Vor einem Jahr…
This is Halloween…
Idee: Batz
Animation manniac (*danke*)
Batz-Ticker
Wowereit eröffnet in Berlin die 16.
Berliner Märchentage.
Märchentage? Ist schon wieder
Wahlkampf?
+ + +
Laut einer repräsentativen Umfrage im weiteren Bekanntenkreis, ist es
den meisten Menschen peinlich nach dem Einkauf mit einer Packung
Toilettenpapier unterwegs gesehen zu werden.
Warum eigentlich?
Steckt dahinter die Angst, das Passanten einen sehen und denken: "Ihgitt
wie abstoßend! Der hat Stuhlgang!!!"
+ + +
Die Tür eines Ladens oder Restaurants geht auf. Hereinkommen gruslige
Figuren die sagen: "Süßes oder es gibt Saures". Das ist Halloween.
In
gewissen Teilen Berlins kennt man das ganzjährig. Das heißt dann
Schutzgelderpressung.
Ja Virginia, es gibt den Boogeyman….
Wünscht der ZomBatz!
The Reaper Ragtime: HIER BEIM MANNIAC
___________________________________________________________________________ Von Batz am 31, 10, 2005 um 12:39 in MediaBatzBits, TagesBatz
Straße der Nölsardinen
Bisweilen überrumpelt einen die Nostalgie ja unvermutet. Grade die Herbstzeit ist ein Panoptikum von Kindheits-Triggermomenten. Machmal reicht ein bestimmter Geruch, klare kalte Luft, das Geräusch durch Laubhaufen schlurfender Schuhe (dem Drang wiederstehen in die Laubhügel herinzuhüpfen inklusive) oder ein in einem Baum gefangener Luftballon mit angehängtem Brief, um sich an vergangene Tage zu erinnern.
In meinem Fall also ungefähr zweihundertfünfzig gefühlte Jahre zurück in die Siebziger, als ich als kleiner Wombat in einem Gehege in Hannover aufwuchs.
Im Herbst waren stets die Aktionstage im Kindergarten. Basteln mit Blattwerk, "Laterne, Laterne"-singend durch den Georgen-Garten marodieren und schließlich "Matten Matten mähren"-blökend von Geschäft zu Geschäft ziehen um Naschwerk zu ergattern.
Ein Brauch, den es so wohl nur in Niedersachen gibt. Oder gab, denn heute ziehen die Kinder nicht mehr am Martinstag / Batzgeburtstag / Karnvealsbeginn, dem 11.11. zum Martins-Singen, sondern am 31.10. zum heidnischen Halloween..
Statt "Matten Mähren" ruft man heute auch "Trick or treat" bzw "Süßes oder es gibt saures" – Globalisierung halt.
Der Blick löst sich vom Ballon im Baum und ja.. genau… ich erinnere mich, das auch diese archaische, von Hoffnung getragene Art des Postversandes damals zu den üblichen Ritualen zählte.
Nicht das der Brieftransport in Zeiten von DHL, Pin und Logistikspezis heute weniger auf dem Prinzip Hoffnung beruhen würde. Heute jedoch hofft man, das der Empfänger innerhalb weniger Tage erreicht wird.
Damals malte, bastelte und klebte man mit Glitzerpapier und Fingerfarben Botschaften an Unbekannte zusammen.
Gemeinsam entließen wir im Hof des Kindergartens die Ballons mit den Briefumschlägen in die Luft und fabulierten in der Phantasie, das der Wind sie mit sich nahm und weit weit fort triebe. Das irgendjemand in einer anderen Stadt den Brief fände, öffnen würde und uns eine Antwort schriebe.
Letztes Lesezeichen: Going postal
"What kind of man would put a known criminal in charge of a major branch of government? Apart from say, the average voter."

