Vor einem Jahr…
Letzte Lichtspiele – Bits and Pieces 3
Und wie alle Tage wieder, ein Schnelldurchlauf durch die begutachteten
Lichtspielwerke der vergangenen Wochen. Low-Budget-Filme, DVD-Premieren,
Obskuritäten oder Blockbuster die mir einfach keinen Kinobesuch wert
waren… nebst einiger TV-Produktionen.
Stromberg / The Office
UK & US-Version –
Deutschland 2004 / GB 2001 / USA 2005
Viel
wurde gezettert, als im vorigen Jahr Stromberg
anlief. Die Serie sei ja mal wieder nur ein mieses Rip-Off der Britcom The
Office, die ganze Idee ist geklaut und man habe nichtmal bei der BBC
um Erlaubnis gefragt. Nun, zumindest der Vorwurf des geklauten Konzepts
ließ sich schwer entkräften. Zeit also sich das Original mal zu Gemüte
zu führen, sowie gleich auch das offiziell lizensierte US-Remake.
Rick Gervais hat sich die Rolle des Stromberg Vorbildes David Brent auf
den fülligen Leib geschrieben, er entwarf das Konzept einer Mockumentary
über einen sich selbst überschätzenden, freundlich jovialen, aber
letztlich verkorksten Chef, der seine Abteilung durch harte Zeiten
lenken soll.
Was überrascht, sowohl in der UK wie auch der
US-Fassung, ist der teilweise recht grobe Witz. Während bei Stromberg
oftmals die Depression im Vordergrund steht und der gezeigte Humor
grundsätzlich sehr bitter ist, wirken die Vorbilder sehr viel alberner
und weniger ernsthaft. Gervais und sein US-Pendant Steve "40
Years Old Virgin" Carell überspitzen die Rolle sehr oft bis zur
Unglaubwürdigkeit, schon von Beginn an ist der Ton ein anderer. Das
Stil-Element der Dokumentation wird selten wirklich ernst genommen, die
Wackelkamera vermittelt im Gegensatz zu Stromberg kaum das Gefühl das
einfach drauf gehalten wurde, zu viele hektische Schnitte lassen die
Handlung inszeniert wirken. Kleinigkeiten wie fehlende Bauchbinden bei
den Interviews tun ihr übriges "The Office" mehr wie eine gewöhnliche
Sitcom wirken zu lassen, denn wie eine Dokumentation. Die Figuren sind
insgesamt alle extremer und näher an der Karikatur, der Humor
überraschend brachial für eine britische Serie. Das US-Pendant ist
nochmal eine Spur geleckter, vom Dokumentarflair ist fast nichts
geblieben, die Büroszenarien wirken erschreckend filmisch beleuchtet,
Büroatmosphäre kommt fast nie auf. Fazit: Als Sitcom sind die Serien
okay, im Direktvergleich mit dem "Abklatsch" Stromberg wirken sie
einfach etwas zu oberflächlich und klamaukig. Normalerweise ist das ja
immer andersherum aber diesmal gefällt mir das Remake eindeutig besser.
Stromberg
8/10 – UK-Office 6/10 – US-Office 5/10
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Gabal
– The Wig – Korea 2005
Mal wieder ein unheimliche
Langhaarfrauen-Geisterhorror aus Asien. Diesmal scheinen sich die Macher
die Inspiration bei "Amazing Storys" und "The Simpsons" geholt zu haben,
in beiden Serien gab es auch schon Stories über von Geistern besessenen
Haarteilen. Mit dem Unterschied das die alberne Prämisse wohl noch nie
so ernsthaft und melodramatisch umgesetzt wurde wie in Gabal. Es ist die
Geschichte zweier Schwestern, von denen eine grade eine Chemotherapie
hinter sich hat und nur noch wenige Monate leben wird. Ihre Schwester
schenkt ihr zu ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus eine Perücke –
nichtsahnend das es sich dabei um die Haare eines Menschen handelt, der
eines gewaltsamen Todes starb. Schon bald beginnt sich die kranke
Schwester zu verändern, der Geist ergreift von ihr Besitz und yada yada
yada. Der Film hat wenig Handlung und wenig Überraschungen zu bieten und
beschränkt sich auf eine routinierte Umsetzung viele mit lauter Musik
unterlegte Buh-Effekte. Negativ fällt auch auf, wie ernsthaft das Thema
umgesetzt wird, völlig ironiefrei wird einem die Mär der unheimlichen
Killerperücke präsentiert und das Leiden der beiden Schwestern breit
ausgewalzt. Technisch okay, schauspielerisch auch aber insgesamt sehr
lahm und spannungsfrei – Langsam ist es auch mal gut mit den
Creepy-Asian-Chicks.
5/10
Fear of the Dark – USA 2002
Und
ein weiterer Eintrag in der Reihe "Isch fürscht misch in Dunkeln"-Filme.
