Vor einem Jahr…
Letzte Lichtspiele – Bits and Pieces 7
Zack und Hopp. Wiedermal ein paar Filme und eine Serie im Schnelldurchlauf:
Populärmusik aus Vittalu, Dangerous Living , Verliebt in eine Hexe , Dr. Who
Populärmusik aus Vittalu – Schweden 2004
Schweden in den 60er Jahren. Matti und Niila wachsen in einem Kaff irgendwo zwischen Schweden und Finnland auf. Die Hauptstadt ist weit und die Sitten sind rauh. Strengreligiöse Väter prügeln den Söhnen die FLausen aus dem Kopf, bei Familienfesten wird gesoffen bis zum Gesichtskrampf und ansonsten passiert im wesentlichen nichts. Als mit Elvis und den Beatles der Rock’n'roll auch bis nach Vittula vordringt, beschließen die beiden Freunde eine Band zu gründen. Ein erster kleiner Ausbruch aus der dörflichen Einöde in der Väter ihre Söhne beiseite nehmen und ihnen sagen, in welche Familien man nicht einheiraten darf, weil man mit denen verwandt sei… und welcher Urgoßvater wem mal irgendwannBöses angetan hat.
Die Verfilmung eines schwedischen Kultromanes ist unterhaltsam und routiniert. Humorvoll, drastisch und teilweise sentimental erzählt der aus dem Iran stammende Regisseur eine typische Adoleszenzgeschichte.
Das ist nett anzuschauen und ordentlich gespielt, bestätigt wieder einmal die Einschätzung das es auf dem Dorf ganz grauenhaft ist und schwedische Männer über 25 durch die Bank unansehnlich sind. Liegt vielleicht am Wetter oder am Saufen. Wirklich was neues erzählt der Film leider nicht, deswegen schleicht sich ein ums andere Mal ein Deja-Vu-Gefühl ein, die eine oder andere Szene schon öfter gesehen zu haben. Sei es nun in Lasse Halstroems "Mein Leben als Hund" oder "This Boys Life".
6 von 10 Batztapsen
Dangerous Living – Coming out in the developing world – GB 2003
Die Dokumentation von den Machern von "Before Stonewall" zeigt eine Momentaufnahme der Enwticklungsländer und ihrer Haltung zu Homosexualität. Die rigide Aktion der ägyptischen Regierung , die 2001 zahlreiche Schwule auf einem Partyschiff verhaften und danach im Gefängnis mißhandeln ließ, ist der grobe rote Faden um den herum sich viele einzelne Geschichten entspinnen, die Lesben und Schwule aus Pakistan, Namibia, Indien, Iran und vielen anderen Ländern erzählen. Dokumentiert wird das zunehmende Selbstbewußtsein von Homosexuellen die in den 90ern zusammen mit AIDS-Aktivisten, Menschrechtsgruppen und Emanzipationsbewegungen ein Stück Freiheit erkämpften, und den Preis der Sichtbarkeit, den sie dafür seit Anfang des 21.Jhds in fast allen Ländern zu zahlen haben.
Von Hausdurchsuchungen, Folterungen, Steinigungen, Gefängnisstrafen und Demütigungen wird erzählt, die meist legitimiert durch Religion und verknöchertes Patriarchat die Uhr zurückdrehen soll. Der nüchtern und unpolemisch gemachte Film führt deutlich vor Augen, wie wenig sicher erkämpfte Rechte sind und wie schnell es vorbei sein kann mit der vielgepriesenen Toleranz. Zurück bleibt neben Zorn und Trauer, die Frage, wie schnell auch in westlichen Ländern das Blatt wieder umschlagen kann, sollte die religiöse Rechte wieder zunehmend mehr Einfluß erlangen.