Geschlagen mit dem unglücklichen Namen Moist von Lipwick, muß sich der Held des 29. Discworld-Romans von Terry Pratchett, mit den Widrigkeiten des Öffentlichen Dienstes auseinandersetzen. Als Vorurteilter Hochstapler, hatte er entweder die Wahl gehängt zu werden oder das Postsystem der Millionenmetropole Ankh-Morpork wieder auf Vordermann zu bringen. Durch den Einsatz der Clacks, dem Discworld-Pendant zu Fax und Email ist die Tradition des Briefeaustragens etwas aus der Mode gekommen. Zudem gab es bizarre Todesfälle der letzten Oberpostmeister. Steckt die Great Trunk Corporation dahinter, die Konkurrenz für ihr Clack-Mail befürchten? Welche Geheimnisse verbergen sich im alten Postamt, wie bekommt man 80jr Junior-Postbeamten dazu sich statt um Formalien um ihre Arbeit zu kümmern und wird es Moist gelingen die aufgelaufene Post von fast 100 Jahren doch noch an ihre Empfänger zu bringen?
Auch in Going Postal schafft es Pratchett wieder Ironie, Satire, Drama und Fantasy miteinander zu verbinden. Bösartige Seitenhiebe auf das Geschäftsgebaren großer Konzerne und Vor- und Nachteile staatlicher Organisationen im Vergleich zu kommerzielle arbeitenden Firmen werden im Rahmen einer Fantasy-Geschichte aufgearbeitet. Wie immer stehen hinter den witzigen Dialogen Inhalte und Einsichten in das Menschenbild Pratchetts. Die provozierende Frage ob ein weiser Tyrann besser sei als demokratisch gewählte Staatsverwalter, die sich auf Populismus und Wiederwahl kaprizieren ist nur eines von vielen wiederkehrenden Motiven.
___________________________________________________________________________ Von Batz am 29, 10, 2005 um 13:36 in LiteraBatz" A thinking tyrant, it seemed to Vetinari, had a much harder job than a ruler raised to power by some idiotic vote-yourself-rich system like democracy. At least they could tell the people he was their fault."
Marienerscheinung

Bild oben: Abbildung ähnlich.
Die Frage ob
Marienkäfer eigentlich Winterschlaf halten, hatte ich mir ja im
vergangenen Jahr schon
einmal gestellt. Mittlerweile frag eich mich ob die Viecher
überhaupt schlafen. Seit einer Woche surrt und wurrt es vor meinem
Fenster und in der Herbstsonne flirren die Ladybugs, wie der Angelsachse
die Marienkäfer nennt, zu Dutzenden umher. Sehr zur Verzückung meiner
Katze Flips, die schon festgestellt hat das man mit den Viechern toll
spielen kann, auch wenn sie komisch schmecken.
Aber mal im Ernst, wo
kommen denn bitte Ende Oktober ganze Rudel von Marienkäfern her? Gibts
da Nester? Und wieso surren die hier am Fenster rum? Oder paddeln in
meiner Teetasse. Ihh.
Jetzt ist aber mal gut.
___________________________________________________________________________ Von Batz am 28, 10, 2005 um 14:23 in TagesBatzLetztes Lichtspiel: A History of violence
"What are you, Dad? Some kind of closet mobster?"
Originaltitel: A History of Violence
Herstellungsland: USA 2005
Regie: David Cronenberg
Darsteller: Viggo Mortensen, Maria Bello, Ed Harris, William Hurt

Tom Stall ist ein ruhiger und angenehmer Zeitgenosse. Er lebt in einer Kleinstadt in den USA, hat eine Frau und zwei Kinder die er rührend umsorgt. Seine Frau ist Anwältin, er führt ein kleines Diner. In der Gemeinde kennen ihn viele mit Namen, er ist respektiert, man mag ihn.
