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    Letztes Lichtspiel: Superman Returns

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    Superman Returns

    Originaltitel: Superman Returns
    Herstellungsland: Australien/ USA 2006
    Regie: Bryan Singer
    Darsteller: Kevin Spacey, Brandon Routh, Kate Bosworth, James Marsden, Frank Langella, Sam Huntington

    Nach einem fünfjährigen Sightseeingtrip durch die Überreste seines Heimatplaneten Krypton, kehrt Superman (Brandon Rough) zur Erde, genauer gesagt nach Metropolis zurück. Einiges hat sich verändert. Seine Dauerflirt und Damsel-in-distress Lois Lane (Kate Bosworth) hat inzwischen einen Publitzerpreis gewonnen (für den Artikel "Warum wir Superman nicht brauchen"), ein Kind bekommen und Richard (James Marsden) den Sohn des Verlegers Perry White (Frank Langella) geheiratet. Als sein Alter-Ego Clark Kent fängt Supi erneut beim Daily Planet an, eifersüchtelt ein wenig und beginnt in der arbeitsfreien Zeit wieder die Welt zu retten.

    Der einzige der ihn wirklich vermisst zu haben scheint ist Comic-Relief und Dauersidekick Jimmy Olsen (Sam Huntington). Zur gleichen Zeit kehrt Supermans Erznemesis Lex Luthor (Kevin Spacey) aus einem längeren haftbedingten Urlaub zurück. Mit den erschwindelten Millionen einer verstorbenen Greisin macht er sich daran, aus Supermans Festung der Einsamkeit ein paar Kristalle aus dessen kryptonischen Videorekorder zu klauen (in dem immer noch der alte Superman-Film mit Marlon-Brando eingeschoben ist). Diese Kristalle sorgen, wenn man sie ins Wasser wirft, für Stromausfall und wachsen so ähnlich wie diese Kristalle zum selberzüchten, die es früher immer in YPS gab. Nur halt größer. Luther beschließt Immobolienmakler zu werden und mittels dieser Kristalle einen neuen Kontinent zu erschaffen, der aussieht wie eine Kulisse aus der alten Star Trek-Serie und nebenbei mal eben ganz Amerika überfluten soll. Auf dem neuen Kontinent will Lex dann Wohnungen vermieten. Während der Ermittlungen um den mysteriösen Stromausfall kommt Starreporterin Lois samt ihrem Sohnemann der ganzen Sache auf die Spur ("Taxi, fahren sie mich zum Geheimversteck des gemeingefährlichen Superschurken"). Leider bringt das nicht viel, denn sie wird dank ihrer unglaublichen Reporterinstinkte geschnappt und gefangen genommen. Gott sei Dank steht ein Fax an Bord von Luthors Luxusjacht, mit dem Lane Supermann schnell Bescheid geben kann, als Lex seinen neuen Kontinent baut – was in Metropolis zu einem kleinen Erdschluckauf führt.

    Nachdem Superman ein bißchen Leute gerettet hat, macht er sich dann auf, die Welt zu retten. Also Amerika. Also das kleine Stück von Amerika, das den Schluckauf mitbekommen hat. Dummerweise hat der Stählerne nicht mitbekommen, dass Lex etwas grünes Kryptonit aus einem Museum gestohlen hat, weil er zu sehr damit beschäftigt war, das Titelbild des ersten Action-Comics von 1938 nachzustellen (Das berühmte, mit dem Auto). Auf Luthors Neuland angekommen schwinden dann auch gleich die Kräfte des Mannes aus Stahl. Gott sei dank kommen ihm Lois, ihr Mann und der Sohn zur Hilfe (von dem wir annehmen dürfen, daß er nicht von Richard White stammt).

    Ja nun. Ich werde mich nicht über die illustre Entstehungsgeschicht mit seinen zig Regisseuren, Drehbuchautoren usw. auslassen. Wen das HickHack um Superman Lives genauer interessiert, der mag es z.B. hier en Detail nachlesen.

    Ich beschränke mich darauf was der finale Regisseur aus dem Film gemacht hat. Bryan Singer braucht 154 Minuten, um uns diese Geschichte zu erzählen. 154 Minuten. Wenn ich den sehr geschätzten Peter Jackson gerne für etwas zur Rechenschaft ziehen würde, dann dafür, daß er es erfolgreich geschafft hat den Blockbuster-Regisseuren dieser Welt jede Form von Disziplin abzugewöhnen. 154 Minuten. Für eine Story die im wesentlichen eine Doppelfolge der Serie "Lois und Clark" ist.

