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    The long goodbye

    oder: Der langsame Abschied des Ulrich W.

    Irgendwann im Herbst letzten Jahres sah ich Ulrich Wickert mit seinem designierten Nachfolger, dessen Namen mir partout nicht einfallen mag, in einer dieser belanglosen ARD-Talkshows. Pilawa, Kerner (ach nee der ist ja ZDF), Beckman oder sowas. Und da wurde darüber geredet, daß er ja nun BALD aufhöre und wie er sich dabei fühle.

    Fast hatte man den Eidnruck, der arme Mann habe nur noch kurze Zeit zu leben, so behutsam wurde da nachgefragt. Wie er denn seine verbleibende Zeit noch gestalten werde und ob er sich denn für seinen Abschied schon etwas überlegt habe.

    Na gut dachte ich, das wars dann. Wickert haut in Sack und verreist auf die schlesischen Antillen. EIn bißchen Sympathie schwang bei mir auch mit, denn es gab immer viel schlimmere als Wickert und von seinem Moral-Lehrer-der-Nation-Trip war er ja schon eine Weile wieder runter.

    Irritierend fand ich es in den Folgemonaten jedoch, daß ich immer wenn ich mal in die Tagesthemen stolperte, immernoch uns Uli dort hocken sah.

    Sein designierter Nachfolger, dessen Name mir immer noch nicht einfallen mag, wanderte währendessen mal hier und dort in ARD und regionalprogramm durchs Bild. Wirkte unruhig und ein bißchen hibbelig. Wie jemand der dringend mal muß und drauf wartet, daß die Toilette frei wird.

    Die Monaten zogen ins Land, immer wenn über Wickert geredet wurde, dann hörte ich es wieder: "Der hört ja jetzt bald auf." Geflüstert in diesem Ton, wie lange hat er dennnoch. Und dann vergingen wieder Wochen und Wochen und Uli machte keine Anstalten sein letztes "Das Wetter" zu sprechen.

    Letzte Woche sollte nun eine Abschiedsdoku, so eine Art Nachruf bei lebendigem Leibe, in der ARD laufen. Kam aber nicht, statt dessen wieder irgendeine hastig zusammengeschusterte "Böse Terroristen werden uns alle in den Tank pinkeln"-Phobomentation, die die Bürger in Panik versetzen soll.
    Ich fragte mich langsam ernsthaft ob Uli vielleicht anfängt Bomben zu schmeißen, nur um seinen Abschied rauszuzögern.

    Ich wurde auch erinnert an diese Situationen im Bus, über die ich schonmal geschrieben hatte, wo man sich von einem Bekannten verabschiedet und der Bus dann an einer Ampel hält und man ungelenk nicht weiß wie man reagieren soll.  Eigentlich hätte er längst weg sein sollen. Man sagt ja auch nicht "Ciao" wenn man grade auf eine Party kommt. Oder "Machts gut", wenn man weiß, daß der Mietvertrag noch ein Jahr läuft.

    Wirklich ich wünsche Uli nichts böses, soll er einen schönen Ruhestand haben und sowas alles, aber verdammte Axt, wer monatelang seinen Abtritt lanciert, der sollte irgendwann auch einfach mal gehen. Sonst hat wirklich keiner  Lust mehr ihm Tschüss zu sagen.

    Und jetzt… Das Wetter.

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    Von Batz am 28, 8, 2006 um 1:45 in MediaBatzBits | 1 Kommentar »

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    Ein Kommentar zu “The long goodbye”

    1. Simon Sagt:

      Am Donnerstag ist aber endgültig Schluss mit dem gewickere, dann kommt Tom Buhrow (aha!). Immerhin nicht Mr. Gerhard ‘Ja Herr Netzer’ Delling, da gab es schlimme Gerüchte diesbezüglich.

      (tagesschau.de präsentiert den Uli übrigens nochmal in Flash und nennt es “Multimedia-Box”, bei Interesse hier klicken.)

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