Dies ändert sich jedoch nachdem unvermittelt die Gewalt in seine Welt einbricht oder besser: zurückkehrt. Zwei durchreisende Psychopathen, die schon einige Leute auf dem Gewissen haben beschließen auch in seinem Diner einzukehren und ein bißchen Terror zu verbreiten. Zur allgemeinen Überraschung kann Tom ein Blutbad jedoch verhindern, die Kerle überwältigen, entwaffnen und ausschalten. Er wird über Nacht zur Berühmtheit, ein Lokalheld, der sich mutig für die Leben seiner Kunden und Angstellten einsetzte. Das Fernsehen berichtet und reißt den stillen, wortkargen Mann aus seiner Anonymität.
Bald schon taucht eine weitere dubiose Gestalt auf, die Tom als Joey anredet und sich als Mitglied der Unterwelt Philadelphias entpuppt. Der Mann, der sich Fogarty nennt (schön schaurig gespielt von einem einäugigen Ed Harris), beginnt Toms Familie zu verfolgen. Er behauptet er kenne Tom aus Philadelphia. Binnen weniger Tage zerfällt das heile Leben in trudelnde Fragmente, als Toms Familie sich fragen muß, ob sie jahrelang belogen wurden und wer Tom Stall wirklich ist.
Der Kanadier David Cronenberg hat wieder einen düsteren und verstörenden Film abgeliefert, in dem neben der Dekonstruktion des menschlichen Körpers auch die innerliche Verkrüppelung durch Gewalt thematisiert wird. Setzte er sich früher gerne mit der Angst vor der Veränderung des eigenen Leibes auseinander, wie in "Videodrome", "The Fly" oder "ExistenZ", so ist es hier der seelische Schaden, der durch die Zerstörung anderer Körper ausgelöst wird. Basierend auf einem Comic-Roman und ebenso brutal wie Sin City, zeigt sich hier die reale Seite der Gewalt, herausgelöst aus der narrativen Ästehetisierung.
___________________________________________________________________________ Von Batz am 28, 10, 2005 um 12:32 in CineBatzDie Klappse hat heut Wandertag…
…muß man bißchen aufpassen.
Auch wenn es
unwahrscheinlich ist, ab und zu findet man sogar in der WAS
mal einen Artikel auf den sich hinzuweisen lohnt:
Es geht um die Pro
7-Serie Stromberg:
Fast alle Rezensenten haben die Serie abgefeiert. Sie wurde für den
Grimme-Preis nominiert. Ihrem grandiosen Hauptdarsteller Christoph
Maria Herbst hat man den Bayerischen Fernsehpreis angepappt. Ich
fresse einen feuchten Feudel, wenn es für "Stromberg" gestern Abend
nicht auch einen Deutschen Fernsehpreis gab.Aber warum erzähle ich das alles? Es nützt doch eh nichts. Das Gros
des Publikums hat entschieden, Qualität zu ignorieren.Zur Zeit läuft die zweite Staffel. Deren Quoten mickern ähnlich wie
die der ersten. Wenn das so bleibt, wird es wohl keine dritte geben.
Aber noch will ich nicht hinnehmen, daß durch Ignoranz des
Fernsehvolks meine Lieblingsserie den Bach runter geht.Manchmal habe ich den Verdacht, daß die Leute aus purer Bockigkeit
nicht machen, was ihnen in der Zeitung empfohlen wird. Am Wahlabend
behauptete Gerhard Schröder etwa, die Medien hätten gegen ihn
gearbeitet. Da wirkte er etwas angeschickert. Aber es stimmt, die
meisten Kommentatoren hatten seine Konkurrentin favorisiert, mit
Abstand.Und? Wie ist es ausgegangen? Eher knapp. Der Mann soll bloß nicht
jammern. Er kann verdammt froh sein, daß die Leitartikler nicht für
ihn Reklame gemacht haben."
den ganzen Artikel HIER
LESEN >>>
einen weiteren Stromberg-Artikel vom selben
Autoren gibt es HIER
Der
Forderung des Artikels das diejenigen, die über eines jener Quotenmetern
verfügen, gefälligst ihre Kisten auch mal einschalten, möchte ich mich
hiermit anschließen. Es kann doch nicht sein, das sich erfolgreiche Comedy
hierzulande wirklich nur in den Untiefen von Alles Atze, Bewegte Männer,
Die Camper, Gabi Köster, 7 Tage, 7 Klötze und Schillerstrasse erschöpft.
