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    Zicke Zacke Schwurbelkacke

    Es mag sich immer die Frage stellen, wie wichtig etwas ist, daß irgendein Fussballbembel macht oder sagt. Grad beim Sprechen ist man ja froh, wenn Subjekt, Prädikat und Objekt in irgendeinem Zusammenhang stehen, der halbwegs interpretierbar ist.

    Das aber nicht nur die Fussballer unverständliches Zeug reden – welches man ihnen besonders dann nachsehen mag, wenn sie völlig geschafft vom Spielfeld rennen und ihnen irgendein Sportspacken das Mikro in die Fresse rammt – sondern auch Leute die über Sport schreiben, darf man derzeit bei SpOn bewundern .

    Ullrich "Blafasel" Fichtners Meßwein war anscheinend nicht mehr gut, wie sonst erklärt sich diese lyrische Sturzgeburt, über einen Kopfstoß des französischen Fussballes Zidane im gestrigen Endspiel:

    "Der Rest der Welt kann es sich so leicht nicht machen. Drei Milliarden Menschen, darunter Millionen gläubige Kinder, darunter Millionen im Trikot ihres global geliebten Idols mit der Rückennummer 10, wurden zu Zeugen einer unerhörten, unfassbaren Begebenheit. Wie konnte Zidane, dieser Engel, seit Jahren auf einer Wolke weltweiter Verehrung gebettet, so tief in die Hölle hinab stürzen? Wie konnte er, dessen Name sich verbindet mit schöner Klarheit, mit heiterer Präzision, mit Demut auch, sich verwickeln in solche Hässlichkeit?
    (…)
    Wer ihn hat spielen sehen im Bernabeu-Stadion von Madrid, wer Zeuge werden durfte, wie er gerade jetzt im Viertelfinale gegen Brasilien noch einmal all seine Gaben herrlich auslebte, wer ihn beobachten durfte, wie er, mit kleinem Aufwand oft, große Wunder erzeugte, wem einmal der Atem stockte, wenn er dem Spiel wieder eine neue Lösung erfand, wer ihm zuschauen durfte bei seiner Arbeit, die eine Arbeit an der ganzen Grammatik des Fußballspiels war, der wird seine einmalige Größe nie vergessen können, nie bezweifeln, auch nicht nach dieser 110. Spielminute im Berliner Olympiastadion.
    (…)
    Alle Welt ist nun, als es wieder passierte, unfreiwillig zum Zeugen geworden. Als hätte sich Zidane nicht verabschieden, sondern gleich umbringen wollen aus Angst vor dem Leben danach, fuhr er, und auch noch im unwahrscheinlichsten Moment, aus der Haut, ein Dramen-Held auf allerhöchster Fallhöhe, dessen Sturz beim Publikum jähes Entsetzen auslöst. So buchstabiert sich Tragödie. Und der Geschlagene schlich, ratlos, weinend, vom Feld.

    Aber es bleiben nicht nur Fragen und Rätsel über Zidane. Was hier geschah, geht über diesen Einzelnen hinaus."


    Yadda Yadda Yadda. Hallelujah. Ehre sei Grott in der Höhe usw.

    Wieso werd ich den Verdacht nicht los, daß Uli die ganze Zeit gewichst hat, als er den Artikel schrieb?

    Hatte ich erwähnt, daß er im ganzen Artikel nicht im einem Wort schreibt, was eigentlich passiert ist? Geschenkt. Wen interessieren den dumme Fakten, wenn man in religiöser Extase ist.

    Bah. Humbug.

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    Von Batz am 10, 7, 2006 um 23:56 in MediaBatzBits | 1 Kommentar »

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    Ein Kommentar zu “Zicke Zacke Schwurbelkacke”

    1. Olli Sagt:

      Wieso werd ich den Verdacht nicht los, daß Uli die ganze Zeit gewichst hat, als er den Artikel schrieb?

      *g* genau das dachte ich mir beim Lesen auch…

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