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    Holzapfel sei wachsam

    Wenn man sich einige von Shakespeares Stücken durchliest, mag man ja denken, er habe übertrieben, wenn er der Komik zuliebe einige Figuren völlig hanebüchenes Gestammel von sich geben lässt, wenn sie sich beleidigt fühlen.

    Wie zum Beispiel Dogberry / Holzapfel in "Much ado about nothing / Viel Lärm um nichts"

    "Holzapfel:

    Despektierst du denn mein Amt nicht? Despektierst du denn meine Jahre nicht? – Wär er doch noch hier, daß er es aufschreiben könnte, daß ich ein Esel bin! Aber, ihr Leute, vergeßt mir's nicht, daß ich ein Esel bin; wenn's auch nicht hingeschrieben ward, erinnert's euch ja, daß ich ein Esel bin. Nein, du Spitzbube, du steckst voller Moralität, das kann ich dir durch zuverlässige Zeugen beweisen. Ich bin ein gescheuter Mann, und was mehr ist, ein Mann bei der Justiz, und was mehr ist, ein ansässiger Mann, und was mehr ist, ein so hübsches Stück Fleisch, als nur irgendeines in ganz Messina, und ein Mann, der sich auf die Gesetze versteht, siehst du, und ein Mann, der sein Vermögen hat, siehst du, und ein Mann, der um vieles gekommen ist, und der seine zwei Röcke hat, und alles, was an ihm, ist sauber und akkurat. Bringt ihn fort! Ach, hätten sie's nur von mir aufgeschrieben, daß ich ein Esel bin!"

    Beim Elbeblawg kann man jetzt in Zusammenhang mit der peinlichen und nicht so wahnsinnig spannenden  Callboy Dingsbums-Story nachlesen, wie sehr der olle William schon damals dem Volk aufs Maul geschaut hat.

    Holzapfel lebt!

    Natürlich wäre es überheblich an dieser Stelle Oscar Wilde zu zitieren:

    "Algernon.   Really, if the lower orders don’t set us a good example, what on earth is the use of them?  They seem, as a class, to have absolutely no sense of moral responsibility."

    Aber mal im Ernst, wenn es Grimmepreiswürdig ist sich über Ditsche zu amüsieren – warum wird dann rumgezettert , wenn die realen Ditsches sich im Netz die Blöße geben.

    Wobei es sicherlich mal eine interessante Diskussion wäre: Darf man sich über Dummheit amüsieren? Bei geistig Behinderten gibt es ja einen Konsens, sich nicht auf deren Kosten lustig zu machen. Aber wie sieht es mit Dummheit aus? Und wo zieht man die Grenze? Sicherlich ist es im aktuellen Fall einfach, weil der Kläger es den Spottenden sehr einfach macht.  Aber mal davon abstrahierend, wann darf man sich über agressiv auftretende Menschen simpleren Gemüts lustig machen und ab wann wird es politisch unkorrekt. Stammel-Stoibers Bahnhofserklärungen wären ja auch so ein Fall. Wie genau definieren wir Dummheit eigentlich? Eine Frage die sich übrigens auch DIESE unterhaltsame Dokumentation stellt.

    Irgendwelche Ideen? 

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    Von Batz am 21, 6, 2006 um 20:00 in TagesBatz | Kommentieren »

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