Creutz.
___________________________________________________________________________ Von Batz am 26, 10, 2005 um 17:20 in MediaBatzBits, TagesBatzEiner geht noch…

50 Jahre Bundeswehr.
Ja so schnell kanns gehen.
50
Jahre eine hochmotivierte, starke Truppe. .
Da steht natürlich eine
Feierstunde an, komplett mit Zapfen streicheln, Stillgestanden und Kopf
nach rechts und husten. Ganz großer Bahnhof am Reichstag. Mit Fackeln,
Trommeln und Gehupe und wichtig aus der Wäsche gucken. Ist fast so schön
wie am Hindukusch, nur weniger Sand.
Aber mal Hand aufs Herz:
Richtig gefeiert wird doch auf nem richtigen Bahnhof, wie jedes
Wochenende mit ordentlich Penny-Pils im ICE ihrer Wahl, oder?
In
welcher Strophe der Nationalhymne kam eigentlich dieses "Zickezacke
zickezacke heu heu heu…" vor?
PS: Wo ist eigentlich Frau
Riefenstahl, wenn man sie braucht. Die hätte den ZDF-Bembeln sicher gute
Tipps geben können, das so eine ne Feierstunde optisch nicht ganz so
lumpig rüberkommt:
Flatliners: Think tasteless
Rosa Parks (1913-2005) ist tot.
zur Erinnerung nochmal, das war jene Frau, die sich 1955 weigerte ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen und damit den Anstoß gab für die schwarze Bürgerrechtsbewegung. Ihrer zu Gedenken, ist sicherlich ehrenwert.
Weniger ehrenwert ist es, wenn ein Großkonzern nichts eiligeres zu tun hat, als unter dem Vorwand des Gedenkens, nochmal daran zu erinnern das Frau Parks sich später auch mal zum Werbeträger für eine Computerreligion machen ließ..

Foto: Apple.com Startseite vom 26.10.05
Auch wenn es schwer zu verstehen ist: Einen Ipod Gassi führen und Designer-Computer kaufen ist kein wirklich revolutionärer Akt, noch ein Zeichen davon das man sonderlich "anders" denkt. Für ein echtes Gedenken, hätte man sich das Logo auch mal kneifen können und auf die Werbung verzichten.
Oder wäre das zu different gethinked?
(via: Kommentare bei Anke Gröner)
___________________________________________________________________________ Von Batz am 26, 10, 2005 um 10:20 in TagesBatzBlätter fallen

Es ist Laubzeit. Kühl nieselig das Gemüt, gruppiert man sich um die
Heizung und sticht im Familienkreise Nadeln in seine Merkelpuppe,
futtert solange Dominosteine bis man aussieht wie Robert Blanco nackt
und einem rechtschaffend übel ist oder man tauscht Geschichten aus der
guten alten Zeit aus, damals als noch wir noch alle im Wald lebten und
niemand irgendwo anders lebte.
Herbst:
Vorname Christoph Maria.
Nun ist er auch im BatzLOG angekommen
und lässt die Blätter fallen.
"Ich bin ein sehr
geselliger Typ. Nur eben… nicht zwingend mit anderen Leuten."
Riders of the Tales from the Zwischenzeit
Derek und Kress im Bus
»Da will ich nicht rein, da sind Leute drin.« Kress blieb stehen und hinter ihm klatschen die Nachfolgenden zusammen wie Dominosteine. Er klappte den Kragen seines Trenchcoats hoch und spritze Wassertropfen umher. Der Busfahrer schaute ungehalten.
»Na watt denn nu? Rin oder raus?«
Derek stand in der Tür des hydraulisch knienden Busses.
»Jetzt komm schon. Es regnet draußen.«
»Es regnete immer draußen«, sagte Kress.