Interessanterweise ist dieser Film bereits vor "Darkness Falls" und
"Boogeyman" gedreht worden, kam aber erst nach diesen heraus. Das ist
insofern schade, als das Fear of the Dark sicher der beste in der Reihe
ist. Nicht wirklich supertoll, aber allemal gelungener und spannender
als die grottig-langweiligen Filmverwandten erzählt der Film die Story
des Brüderpaares Dale und Ryan. Der junge Ryan hat seit frühster
Kindheit panische Angst vor der Dunkelheit. Das ganze Haus muß stets
hell erleuchtet sein, die Eltern und sein älterer Bruder haben sich
gezwungener Maßen mit der Situation arrangiert. Die Situation eskaliert,
als die Eltern für einen Abend ausgehen und Ryan in der Obhut seines
Bruders überlassen. Nach einem Stromausfall müssen die beiden lernen,
das sich in der Finsternis ernsthafte Bedrohungen verbergen.
Die
Spannungskurve bleibt überschaubar und wirklich originell ist die
Handlung nicht, aber die guten Schauspieler und die nette Kameraführung
lassen den Film angenehm vorbeiplätschern. Wenn man nicht eine niedrige
Altersfreigabe angestrebt hätte und sich deswegen was Schocks angeht
doch etwas zurückhält, wäre daraus durchaus ein guter Film geworden. So
reicht es für oberes Mittelmaß.
6/10
Cowboys
& Angels – IRL 2003
Hetero trifft auf Schwulen. Das Ganze
als Komödie. Man meint schon die Handlung zu kennen, die üblichen
Verwirrungen – einer von beiden wird letztlich bekehrt werden, es wird
lustige Verwechslungen geben und viel Situationskomik. Nur nicht in
diesem Film. Es geht um den jungen Shane, der seine erste eigene Wohnung
in der Großstadt Limerick bezieht – eine WG mit Vicent, einem sich als
schwul entpuppenden Kunststudenten. Was diese liebenswerte
Feelgood-Comedy überraschend und angenehm macht, ist, das es eben nicht
um die sexuelle Orientierung der beiden geht. Vincent baggert ihn nicht
an und Shane hat keine Probleme mit dessen Schwulsein. Vielmehr geht es
um reine Freundschaft, darum voneinander zu lernen, um Vertrauen und
rein freundschaftliche Zuneigung. Shane der als Angestellter in der
Verwaltung dahinvegetiert, kontaktscheu und unsicher von einem leben als
Kunststudent träumt, bekommt von Vincent einen Crashkurs zum Thema Style
und Selbstbewusstsein. Nebenbei lässt er sich noch von Drogendealer
nebenan, als Kurier einspannen und provoziert unbeabsichtigten Ärger.
Insgesamt
ein ebenso warmherziger wie unterhaltsamer Film, der Schwuppen wie Heten
gleichermaßen gefallen dürfte. 7/10
Bogeyman – USA 2005
Ein junger Mann hat seit sein Vater
vom Boogeymann in den Wandschrank gezerrt wurde Angst vor der
Dunkelheit, eine Übernachtung im Haus seiner Kindheit soll ihm helfen
seien Phobie zu überwinden. Der Film besteht aus einer endlosen
Aneinanderreihung von Szenen in denen der Protagonist durch das Haus
irrt, in finstre Ecken lünzt und die Musik KREISCH macht. Das Ganze
wiederholte sich so oft wie unnötig, bis er den Boogeyman am Ende in dem
langweiligsten Showdown der jüngeren Horrorgeschichte vergaraust. Das
beste an dem Streifen sind die ersten zehn Minuten, der Rest ist wohl so
ziemlich das dümmlichste, unoriginellste und schlecht knallchargierteste
was ich dieses Jahr gesehen habe. Wenn man die Wahl hat zwischen diesem
Film und einem Hammer auf den Fuß, würde ich wohl den Hammer wählen. Das
macht mehr Spaß. 2/10
Inside Deep Throat – USA 2005
Die
Dokumentation über DEN Skandalfilm der 70er. Den ersten Pornofilm, der
tatsächliche das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit erreichte und
nachdem sich wenig später der Watergate-Informant benannte. Die Doku
erzählt die Geschichte des Films, die aufgeregten hysterischen
Reaktionen der öffentlichen Bedenkenträger, des FBI, die Vita der an der
Produktion beteiligten sowie die Auswirkungen die der Film auf das Genre
hatte. Mit einiger Ironie und dennoch ernsthaft lässt der Film alle
Seiten zu Wort kommen und zeichnet ein interessantes Stimmungsbild der
amerikanischen Gesellschaft von den 70ern bis heute. 7/10
One
missed call – Japan 2004
Takashi Miike, Enfant terrible des
Asia-Kinos, hat sich nebenbei auch mal eben dem Thema
Geisterfilm-mit-Langhaarfrau gewidmet. Bei ihm sind es mysteriöse
Telefonanrufe auf denen die Opfer Anrufe von sich selbst erhalten –
wobei der Anrufzeitpunkt in der nahen Zukunft liegt – um kurz darauf
einem grauenhaften Tod zum Opfer zu fallen. Natürlich steckt auch hier
wieder ein ruheloser Rachegeist hinter dem Gemetzel. Gewohnt routiniert
und spannend inszeniert, verschafft Miike seinen Zuschauern angenehmen
