Vor einem Jahr…
Letzte Lichtspiele – Bits and Pieces 4
Draussen ist es kalt, drinnen warm (wenn man nicht grade im Einzugsgebiet des Schneesturms Thomas wohnt), also genau die richtige Stimmung es sich mit ein paar DVDs in der Wohnhöhle gemütlich zu machen, die 10 Kilopackung Marzipankartoffeln zu öffnen und ein paar Filme zu schauen.
Zeit also für ein paar weitere Kurzreviews vom Cinebatz:
The Polar Express, Bordello of blood /Masters of Horror,
Sky High , Dear Wendy , Serenity / Firefly
The Polar-Express – USA 2004
Letztes Jahr im Kino. Jetzt auf DVD. Ein kleiner Junge wird eines Nachts vom Polarexpress abgeholt und erlebt Abenteuer mit dem Weihnachtsmann. Ein pastellsüss-gerenderter Digitalalptraum, der wohl nur die Allerkleinsten unterhalten kann. Tom Hanks ließ sich digitalisieren und spielte alle männlichen Rollen, vom kleinen Jungen bis zum Weihnachtsmann. Fehlt eigentlich nur noch das die Musik von Phil Collins käme. Kaum zu glauben das Regisseur Robert Zemeckis einmal Klassiker wie "Zurück in die Zukunft" inszeniert hat. Dieser betulich uninspirierte Märchenschrott gehört unter keinen Christbaum.
2/10
Bordello of Blood / Masters of Horror – USA 1996 / 2005
Apropos Zemeckis, ehe er wie soviele Regisseure an Alterssenilität erkrankte, hat er in den 90ern noch die wunderbare Serie "Tales from the Crypt" mitproduziert und ebenfalls deren zwei Kinoableger.
Bordello of Blood ist nach Ritter der Dämonen der zweite Film und noch um einiges trashiger als sein Vorgänger. Stand-up Comedian Dennis Miller stolpert als Privatdetektiv sprücheklopfend durch eine Story rund ein ein mit Vampiren verseuchtes Bordell. Der Name ist Programm. Das Blut fließt in Strömen und der Gorefaktir erreicht stellenweise "From Dusk till Dawn"-Niveau. Das ganze ist höchst albern und nimmt sich in keiner Sekunde ernst. Ein erfrischend sinnfreies Guilty-Pleasure, für die späte Abendstunde.
6/10
Die Anthologie-Serie "Tales from the crpyt" erschien in Deutschland ja als "Masters of Horror" auf Video. Unter just jenem Titel läuft beim US-Sender Showtime seit Oktober eine neue Anthologie-Serie die ebenfalls gruslige Unterhaltung verspricht. Jede Folge wird von einem bekannten Regisseur inszeniert, darunter so illustre Namen wie Joe Dante, Dario Argento, Stuart Gordon oder Tobe Hooper. Die Episoden sind qualitativ recht unterschiedlich, die Serie ist aber auf jeden Fall einen Blick wert.
7/10
"The Incredibles" trifft "Fantastic Four" ist die erste Assoziation, wenn man den Trailer dieser Disneyproduktion sieht. Absolut unoriginelle Verwurstung bekannter Ideen. Ja stimmt. Aber im Gegensatz zu den beiden genannten Film hat mir Sky High wirklich Spaß gemacht. Das Ganze kommt natürlich wie ein Sonntags-Movie daher, die Tricks sind nett aber nicht umwerfend, aber die Story um den Jungen Will Stronghold, der aus einer Familie von Superhelden stammt und sich in der Super-Schule Sky High bewähren muss ist routiniert und ulkig inszeniert. Kurt Russel kokettiert als Vater mit seinem Macho und Ex-Kinderstar-Image, Bruce Campbell camped seine Rolle als Sport-Coach ordentlich auf und die Jungdarsteller machen ihre Sache ordentlich. Sicher in keiner Sekunde großes Kino, aber ein schöner unterhaltsamer Film für den Nachmittag.
6/10
Dear Wendy – DK / Fr / BRD / UK 2005
Michael Angarano, Hauptdarsteller aus "Sky High" ist auch in diesem Film mit von der Partie. Thomas Winterberg verfilmt ein Drehbuch seines Spezis Lars von Trier. Eine Parabel auf Waffenfaszination und -fetisch. Billy Elliots Jamie Bell spielt die Hauptrolle des jungen Richard, eines überzeugten Pazifisten, der durch Zufall eine Waffe ersteht und daraufhin einen friedlichen Schußwaffenclub ins Leben ruft. Zusammen mit seinen Freunden erliegt er der Macht der Waffen.
Dear Wendy, liebe Wendy – so beginnt der Film, den der Hauptdarsteller aus dem Off erzählt. Wendy ist seine Waffe zu der er eine abstruse Beziehung pflegt.
Winterbergs Film krankt daran ein typischer Message-Film zu sein. Er erzählt in stilisierten Bildern die vom Aufbau an Tries Dogville erinnern, die Geschichte seiner Figuren, die nie mehr als bloße Abbilder ihrer Handlung bleiben. Man erfährt kaum etwas darüber, was sie antreibt, wer sie sind. Der Film schleppt sich dahin und irgendwie interessierte es mich nicht wirklich, wie es ausgeht. Warum dieses verquaste strunzlangweile Werk hierzulande ab 18 freigegeben wurde, wissen wohl nur die FSK-Entscheider. Die Chance das Jugendliche sich diesen öden Streifen freiwillig ansehen und daraufhin einen Waffenfetisch entwickeln, scheint mir doch eher gering zu sein.
4/10
Firefly / Serenity – USA 2002 /2005
Joss Wheadon, kreativer Kopf hinter "Buffy – The Vampire Slayer" hat sich einen Jugendtraum erfüllt und eine Wildwestserie gedreht. Nicht wirklich Wild-West, eher Wild-Space. Man stelle sich ein Weltraum voller Han-Solos vor und weiß ungefähr was "Firefly" ist. Die Serie dreht sich um den Schmuggler-Kapitän Mal Reynolds und seine Crew die mit dem Raumschiff Serenity durch die Gegend schippern und sich gegen die böse Weltraumallianz stellen. Das ist leidlich unterhaltsam, hat manch putzige Dialoge und zeigt eine Science-Fiction-Welt jenseits von Star Trek, Babylon 5 und Stargate.
Da die Serie nach einer Staffel eingestellt wurde, entschloß Wheadon sich das ganze im Kino fortzusetzen. Serenity der Film macht da weiter wo die Serie aufhört, die Tricks sind ein wenig aufwendiger, aber ansonsten ändert sich nichts. Auch auf der großen Leinwand sieht alles nach TV aus. Die Inszenierung wirkt denn auch etwas wie ne Serienfolge und verquast sich immer mal wieder in redundanten Dialogen und zuviel gequassele. Ein Abenteuer-SF mit unbekannten aber routinierten Darstellern. Wer mit Western und Action nicht soviel anfangen kann, sollte sich das angucken aber nochmal überlegen.
5/10
Von Batz am 2, 12, 2005 um 1:40 in CineBatz | Kommentieren »
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