Vor einem Jahr…
Schweigepflicht
Konventionen und Rituale im sozialen Miteinander führen ja immer wieder zu Momenten die der Engländer als "awkward" bezeichnen würde. Die deutsche Übersetzung mit linkisch, unbehaglich, peinlich trifft es da nur bedingt.
Solche Momente gibt es im Alltag ja sehr viele. Immer wieder schön zu beobachten, wenn sich Leute im Fahrstuhl, Bus oder Bahn angeregt unterhalten und einer feststellt, das er die nächste Station / Etage aussteigen muß. Wer sich dann zu früh verabschiedet, derweil der Bus vielleicht noch eine längere Pause an der Ampel einlegt, ist stets gezwungen den Gesprächspartner ab dem Zeitpunkt der Verabschiedung wie Luft zu behandeln. Weder darf weiter geredet werden, noch sieht man sich an. Man hat sich ja schon verabschiedet. Ein neuerliches Gespräch lohnt nicht, eine zweite Verabschiedung wäre ungeschickt.
Also steht ma, den Blick aus dem Fenster gerichtet oder zu Boden starrend da und hofft, das endlich die ersehnte Station erreicht wird.
Awkward. Sehr awkward.
Menschen sind seltsam.
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Von Batz am 31, 5, 2006 um 20:03 in TagesBatz | 2 Kommentare »___________________________________________________________________________
2 Kommentare zu “Schweigepflicht”
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- @Schuby4ever träum weiter hasi ;)
- Kann man "Liebe in Zeiten der Cholera" gucken ohne zu lachen? Bitte, das kann unmöglich ernst gemeint sein.
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31. Mai 2006 at 21:30
ist aber auch schön zu sehen, dass manche menschen diesen reflex durchbrechen mit einem „na, da war’n wir wohl etwas zu früh oder wie?“ durchbrechen… (das ist nämlich mein spruch in solch einer situation)
01. Juni 2006 at 11:27
Ich empfehle spontanes Verabschieden gegenüber dem von langer Hand vorbereiteten.