    Wir wissen ja, Singer ist ein Charakterregisseur. Was in diesem Fall heißt, das wir Superman weniger dabei beobachten wie er irgendwas heldenhaftes macht, sondern eher wie er schmollend zuguckt, wenn Lois mit ihrem neuen Kerl zusammen ist. Newcomer Brandon Routh mag Talent haben, gebraucht wird es nicht in diesem Film, der im wesentlichen zwei Gesichtsausdrücke von ihm fordert. Böse blinzelnd, wann immer Lois mit ihrer Familie zusammen ist und süffisant zwinkernd, wenn er irgendjemand gerettet hat.
    Ach und dann noch dieses in die Ferne starren wenn er fliegt. Wobei Brandon im Gegensatz zu Christopher Reeve nie so ganz zu wissen scheint, wo er mit seinen Händen hin soll. Wie ein Jugendlicher der ungelenk bei seiner Konfirmation im Anzug rumsteht und dem verboten wurde die Hände in die Taschen zu stecken, ahmt Routh ohne rechte Überzeugung die bekannte Faust-vorran-Fluggeste Supermans nach.
    Nur das ich sie ihm nie abgenommen hab und mich erstmal fragte was das ganze überhaupt soll. Fürs fliegen selbst scheint es ja nicht notwendig zu sein und warum Supi im All rumposed bleibt wohl sein Geheimnis.

    Aber ich will nicht unegrecht sein. Der Film hat seine Momente und ein paar gelungene Oneliner – meist im Zusammenhang mit Lex Luthors-Szenen und dessen Gespielin Kitty (Parker Posey). Spacey versucht das Beste herauszuholen, aus den paar Momenten die der Film ihm gibt, ehe Luthor wieder für Ewigkeiten aus der Story verschwindet und man die Liebesprobleme von Supi und Lois aushalten muss.

    Wenn Luthor auf der Leinwand ist, beherrscht er sie auch und ist sehr spassig anzuschauen. Ein wenig wie das Intro aus Austin Powers 3, auf 25 Minuten gestreckt (was ungefähr die Zeit sein dürfte die man Lex zu Gesicht bekommt). Es gibt ein paar witzige Momente, wenn Lex einer sterbenden Millionärin ihren letzen Willen abringt, wenn er seien Villa betritt in der kannibalistische Schoßhunde leben oder wenn er seiner freundliche, aber etwas beschränkten Freundin Kitty versucht seine Pläne näher zu bringen.

    Wobei man es der Guten nicht wirklich übel nehmen mag, daß sie nicht ganz versteht, was das alles soll, denn dieser Immobilienverkaufs-Kontinents-Weltuntergangs-Eroberungs-Plan ist mit Sicherheit die dämlichste Idee die ein Superschurke die vergangenen 30 jahre hatte. Und da schließe ich DocOck mit seinen sprechenden Tentakeln ein.
    Ich meine: WTF? Die Zukunft liegt in Immobilien, deswegen versenke ich Amerika und versuche dann Land zu verkaufen auf einem zerklüfteten Felsnuppel, der wahrlich aussieht als müsste im nächsten Moment ein Away-Team der Enterprise runterbeamen.

    Leider findet ein Großteil des Showdowns auf diesem Kontinent statt. Ich weiß es mag kleinlich sein, aber verdammte Axt – gibts denn wirklich keine andere Art Superman kleinzukriegen als dieses vermaldeite Grüne Kryptonit? Schon in den Comics war es erzählerisch unglaublich ausgelutscht, die X-te Variante der "Superschurke mischt irgendwas mit Kryptonit um den Stählernen zu killen" zu lesen. Wenigstens in Superman III kam man auf die originelle Idee ihm rotes Kryptonit anzudrehen, daß ihn zum besoffenen Radaubruder werden ließ.
    Machte zwar auch keinen Sinn, war aber wenigstens ulkig anzusehen. Und der Endkampf mit seinem Alter Ego Clark Kent damals, war auch völlig bescheuert, hat aber ehrlich gesagt mehr Spaß gemacht beim zugucken, als die pathetischen Selbstopferungsbilder mit denen Singer uns jetzt ankommt.

