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    Das kleine Laienspiel – Faktion im ZDF

    Wenn Eltern zu Schultheateraufführungen gehen, wissen sie meist, was sie erwartet. Drollige Kinder die steif ihre Texte runterleiern, oftmals in Stücken die gut gemeinte Botschaften vermitteln, was aber auchnicht darüber hinwegtäuscht, das das ganze so spannend ist wie Taschentücher batiken.

    Das ZDF hat die schöne Tradition des Laienspiels jetzt zu Herzen genommen und strahlt sowas zur besten Sendezeit aus. Und da man genau weiß, das man als Seniorensender und Schnarchanstalt berüchtigt ist, macht man den offensichtlichsten Witz gleich selbst und dreht ein Fernsehspiel mit dem “provokanten” Titel “Aufstand der Alten“. Immerhin ist die Gerontisierung der Republik ein “Hot Topic” und bestimmt wird es einem zu Gute gehalten, wenn man sich für die Probleme der Zielgruppe einsetzt.

    Und so dürfen in einem, mit einigen Aufwand auf futuristisch getrimmten Mockumentary-Filmchen, entzückende Laienschauspieler, angeführt von der schreiend unglaubwürdigen Bettina Zimmerman als Reporterin des Offenen Kanals, putzig-ungelenke Sätze aufsagen, die etwa halb so spritzig und spontan rüberkommen wie die Podcasts von Frau Merkel.

    Natürlich ist die Stoßrichtung und Auflösung dieses Trauerspiels von vornherein klar und etwa so subversiv wie ein Aufklärungsfilm im Schulfernsehen, dennoch befindet man es im ZDF so wichtig, daß man sogar noch eine Sondersendung an das Elend anschließt: “Die Alten Republik”. Darin geht es nicht um die Führungsriege des Zweiten mit den vielen Dritten im Mund, sondern ebenfalls um die Zielgruppe. Und man ist ganz Stolz auf das neue Format der Doku-Fiktion. Damit verbindet man die klassischen Stärken des ZDF: So haarsträubend schlecht geschauspielert wie die Spielszenen bei “Aktenzeichen XY” und so spannend wie “Der Alte“.

    Interessant an der Sache ist, das die Mitwirkenden sogar freiwillig ihre Namen nenne und anscheinend wirklich glauben ihre Moralingesäuerte Schulfernseh-Variante würd auch nur eine alte Sau hinterm Ofen hervorlocken.

    Das man fiktive Dokumentationen auch wirklich exzellent inszenieren kann, zeigt sich wieder einmal in Großbritannien. Der Film “Death of a President” der ein Attentat auf George W. Bush und dessen Auswikrungen auf die Weltpolitik zeigen, wirkt zu keinem Zeitpunkt an den Haaren herbeigezogen, belehrend oder peinlich.

    Die Mainzelmänner bringen hingegen gewohnt biederes Kaschperltheater, das wohl nur diejenigen zum Nachdenken bringen wird, die die letzten zehn Jahre eh im Koma gelegen haben.

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    Von Batz am 16, 1, 2007 um 20:44 in MediaBatzBits, TagesBatz | 3 Kommentare »

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    3 Kommentare zu “Das kleine Laienspiel – Faktion im ZDF”

    1. dauni Sagt:

      Bin dabei eingeschlafen. Dachte schon, dass läge an meinem Alter. Wirkt als Schlaftablette hervorragend.

    2. docflo Sagt:

      Ach, das war fake?

    3. Heiko Sagt:

      Wenn es denn ein Kasperltheater wäre. Zum Thema Demografie und Schleichwerbung im 2DF gibt es auf den Nachdenkseiten schon so einiges zu lesen. Allein nur heutige Artikel zu den gestrigen Sendung(en!) hat es in sich:

      nachdenkseiten.de/?p...

      Normalerweise wünsche ich immer viel Spaß beim lesen, aber da bleibt einem das Lachen im Halse stecken.

      Grüße.

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