»Der Muli kommt hier nicht rein«, sagte der Busfahrer. »Keine Rück und Rundfahrten.«
Widerwillig schob sich Kress in das dieselbrummende Gefährt.
Sophia schaute ihnen traurig nach. Sie hüstelte seit Monaten, Die Großstadt war einfach kein Pflaster für sie. Höchstens ein Trost.
Hausfrauen, Gehbehinderte und juvenile Unholde drängten an ihr vorbei und schon bald hatte sie Derek und Kress aus den Augen verloren, die im Dickicht des öffentlichen Personennahverkehs überwuchert wurden.
»Samstag ist immer Apokalypse«, brummte Kress. Er atmete Regenmief einer jungen Familie, die feucht wie nasser Hund roch.
»Wenn ich einer der Reiter wäre, wäre ich Hungersnot.« sagte Kress der zwischen zwei fülligen Frauen eingekeilt stand.
»Nächster Halt: Sodomer-Landweg« schnarrte eine Automatenfrauenstimme.
»Die können ja jetzt auch Bluetooth!« verkündete ein Geschäftsmann zu niemandem bestimmten. »Überall an den Haltestellen. Alles voll Bluettooth.«
Niemand beachtete ihn. Kress und Derek kämpften sich durch eine Gruppe jugendlicher Kleinkrimineller und stierten durch regenschlierige Scheiben.
»Überall Bluetooth. Hier mein Handy. Riechen Sie mal.«
An der folgenden Haltestelle stiegen vier Serbürokraten ein und begannen "Slave to the Rythm" auf Ukulele, Schalmei und Bongo-Trommel zu intonieren.
»Die sind hinten eingestiegen!« meldete sich eine Dame mittleren Alters zu Wort. »Hinten! Ohne etwas vorzuzeigen.«
»Wenigstens spielen sie nichts von Phil Collins.« Kress fuhr sich mit dem Zeigefinger über die Stirn und streifte Regen am Revers des Geschäftsmannes ab.
»Nächster Halt: St. Gomorrha-Hospital – Wilsunger Klippe.«
Derek schaute den Lautsprecher an. »Können Sie das auch in Form einer Frage formulieren?«
Eine junge Mutter zupfte aufgebracht an seinem Trenchcoat.
»Wollen Sie mir wohl mit dem Kinderwagen helfen? Sie stehen übrigens auf Sebastian.«
Sebastian war acht und rippelte das Muster aus einem der Sitze.
»Von wollen kann kaum eine Rede sein. Ja wat denn nu? Rin oder raus?«
Der Kinderwagen rollte am nächsten Halt talwärts. Dorthin wo die Flammen loderten. Die Mutter rannte hinterdrein. Sebastian drückte sich am Fenster wie ein Saugnapfstofftier die Nase platt. Der Bus fuhr weiter.
Derek und Kress blickten ihm nach.
»Also Krieg möcht ich ja nicht sein. Das is ja wie eben.«
Kress sah zum ihm rüber.
»Dann also Tod?«
Derek nickte.
»Hungersnot und Tod, okay… aber ich kann auf meiner Tageskarte vier Leute mitnehmen…«
Sie begannen die Straße hinabzuschlendern.
»Sophiea könnte Krieg sein.«
»Sophia durfte nicht mit.«
»Sie furzt dauernd… sie wäre vielleicht auch besser als Pestilenz…«
»Wie hätten doch im Bus fragen sollen…«
Sie redeten weiter und gingen fort von den Rauchschwaden und den Flammen. Die Sonne ging unter und in den Zweigen niesten die ersten Sperlinge.
Letztes Lesezeichen: Dschinn Dschinn
Aladin und die Wunderschlampe
Dschinn Dschinn – Der Zauber des Schabbar Erschienen bei Rowohlt.
Nach der eher mittelprächtigen und vom Humor her grobschlächtigeren Hundetravestie "Roy & Al" meldet sich König jetzt wieder mit einer "richtigen" Story zurück. In einem buten Mix aus Aladin, Isnogud und deutscher Beziehungskomödie, rechnet er wieder gekonnt mit aktuellen Befindlichkeiten von Schwuppen und Heten ab.
