Vor einem Jahr…
Nicht jedes Klischee erfüllen…
Sollten die Schwulen bitteschön. So der gemeinhin als liberal bekannte Müchener Bürgermeister Christian Udo. Er verurteilte damit kirchen- und papstkritische Transparente, sowie eine mit regenbogenfarbenen Haaren und einem Kondom an den Fingern geschmückte Papstpuppe, die auf dem CSD der bayerischen Landeshauptstadt vergangenes Wochenende gezeigt worden waren. Zumindest solange bis sich ein Passant echauffierte und die Polizei einschritt und alles beschlagnahmt. Nun wird, wie die TAZ und die Süddeutsche berichtet , wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes und Beschimpfung der Kirche gegen die Plakatträger ermittelt.
Natürlich hat das nichts mit der anstehenden Heimsuchung Münchens durch Ratzingers, pardon Benedikts Anfang September zu tun, das selbst jemand wie Christian Ude – immerhin Schirmherr des CSD! – jetzt katzbuckelt und die Seite zur Toleranz ermahnt, die der Hardliner Ratze noch immer bei jeder sich bietenden Gelegenheit verdammt und verteufelt.
Erst Anfang Juni hatte der Vatikan neuerlich ein 60seitiges Papier veröffentlich, daß nochmal überdeutlich vor der Bedrohung der klassischen Familie durch radikale Strömungen warnte und sich explizit gegen Homo-Ehe, Lesben die Kinder bekommen und die verrohung der Gesellschaft ausgesprach.
Jetzt wo der Papst Deutscher ist, gilt Beleidigung nur noch in eine Richtung, wenn diejenigen die beleidigt werden sich ebenso deutlich artikulieren, bekommen sie in Bayern schonmal gezeigt, wie weit es mit Meinungsfreiheit und Akzeptanz her ist.
Wundern sollte es nicht. Wer das speichelleckerische Intervie mitbekommen hat, welches vom bayerischen Rundfunk jüngst mit Ratze geführt wurde, der weiß wes Geistes Kinder die Macher sind.
Frage: Thema Familie: Vor etwa einem Monat waren Sie in Valencia beim Familienkongress. Und wer gut hingehört hat – wir von Radio Vatikan versuchen, das zu tun -, hat gemerkt, dass Sie nie das Wort Homo-Ehe angesprochen haben, nie von Abtreibung, nie von Verhütung gesprochen haben. Aufmerksame Beobachter sagen sich: Interessant! Offenbar ist seine Intention, den Glauben zu verkünden und nicht als Moralapostel durch die Welt zu reisen. Können Sie das kommentieren?Papst Benedikt XVI.: Ja natürlich. Zuerst muss man sagen: Ich hatte ganze zwei Mal 20 Minuten Zeit….
Schön. Wenn er mehr Zeit gehabt hätte, hätte das natürlich anders ausgesehen. Doch man muß nichtmal die Antworten hören, es reicht sich die Fragen durchzulesen…
Frage: Heiliger Vater, im September besuchen Sie Deutschland, genauer gesagt, natürlich Bayern.Frage: Heiliger Vater, vor einem Jahr genau waren Sie in Köln bei der Jugend; und da haben Sie, glaube ich, auch mitbekommen, dass die Jugend wahnsinnig aufnahmebereit ist, dass Sie persönlich sehr gut angekommen sind.
Frage: Als Bischof von Rom sind Sie Nachfolger des Heiligen Petrus. Wie könnte denn das Petrusamt heute zeitgemäß aussehen.
Frage: Heiliger Vater, Stichwort Papstreisen. Sie sind ja im Vatikan, vielleicht zu ihrem eigenen Leidwesen, ein bisschen weit weg von den Menschen und von der Welt abgeschlossen, auch hier wunderbar in Castelgandolfo. Aber Sie werden auf der anderen Seite bald 80 Jahre alt. Meinen Sie, Sie können mit Gottes Hilfe noch viele Reisen machen?
Frage: Darf ich noch mal nachhaken.
Frage: Und darf ich noch nachhaken: Ich bewundere Sie jeden Mittwoch, wenn Sie die Generalaudienz halten. 50.000 Leute kommen da. Das ist ja mühsam, wahnsinnig mühsam. Hält man das durch?
Frage: Heiliger Vater, man spricht in letzter Zeit von einer neuen Faszination des Katholischen. Wie steht es denn um die Lebenskraft und um die Zukunftsfähigkeit dieser doch eigentlich uralten Institution?
Frage: Wenn man ein solches Amt hat wie Sie, Heiliger Vater, wird man natürlich viel von außen beobachtet. Dritte sprechen über Sie. Und mir ist aufgefallen bei der Lektüre, dass viele Beobachter sagen, der Papst Benedikt ist im Vergleich zu Kardinal Ratzinger eine andere Persönlichkeit. Wie ist denn Ihre eigene Sicht auf Sie, wenn ich mir diese Frage erlauben darf?
Frage: Auch im Namen meiner Kollegen darf ich mich für dieses Gespräch, für diese Weltpremiere, sehr herzlich bedanken. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in Deutschland, in Bayern. Auf Wiedersehen!
Und damit wischte sich der Interviewer den Sabber vom Bein, ließ sich noch schnell seine Sammlung an Papst-Merchendising signieren und ging dann nach Hause um sich eine Runde auf die Schulter zu klopfen, für eine Sternstunde mutigen,ernstzunehmenden Journalismus.
Ich will meine GEZ-Gebühren zurück, die an den BR gehen. Ernsthaft.
Sehr sehr schön zu diesem Thema ist Maltes Artikel beim Spreeblick.
Von Batz am 15, 8, 2006 um 14:36 in MediaBatzBits | 4 Kommentare »___________________________________________________________________________
4 Kommentare zu “Nicht jedes Klischee erfüllen…”
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- so ich bin dann mal weg hier... wir sehen uns dann zur orscarverleihung wieder bei twitter #ibes
- hmmm das aufgewärmte von gestern #ibes naja gucken wirs halt auch noch weg
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- *grins* sie haben die verdammten culcha candela nicht einmal erwähnt in den 2 Wochen - me gusta #ibes
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16. August 2006 at 8:06
Manchmal überkommt einen doch noch das kalte Grausen angesichts solcher Geschichten. *würg* Danke fürs (Mit-)Teilen.
16. August 2006 at 14:13
irgendwann kommt sowieso ans tageslicht, dass der schwul ist, der bayrische papst.
16. August 2006 at 17:07
dem ging ja noch eine diskussion mit der rosa list vorraus.
schauen sie hier: rosaliste.de/index.p...
und hier für die antwort vom ude: rosaliste.de/images/...
16. August 2006 at 19:47
fettisch.de/wp/2006/...
Jetzt aber mal ehrlich, ist SOWAS denn noch hinnehmbar?!! Ist das was sich Blogger unter freier Meinungsäußerung vorstellen? Du gehörst schließlich auch dazu, und einfach nur wegschauen heißt so einen Schmutz zu unterstützen!
Wenn du als Blogger noch einen Funken Anstand im Leib hast, dann MACH WAS! Meine Kommentare werden bei diesem Schmutzfink einfach gelöscht, ich kann da nichts ausrichten. Aber VIELE können etwas ausrichten! Dieser Gottesverachtende Schmutz darf so nicht stehenbleiben! TUT BITTE ETWAS!!!