Grusel mit bissigen Seitenhieben auf sensationslüsternde Medien und das
Geister-Genre an sich. Der ganze Film ist durchzogen von Referenzen auf
ähnliche Filme und fast meint man, das der Regisseur den Mechanismen und
Unlogeleien dieser Filme einen Spiegel vorhält, indem er seine Szenario
bewusst übersteigert und in ein kryptisches Ende überführt, das Anlaß zu
Interpretationen gibt. Kein Miike-Highlight, aber gepflegte Unterhaltung
vom "Meister". 6/10
Die Nacht der lebenden
Loser – Deutschland 2004
Die Zombiewelle erlebt ein
verdientes Revival und auch der deutsche Film will da nicht
hintanstehen. Aber da Genrekino und Horror aus Germany leider keine
Konjunktur hat, wird auch das Thema Untote auf die übliche Art
verwurstet: Als platte-prollige Teenie-Klamotte. Optisch auf dem Niveau
üblicher Pro7-Produktionen und ohne besondere Make-up Effekte wird die
Story um drei Pubertätsbolzen heruntergespult, die durch irgendeinen
Voodo-Puder zu Zombies werden und fortan damit beschäftigt sind sich
ihre Körperteile mit Heftklammern anzutackern und der holden
Weiblichkeit Avancen zu machen. Zwar leidlich routiniert inszeniert und
in den Parametern anderer Teenieklamotten wie "Harte Jungs" bietet der
Film jedoch weder Grusel noch wirklichen Witz. Ein Streifen für juvenile
Pubertätsklemmis, die alleine bei der Erwähnung des Wortes "Loch" in
grunzendes Gelächter ausbrechen, als Horrorfan sollte man diesen Film
jedoch weiträumig umfahren. 4/10
The last
Horror-Movie – UK 2003
Ein Film dessen einziger Gag nur
funktioniert, wenn man den Film auf VHS aus einer Videothek ausleiht.
Das Ganze beginnt wie ein typischer Teenie-Slasher, doch mitten im
ersten Mord verrauscht plötzlich das Bild und wir schauen in das Gesicht
von Max, der in seine Videokamera spricht. Er verrät uns das er den
Videothekenfilm überspielt hätte um uns seine Geschichte zu erzählen.
Diese Story füllt den den Rest des Films und zeigt in Heimvideo-Qualität
die Freizeitgestaltung von Max, die in der Hauptsache aus Mord besteht.
Er bringt gerne Leute um und das auf originelle Art und möglichst brutal
und er filmt sich gerne dabei und schwätzt eitles Gewäsch in die Kamera.
Moment, das kennen wir doch? Ja genau, die Handlung haben wir schon
einmal gesehen und zwar besser in Mann beißt Hund, jenem verstörenden
belgischen Pseudo-Dokufilm über einen Killer. Wer den Film kennt, kann
sich diesen hier getrost sparen. Zwar versuchen die Macher auch hier die
Sehgewohnheiten und den Voyeurismus der Zuschauer zu hinterfragen, aber
schauspielerisch und inszenatorisch wirkt das ganze zu eitel, zu
inszeniert. Und seien wir ehrlich, der Film ist ganz schön langweilig.
Max quatscht in die Kamera, bringt jemanden den wir nicht kennen um..
und quatscht weiter. Die Idee zum FIlm klingt spannender als die
letztliche Umsetzung dann ist. Im Zweifel doch nochmal Mann beißt Hund
schauen oder einfach nen wirklich guten FIlm. 4/10
Sledge
Hammer – USA 1986-87
"Vertrauen Sie mir, ich weiß was ich
tue." Für zwei Seasons nur irritierte in den 80ern der politisch
unkorrekte, waffenvernarrte Polizist Sledge
Hammer die US-Öffentlichkeit. Die satirische Serie die gnadenlos
Waffenfetischismus, Krimiklischees, US-Politik und Law&Order-Mentalität
karikierte, traf in Zeiten der Reagonmics und Miami Vice nicht auf
allzuviel Gegenliebe beim Publikum. Obwohl von den Kritikern gelobt,
verschwand der von David Rasche brilliant verkörperte Psychobulle nach
nur zwei Staffeln von der Bühne. Das der anarchische Humor seiner Zeit
voraus war und wenig von seinem Witz eingebüßt hat, beweisen die DVD
Veröffentlichungen der beiden Staffeln, die jetzt auch auf deutsch
erhältlich sind. Endlich darf Sledge zusammen mit seiner Kollegin Dori
Dorreau und der heißgeliebten Magnum Susi wieder aufräumen und seinen
Chef zur Verzweiflung treiben. Haaaaaaaaammmmerr!!! 8/10
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Von Batz am 21, 10, 2005 um 18:44 in CineBatz | Kommentieren »___________________________________________________________________________
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- achja der nächste der im Zusammenhang mit Inception vom "Film des Jahres" spricht bekommt einen Schuh an den Kopf. War 2010 echt so mies?
- lange kann es nicht mehr dauern bis die sparkasse verlangt, dass ich IHNEN Zinsen zahle für das Geld auf meinem Kapital-Plus-Sparkonto
- Holt euch den Riesenlotso: http://is.gd/dSGDa
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