Die Story beginnt irgendwann zu Zeiten von Tausend-und-einer-Nacht und erzählt von einem bösen reaktionären Herrscher, der von einem Modehändler und dessen Liebesdämon in einen Flaschengeist verzaubert wird, dazu verdammt auf ewig die Gelüste desjenigen zu befriedigen der ihn aus der Flasche holt. Nach einigen Eskapaden landet diese Flasche schließlich im Köln der heutigen Zeit und stiftet wie zu erwarten in der WG des schwulen Manfred und seiner Hetera-Freundin Dörte einige Verwirrung.
Erfreulich bissig karikiert König die Ansichten und Gepflogenheiten unser Mitbürger mit Migrationshintergrund und lässt deutlich erkennen, was er von religiöser verbrämten Fanatismus, Machotum und Lustfeindlichkeit hält. Wer sich da auf dem Schlips getreten fühlt, auf den trifft wohl der Spruch zu "getroffene Hunde bellen".
Zeichnerisch ist der Band verspielter als Roy und Al, aber nicht ganz so ausgefeilt wie Königs Jago. Dennoch weißt die Story zu überzeugen und ist wie immer überaus amüsant anzusehen.
Einzig den Spaß trübt, das uns König diesesmal mit einer halben Geschichte zurücklässt: "Dschinn Dschinn – Der Zauber des Schabbar" ist, wie man überraschend am Ende erfährt nur der erste Teil der Story. Mitten in der Handlung bricht der Band nach 164 Seiten ab. Ob aus dramaturgischen oder marketingtechnischen Gründen, will ich nicht mutmaßen, aber es bleibt ein unbefriedigendes Gefühl zurück nach der Lektüre. Vielleicht wäre es fairer gewesen, das ganze etwas offensiver als Zweiteiler zu annoncieren.
Lesen sollte man den Comic-Roman aber als König-Fan auf jeden Fall. Und dann genspannt auf den Zweiten warten.
Letzte Lichtspiele – Bits and Pieces 3
Und wie alle Tage wieder, ein Schnelldurchlauf durch die begutachteten
Lichtspielwerke der vergangenen Wochen. Low-Budget-Filme, DVD-Premieren,
Obskuritäten oder Blockbuster die mir einfach keinen Kinobesuch wert
waren… nebst einiger TV-Produktionen.
Stromberg / The Office
UK & US-Version –
Deutschland 2004 / GB 2001 / USA 2005
Viel
wurde gezettert, als im vorigen Jahr Stromberg
anlief. Die Serie sei ja mal wieder nur ein mieses Rip-Off der Britcom The
Office, die ganze Idee ist geklaut und man habe nichtmal bei der BBC
um Erlaubnis gefragt. Nun, zumindest der Vorwurf des geklauten Konzepts
ließ sich schwer entkräften. Zeit also sich das Original mal zu Gemüte
zu führen, sowie gleich auch das offiziell lizensierte US-Remake.
Rick Gervais hat sich die Rolle des Stromberg Vorbildes David Brent auf
den fülligen Leib geschrieben, er entwarf das Konzept einer Mockumentary
über einen sich selbst überschätzenden, freundlich jovialen, aber
letztlich verkorksten Chef, der seine Abteilung durch harte Zeiten
lenken soll.