    Von Anfang an fehlte mir ein wirklich erzählerischer Faden. Die fünfjährige Auszeit die Supi nimmt, ist derart dürftig erklärt, das sie zum bloßen Gimmick verkommt. Das er ausgerechnet im Vorgarten seiner Adoptivmutter abstürzt macht auch nicht wirklich Sinn. Singer wollte halt unbedingt eine Szene des verehrten Originals von Richard Donner nachdrehen, deswegen bekommen wir dann eine Rückblende. Notwendig ist sie nicht.
    Überhaupt referenziert der Film so überdeutlich auf sein Vorbild, das man schon kaum mehr von In-Jokes oder Andeutungen sprechen mag. Hommage mit dem Holzhammer passt da schon eher. Etliche Momente des Superman-Films von 1978 werden quasi nachgestellt, angefangen beim Vorspann, der in der berühmten "gläserne Buchstaben"-Optik gehalten ist. Nur leider hat er weder den Stil noch die echte Größe des damaligen Vorspanns. Mehr ist mehr, dachte man sich und packte das Bild mit derartig vielen Planeten, Galaxien und ähnlichen voll, das die Erhabenheit der Buchstaben ziemlich untergeht. Das ganze erinnert mit zunehmender Dauer an einen Star-Trek-Bildschirmschoner mit Voyager-Elementen.
    Aber zumindest ist im Vorspann das eingängige und markante Thema von John Williams noch zu hören, der leider für den restlichen Soundtrack nicht zur Verfügung stand. Statt seiner übernimmt John Ottman das Ruder, der bislang nicht wirklich großartig aufgefallen ist und sich bis auf X-Men2 eher in Genre-Filmen und B-Movies wie Lake Placid verdingte. Sein Score gewinnt nie eine eigene Größe oder Charakter und bleibt den ganzen Film über im Schatten des großen Vorbilds. Die Musik wabert und wummert, schluchzt und violiniert, aber das Beste was ich über sie sagen möchte ist, das sie nicht großartig stört.

    Mein Hauptproblem bleibt wie befürchtet jedoch die Figur des Superman selbst. Es fällt nicht schwer nachzuvollziehen, warum Lois Lane Clark auf die Einladung zum Kaffee einen Korb gibt. Clark ist ein linkischer Versager ohne Profil. Ehrlich, redlich, freundlich, aber jemand bei dem man sich zu Tode langweilen würde, müßte man mit ihm längere Zeit Konversation betreiben. Es nimmt da wenig wunder, daß jemand der sich ein derartig fades Alter Ego ausgedacht hat, selbst nicht grade der unterhaltsamste ist: Superman.

    Sicher er kann fliegen und hat seine Kräfte, und wir erleben auch etliche Szenen in denen die Handlung minutenlang aussetzt um uns Superman und Lois herumfliegen zu sehen vor malerischer Kulisse, aber was diesem Mann aus Stahl fehlt ist Profil. Er definiert sich durch seine Kräfte, daß ist bestimmt eine Weile ganz spannend und es bedarf einer etwas kranken Phantasie sich den Zeugungsakt von Supermans Sohn vorzustellen (Hut ab vor Ms. Lanes Uterus der den Beschuss der Superspermien verkraftet hat ohne zu explodieren), aber was will man mit jemandem wie Superman anfangen, wenn man grade nicht fliegt?

    Er mag ja ein toller Hengst sein, eine Granate im Bett, aber ein sehr geistreicher oder witziger Geselle ist er beleibe nicht. Ganz abgesehen davon, das er eine merkwürdige Arbeitsauffassung hat was sowohl seinen Reportersjob als auch das Weltenretten angeht. Ich ertappe mich stets dabei mich zu fragen, was mit all jenen Menschen in Not passiert die während Supis Arbeitszeit verunglücken oder die das Pech haben vom Schicksal ereilt zu werden, wenn er grade in "romatisch Rumfliegen"-Stimmung ist oder aus Eifersucht bei Lois im Vorgarten rumschwebt.

