit sie nicht ausging.
Ein Geräusch links von ihm. Er riß den Kopf herum und sah noch wie eine unbekleidete Gestalt aus der ersten Duschkabine herausrannte. Dann wurde es stockfinster. Der Kerl hatte im rausgehen den Lichtschalter gedrückt. Garry wollte ihm folgen, doch er rutschte weg und stieß sich die Schulter an der Kabinentür. Er rappelte sich hoch und lief auf das helle Rechteck zu, den Ausgang, den Umkleideraum inmitten von Schwarz.
»Verdammt warte! HEY!« Als er in die Umkleide zurückstolperte, sah er grade noch die Eingangstür zuklappen. Der klamme Kleidungshaufen, die Schuhe und die Tasche waren verschwunden.
»Fuck!« Garry rannte hinterher, hinaus in den Flur. Er suchte nach feuchten Fußspuren oder einem Hinweis, in welche RIchtung der andere gerannt war – doch die Abdrücke endeten an der großen Treppe die zu den Häusern führte. Der harte Zierteppich verbarg jeden Hinweis – und von dort oben konnte man in jeden Teil Cockwarts gelangen.
»Fuck! Fuck! Fuck!« schrie Garry und trat mit nacktem Fuß gegen den Treppenabsatz..
»Sollten Sie nicht in ihrem Haus sein, Mr. Poppers?« Professor Rape kam aus dem Durchgang zur großen Halle au fihn zu. Er musterte Garry. »Ich glaube, das die Ausgangssperre auch für dich gilt.«
»Ähm.. ähm ja.. ich. Ich war nur eben noch in der Dusche.. ich gehe gleich hoch…« »Sofort Poppers. Und sieh zu das du dir etwas anziehst.«
»Ja. Ich.. ich.. hole nur kurz meine Sachen. Ich bin sofort weg.« Garry rannte zurück in Richtung des Sporttraktes.
»Beeilung Poppers. Be-eilung!«
Als Garry wieder in der Umkleide ankam, schlug ihm das Herz im Hals. Er raffte seine Sachen zusammen, zog sich die neue Jeanshose über ohne sich mit der Unterhose aufzuhalten und schlang das Badelaken um die Schultern. Erst als er gehen wollte, merkte er das etwas fehlte.
Der kleine Teddy war verschwunden.
Kleinlaut und mit eingezogenen Schultern schlich der Junge an Rape vorbei zurück nach Spiffydorm. Er widerstand dem Impuls, Rape zu fragen ob er noch jemanden gesehen hatte. Wahrscheinlich bekäme er eh keine Antwort.
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Von Batz am 13, 12, 2004 um 22:45 in Garry Poppers | Kommentieren »___________________________________________________________________________
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- @herr__lehmann nee Neu nicht, aber immer noch richtig. Und leider nutzt die Kritik ja nichts... genau wie bei Filmen. Die Leute wollen Mist.
- Mhmmm I like Nerds. http://dailybooth.com/u/4sqth
- Gerade zurück vom Filmcheck mit Kostja Ullmann. So effing adorable. Whee. Rrr. Wow. Und ein guter Schauspieler ist er obendrein auch!
- Kalkofe im Interview. Lesen: http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,715978,00.html
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