Was überrascht, sowohl in der UK wie auch der
US-Fassung, ist der teilweise recht grobe Witz. Während bei Stromberg
oftmals die Depression im Vordergrund steht und der gezeigte Humor
grundsätzlich sehr bitter ist, wirken die Vorbilder sehr viel alberner
und weniger ernsthaft. Gervais und sein US-Pendant Steve "40
Years Old Virgin" Carell überspitzen die Rolle sehr oft bis zur
Unglaubwürdigkeit, schon von Beginn an ist der Ton ein anderer. Das
Stil-Element der Dokumentation wird selten wirklich ernst genommen, die
Wackelkamera vermittelt im Gegensatz zu Stromberg kaum das Gefühl das
einfach drauf gehalten wurde, zu viele hektische Schnitte lassen die
Handlung inszeniert wirken. Kleinigkeiten wie fehlende Bauchbinden bei
den Interviews tun ihr übriges "The Office" mehr wie eine gewöhnliche
Sitcom wirken zu lassen, denn wie eine Dokumentation. Die Figuren sind
insgesamt alle extremer und näher an der Karikatur, der Humor
überraschend brachial für eine britische Serie. Das US-Pendant ist
nochmal eine Spur geleckter, vom Dokumentarflair ist fast nichts
geblieben, die Büroszenarien wirken erschreckend filmisch beleuchtet,
Büroatmosphäre kommt fast nie auf. Fazit: Als Sitcom sind die Serien
okay, im Direktvergleich mit dem "Abklatsch" Stromberg wirken sie
einfach etwas zu oberflächlich und klamaukig. Normalerweise ist das ja
immer andersherum aber diesmal gefällt mir das Remake eindeutig besser.
Stromberg
8/10 – UK-Office 6/10 – US-Office 5/10
Notizen zur Herbstsaison 2
Nachdem erfolreichen Start des Spin-Offs "Desperate HorseWife" geht jetzt die neue Staffel der mitreissenden Telenovella "Verlebt in Berlin" an den Start.
Ursprünglich nur auf zwei Jahre angelegt, läuft dieser Dauerbrenner nunmehr seit Anfang der 90er.
Die Geschichte eines hässlichen Hühnchens das in der Legebatterie eines SBZ-Landgutes aufwuchs und von ihrem reichen Adoptiv-Vater Helmut als Zimmermädchen nach Berlin geholt wird. Es entsponn sich ein eine Saga um verdorbene Liebe, Vatermord und den Kampf mit Angelas geheimen Laster: Tipp-Ex-Schnüffeln. Seit ihrer schweren Überdosis ist sie bei den anonymen Suppenhühnern und versucht ihre Sucht mit Alkohol zu bekämpfen.

Überraschend wird Angela befördert. Zum Anfang der heute startenden Staffel muß sie sich ordentlich Mut antrinken, denn schon wieder werden vor ihrem Rücken hinterhältige Intrigen gesponnen. Bürobote Edmund schmollt, weil er bei der letzten Weihnachtsfeier mit ihr knutschen mußte und bestellt heimlich Pepperoni-Pizza auf ihren Namen . Das neue Büro ist völlig unübersichtlich und der gefeuerte Abteilungsleiter Gerd hat, wie sich rausstellen wird in den Aktenschrank gekackt und den Schlüssel mitgenommen. Plötzlich erscheint auch Angelas Intimfeind Horst wieder und fragt alle "Ob sie das auch riechen, da in Angelas Büro?". Die Ereignisse überschlagen sich, als plötzlich überall Mitarbeiter der Konkurenzfirma einfallen und anfangen den Kühlschrank leerzufressen. Es wird turbulent. Kann Angela ihre Tipp-Ex-Sucht erfolgreich wegsaufen? Wird sie die Intrigen von Edmund und Horst durchschauen? Wer hat eigentlich Abwaschdienst?
Verpasst nicht die neue Staffel "Verlebt in Berlin" mit der ersten Folge: "Das Konkurrenzteam"
Batz Getwitter
- so ich bin dann mal weg hier... wir sehen uns dann zur orscarverleihung wieder bei twitter #ibes
- hmmm das aufgewärmte von gestern #ibes naja gucken wirs halt auch noch weg
- so morgen sehen wir uns nochmal zur reunion show.... gute nacht #ibes
- @keineHobbies schlaf guzt
- *grins* sie haben die verdammten culcha candela nicht einmal erwähnt in den 2 Wochen - me gusta #ibes
- awww biggie ist so cool :) ich will sie wumbeln #ibes
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