    Nein im Ernst, ich geh lieber mit Jimmy Olsen nen Kaffee trinken, als mich mit Superman zu unterhalten. Kein Wunder das Lois sich schnell umorientiert hat. Fast jede Figur in diesem Film ist interessanter als der Held. Selbst Zeitungsmogul Perry White, kann in seinen paar Auftritten mehr Witz und Menschlichkeit rüberbringen als Superman im ganzen Film. Es mag Konzession an das Zielpublikum sein, aber ein weiterer Grund warum die ganze Lois und Clark-Story mich ziemlich kalt lässt ist die fehlende Chemie zwischen den beiden Darstellern, was u.a. auch an ihrem Alter liegt.
    Kate Bosworth die Lois spielt war zur Zeit des Drehs 23. Als Superman vor 5 Jahren verschwand, war sie also 18 und vielleicht Schülerpraktikantin aber garantiert keine erfahrene Reporterin, die eine lange Gschichte mit Superman verband. Wann soll denn das angefangen haben, als sie 11 war?
    Ihre Figur ist geschrieben und soll agieren wie eine erwachsene Frau mit einer gewissen Lebenserfahrung, aber sie sieht aus wie ein junges Mädchen. Publitzerpreis mit 22? I don't think so. Mag man bei Superman mit etwas gutem Willen noch glauben, daß er anders altert und deswegen recht jung aussieht, so wird das bei seinen menschlichen Mitspielern nachgrade albern. Sam Huntington alias Perry Olsen kann wohl ebenfalls kaum eine lange Geschichte mit Supi-verbinden, ist er doch genauso alt wie Lois.

    Jugendwahn ist ja schön und gut, aber wenn man im wesentlichen die frühren Filme fortsetzt und die Figuren mit einer gewissen Vergangenheit schreibt und agieren lässt, macht es wenig Sinn sie von Leuten Anfang 20 spielen zu lassen.

    Wenn man schon so darauf wert legt, wichtige menschliche Geschichten zu erzählen, sollten diese doch halbwegs glaubwürdig sein. Statt dessen liefert Singer uns Soapmomente. Und das gebündelt. Das kenntman  aus der Fernsehserie "Lois und Clark" schon zur Genüge nur dort stimmte auch die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren. Zwischen Brandon und Kate knistert leider so gar nichts. Er ist farblos, aseptisch und langweilig wie seine eigene Action-Puppe die schon bald in jedem Spielzeugladen stehen wird. Sie ist ein unterkühltes Mädchen, dem man kaum abnimmt ernsthaftere Reporterin zu sein oder Mutter oder interessant genug, daß Kal-El ihr dermaßen nachhängt. Was immer in ihrer Vergangenheit passeit sein mag, in der Gegenwart spürt man nichts davon.
    Da wundert es dann auch kaum, das es nicht ihr Kuss ist der den sterbenden Superman am Ende (in einer hanebüchenen E.R.-Rip-Off-Szene) wieder zum Leben erweckt, sondern der seines Sohnemannes.

    Letztlicht ist die ganze Weltbedrohung, die ganze Lex Luthor-Story nur Katalysator damit Superman mit Lois und sich ins Reine kommen kann. So wie in "Deep Impact" der Kometeneinschlag nur dazu diente, den Hauptfiguren in ausgedehnten Soap-Momenten Gelegenheit zu geben ihre persönlichen Konflikte beizulegen, so ist auch bei Superman Returns der Armageddon nur pitoresker Background für eine schnulzige Familientherapie.
    Heute haben wir eine wertvolle Lektion gelernt, Liebe heilt alle Wunden, man soll nicht wegfliegen ohne tschüss zu sagen und wenn man Kindern pathetische Reden einflüstert, tun diese zurecht so als würden sie Schlafen, in der Hoffnung das es dann schneller vorbeigeht (Und ja ich weiß, daß diese Rede Wort für Wort aus dem Donner-Supermanfilm ist und die letzten Worte Jor-Els an seinen Sohn darstellen. Ich finde sie dennoch sülzig).

    Es bleiben die Action-Szenen, etwas womit mich Singer auch schon bei X-Men 1 und 2 nicht überzeugen konnte. Ihm fehlt für meinen Geschmack einfach der letzte visuelle Kick, der einen Effektshot von "ja ganz okay" in den Bereich des echten "Staunen machens" hebt.
    Ich ahne zwar wo die 260 Millionen Dollar-Produktionskosten geblieben sind, aber ich würde lügen, wenn ich behaupte man sieht jeden Cent davon auf der Leinwand. Die Tricks sind durchwachsen, je nachdem welches Studio daran gearbeitet hat. Wissen die halbwegs realen Szenen, wie das herranahende Erdbeben und der vom Daily Globe herabstürzende Globe (sic!) durchaus zu gefallen und sehen im Rahmen des Gewohnten ganz schick aus, so konnten mich alle Momente die auf Luthors Kontinent und darum herum spielten nicht wirklich überzeugen.