8 von 10 Batztapsen
Bewitched – Verliebt in eine Hexe – USA 2005
Ein neuerliches Remake einer alten Fernsehserie. Mit dem kleinen Twist, das sich der Film diesmal dessen bewusst ist. Es geht um einen abgehalfterten Hollywoodstar, dessen letzter Film ein absoluter Flop war. Um die Karriere wieder anzuschieben, willigt er ein in der Neuauflage der TV-Serie Bewitched mitzuspielen. Weil er neben sich keinen anderen Star möchte wird eine Unbekannte Darstellerin für die Rolle der Hexe gesucht, die ihm möglichst nicht die Schau stiehlt. Dummerweise engagiert man eine echte Hexe, die für allerlei Komödientypische Verwicklungen sorgt.
Nicole Kidman und Will Ferrel haben sichtbar vergnügen an ihren Figuren. Nora Ephron, die Regissereurin und Co-Autorin des Films, versteht es in der ersten Hälfte des Films viel Situationskomik und nette Seitenhiebe gegen das Business zu verteilen. Alles recht harmlos, schließlich ist Ephron sonst für seichten Liebeskitsch wie "Email für dich" bekannt, aber dennoch leidlich unterhaltsam. Leider verliert die Story ab der Hälfte jeglichen Drive, wenn es nur noch um das "Werden sich die beiden kriegen?" dreht und interessante Nebenplots unaufgelöst verrecken. Eine echte Chemie existiert zwischen den Hauptdarstellern leider auch nicht, auch wenn man nicht genau sagen kann warum. Sie geben sich hinreichend Mühe, aber es funkt einfach nicht, alle gemeinsamen Szenen wirken aufgesetzt und seltsam steril. Schön sind die Miniauftritte von Shirley McLaine und Michael Caine, auch wenn ihre Figuren zuwenig des Potentials nutzen dürfen.
5 von 10 Batztapsen
Ich hab den Reiz von Dr. Who immer nur bedingt verstanden, was vielleicht auch daran lag, das die Serie hier immer aus dem Zusammenhang gerissen und lustlos synchronisiert lief. Seit den 60er Jahren ist der "Doktor" jedoch in Großbritanien und den USA Kult. Der Zeit und Raumreisende Time Lord, letzter seiner Rasse, der mit seiner von außen wie Notrufzelle aussehenden TARDIS , der sich bei Bedarf regeneriert und dann sowohl aussehen als auch Persönlichkeit wechselt (was erklärt warum der Doktor über die Jahre von 9 verschiedenen Darstellern gespielt wurde) wurde jetzt von der BBC wiedererweckt.
Christopher Ecclestone spielt den Neunten Doktor, in einer im Gegensatz zu den früheren Staffeln überaus aufwendig produzierten neuen Dr. Who-Serie. Produziert und konzipiert wurde die Serie von Russell T. Davies, der bereits mit der originalen "Queer As Folk "-Serie für originelles, neues und geistreiche Fernsehunterhaltung verantwortlich zeichnete.
Mit überbordenden Ideen, die irgendwo zwischen Star Trek und Douglas Adams liegen, skurrilem Humor und sehr sehenswerten Special Effects, gelingt es diesem Dr. Who-Revival sicherlich auch viele Leute zu begeistern, die mit den bisherigen Staffeln nicht soviel anfangen konnte. Keine Spur mehr von Low-Budget-Optik, in schicken Bildern und mit für eine UK-Serie überraschendem Aufwand reisen der Doktor und sein neuer Passagier Rose, die er in der ersten Folge aufgabelt, durch Zeit und Raum. Ob Plastikwesen die Schaufensterpuppen und Mülleimer zu Monstern mutieren lassen, bis zur Unkenntlichkeit geliftete Texanerinnen oder Gaswesen, die von Leichen Besitz ergreifen – witzig, spannend und voller skurrilem Humor, dürfte der neue Dr. Who die originellste neue SciFi-Serie der letzten Jahre sein.
Acht von Zehn Batztapsen
Die Folgen gibts zum Glück schon auf DVD
Ausschnitte aus der neuen Serie, Clips aus der alten sowie animierte Zeichentrickfolgen gibts auf der
offiziellen BBC-Homepage zu Dr. Who.
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