Vor einem Jahr…
Wat nix kostet…
Die Werbung muß ja immer raffinierter werden. Neue Wege gehen und so.
Was ganz ganz pfiffiges hat sich die Post da ausgedacht. Nachdem diverse Abzockdienste wie Proben-King ja anscheind ganz erfolgreich sind, und auch alle möglichen Gratis-Portale eifrig besucht werden, muß es ja eine große Anzahl von Interessenten geben die man über Warenproben als künftige Kunden ködern kann.
Deswegen haben die innovativen Kommerzial-Beamten beschlossen "sowas machen wir auch". Und riefen das Projekt Testbox ins Leben. Interessierte Kunden sollten sich anmelden können und in regelmässigen Abständen ein kleines Päckchen mit Warenproben zugesandt bekommen. Wie es die Website formuliert: "Freuen Sie sich auf aktuelle und hochwertige Markenprodukte. Jetzt testen!"
Prinzipiell nicht die schlechteste Idee, denn beeinflussbar wie Batze sind, haben sie sich durchaus schonmal von der Warenprobe eines Produktes, so es denn einen guten Eindruck machte, zum Kauf einer Großpackung verführen lassen.
Irgendwie scheint es jedoch Verständnisprobleme, bzw. völlig unterschiedliche Ansichten darüber zu geben, was eine Warenprobe ist. Mal abgesehen, davon das "regelmässig" bei der Post wohl "ungefähr einmal im Jahr" bedeutet, kann man auch über den Inhalt der Testbox, die diesmal natürlich unter dem Motto Fussball-WM stand, durchaus diskutieren.

Was für hochwertige Warenproben will man mir also zur WM schmackhaft machen?
-Eine Packung Zewa-Softies – für diejenigen die die Nase von Fussball so richtig voll haben?
-Eine 20gr Tüte Crunchips mit Ketchup-Geschmack (für Leute denen Tzatziki-Geschmack noch nicht widerlich genig ist)
Und….? Ähm naja. Nichts.
Ansonsten finden sich keine Warenproben, Gutscheine oder ähnliches im Paket sondern nur Werbeflyer der Postbank, Weltbild, bet-and-win, Quelle und ähnliches. Achja und zusammengeknülltes Füllpapier, das den ansonsten leeren Karton notdürftig füllt.
Schon geschickt, das sie einem auf diese raffinierte Methode den Scheiß unterjubeln, den man ansonsten mit einem "KEINE WERBUNG"-Sticker aus dem Briefkasten fernzuhalten sucht.
Aber auch ungeschickt, denn neue Kunden werden sie damit kaum gewinnen, denn auch die fabulöse Testbox wird von den "Beschenkten" wohl schnell als Mogelpackung erkannt und landet dann verdientermaßen im Müll.
Okay, die Taschentücher kann man benutzen. Ansonsten wieder mal gelernt, wat nix kostet, taucht auch nix.
Aber: Wer Kunde verarscht, bekommt auch kein positives Feeback.
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4 Kommentare zu “Wat nix kostet…”
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01. Juni 2006 at 20:26
Na, Herr Batz, auf der Seite wird aber noch auf ein von Ihnen verschwiegenes Highlight hingewiesen:
Ich geh mal davon aus, dass man das Vor-Frankieren der Karten vergessen hat?
Die letzten Kisten sehen von den Produkten auch nicht besser aus, da sind Chips und Tempos noch ein Glücksgriff ;o)
01. Juni 2006 at 22:17
Ähm ja das hat man in der Tat vergessen. Wobei die Karten der geschmacklosen Motive wegen sowieso eher in die Kategorie “unnützer Werbemüll” gesteckt habe. Und bitte was für eine Warenprobe sollen Postkarten sein, die einem in jeder Kneipe in im Dutzend nachgeworfen werden, oftmals mit originelleren Motiven.
02. Juni 2006 at 10:05
Na, wenn sie frankiert sind, dann kann man damit z.B. kostenlos an Postkarten-Gewinnspielen teilnehmen. So bin ich vor knapp zehn Jahren mal in die Karibik gekommen. Das Schiksal geht merkwürdige Wege…
14. Dezember 2011 at 19:33
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