    Gerendertes Wasser hat man bei Emmerichs "Day after Tomorrow" schon besser gesehen und auch die komischen Steinstelzen umwehte stets der Hauch des Pixelhaften (und auch wenn man die Idee der wachsenden Kristalle aus dem Donner-Film übernahm, funktioniert das Prinzip hier leider gar nicht. Es ist eine Sache sich per Kristallwurf die Festung der Einsamkeit zu bauen, aber generell zu erklären diese Kristalle lassen lassen egal wo man sie hinwirft hässliche Steinformationen wachsen, geht etwas an der ursprünglichen Idee vorbei).

    Die Flugszenen mit Supi sind routiniert gemacht, ohne mich wirklich umzuwerfen. Die Rettung eines Space-Shuttles und Flugzeugs ist ebenfalls Effektkino nach Schema F. Entfesselte Kamera, die schwerelos umhersaust und dadurch jede Gravitas oder echte Bedrohung verschwinden lässt. Bessere Effekt-Regisseure wissen, daß etwas dann wirklich bedrohlich und gefährlich aussieht, wenn man das gefühl hat eine echte Kamera habe das Geschehen eingefangen, reale Kamera-Bewegungen unterstreichen den Realismus. "Pirates of the Caribbean 2" hat das sehr schön vorgeführt. Trotz massiven Computereinsatzes wirken die Szenen erdverbunden und strahlen etwas handfestes aus, was man bei den meisten Renderorgien vermisst.

    Superman bildet da keine Ausnahme. Singer könnte wie viele andere mal lernen, daß eine gezielt eingesetzte entfesselte Kamera sehr effektvoll sein kann. Nutzt man sie in Actionszenen aber im Übermaß wird es langweilig und nutzt sich sehr schnell ab.

    Wie bewerte ich das ganze jetzt? Schwierig. Er hat ein paar unterhaltsame Momente, er bietet ein paar gute Gags, meist durch Jimmy Olsen oder Lex Luthor. Er hat ein ganz drolliges, wenn auch unglaublich unlogisches Klavierduett zwischen einem Handlanger und Supermans Sohn zu bieten und eine handvoll Effekt-Shots die ganz okay sind (die Pistolenkugel die am Auge abprellt ist zugegeben ganz schick).

    Auf der anderen Seite nervt er mich mit holzschnittartiger Charakterzeichnung, Figuren ohne Eigenleben, vielen Momenten die eher in eien Telenovella passen, als in einen Superheldenfilm und einer unausgegorenen Dramaturgie, die das Tempo ein ums andere Mal gewaltig ausbremst, respektive zum Stillstand bringt.
    40 Minuten weniger hätten dem Film ganz sicher gut getan und der Story die dringend notwendige Straffung verpasst.

    Fans mag der Film gefallen, Normalgucker wurden im Kino nach dem hinausgezögerten Ende wie ich beobachten durfte schon unruhig. Nach dem eigentlichen Showdown geht der Film nochmal eine viertel Stunde weiter. Unnötige Kitschmomente und Krankenhausseriendrama.

    Mich hätte trotzdem ein Superman von Tim Burton, McGee oder Kevin Smith, die beide Ende zu unterschiedlichen Zeiten an dem Projekt gearbeitet haben, mehr interessiert als dieser letztlich doch recht aufgeblasene Familientherapiefilm mit zuviel Pathos und Jesus-Symbolik.

    Was immer Bryan Singer am alten Richard Donner Film so verehrt, dessen leichtfüssige, humorvolle Erzählweise, die Pathos vermitteln kann ohne schmierig zu wirken, geht ihm in diesem Film leider ab.

    PS: Sah Supis Cape wenns nass wurde immer schon aus, wie eine alte Pelerine oder Zeltplane?

    Wer einen sehr unterhaltsamen Abriß der Story der bisherigen Supermanfilme lesen möchte, unter besonderer Berücksichtigung des berüchtigten vierten Teils, der darf HIER weiterlesen.

    Die Klassischen Supermanfilme im Doppelpack bei Amzon kaufen? Na los es lohnt sich!

    Von Batz am 17, 8, 2006 um 1:56 in CineBatz | 2 Kommentare »

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    2 Kommentare zu “Letztes Lichtspiel: Superman Returns”

    1. andreschneider Sagt:

      Der Supermann ist ja wirklich in aller Munde. Bryan Singers Rückkehr zum Independent-Kino war ja auch lang ersehnt. *kicher*

    2. Christine Sagt:

      Viiiiiel Text, aber gut geschriebene Kritik.
      Die Schauspieler fand ich richtig klasse. Lex Luthor war echt überzeugend.
      Gruß
      Christine

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