Vor einem Jahr…
No More Moore?
Irgendwann fand ich ihn mal richtig klasse.
“Roger & Me” ist oberflächlich betrachtet eine fantastische gemachte und fesselnde Dokumentation, die nicht nur wichtige Fragen stellt sondern auch gut unterhält. Vorausgesetzt, man glaubt der Darstellung Michael Moores.
Spätestens nachdem ich vor einigen Jahren über einige Ungereimtheiten in seinem “Bowling for Columbine” stolperte, die der dicke Dokumentarfilmer auch nicht völlig wegerklären konnte, war meine Begeisterung für Michael Moore dahin. Sein Predigerhafter Tonfall, den er in seinen Filmen und Büchern anschlägt, die penetrante Selbstinszenierung hinter denen die Themen zu verschwinden drohen, die emotionalisierung dort, wo oft eher nüchterne Fakten gefragt wären, daß alles macht seine Werke fragwürdig, auch wenn man mit seinen Zielen sympathisieren mag.
Eine neue Dokumentation zeigt jetzt im Detail, welche gestalterischen Freiheiten sich Michael Moore in seinen “Dokumentarfilmen” genommen hat: “Manufacturing Dissident”
Hier ein Beitrag der 3Sat Kulturzeit zum Film.
[via: Messenger-Tipp von Julian]
Von Batz am 4, 5, 2007 um 17:22 in CineBatz, MediaBatzBits | 5 Kommentare »___________________________________________________________________________
5 Kommentare zu “No More Moore?”
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05. Mai 2007 at 1:17
Ja, Moore ist ein zweischneidiges Schwert. Trotzdem finde ich die Kritik an ihm etwas übertrieben. Im Endeffekt bedient er sich ja nur der Mittel der amerikanischen Massenmedien, allen voran FOX News, die ebenfalls sehr einseitig berichten und es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Auch hier findet sich immer ein predigerhafter Tonfall etc, trotzdem erreichen solche Infotainment Sender über 90% der Amerikaner und stellen für viele die einzige Informationsquelle dar.
Moore macht dasselbe nur eben auf der anderen Seite und schafft so meiner Meinung nach wenigstens ein Gegengewicht. Unterhaltsam sind seine Filme meiner Meinung nach jedenfalls und wenn man sich bewusst darüber ist, was man von Moore serviert bekommt stören mich auch solche Übertreibungen und “Halbwahrheiten” nicht sonderlich.
05. Mai 2007 at 1:25
Ich will nicht angelogen werden.
Don’t do the right thing, for the wrong reasons.
Ich will mich nicht instrumentalisieren lassen, weder von Herrn Moore noch von Fox.
Wer bewusst die Wahrheit verfälscht ist unglaubwürdig. Man kann nicht in OUTFOXED die Propaganda von Murdoch kritisieren und dann sagen, ja aber wenn unsere Seite lügt ist das okay.
05. Mai 2007 at 3:57
Schon eine ziemlich üble Sache, dass Michael Moore so derartig die Wahrheit zu seinen Gunsten vedreht! Ich hatte ihn immer als seriösen, wahrheitsaufdeckenden Dokumentarfilmer betrachtet. Zumal er es einem ja auch leicht macht die Dinge zu glauben, die er in seinen Filmen behauptet. Schade. Werde jetzt in Zukunft etwas kritischer seine Aussagen uner die Lupe nehmen.
05. Mai 2007 at 15:12
Der 3SAT-Beitrag ist aber auch nicht minder polemisch. Moore hat manches definitiv schlecht recherchiert, besonders in “Fahrenheit”, aber im Kern macht das die Probleme, auf die er mit manch Verbiegung hinweist, auch nicht besser. Seine Methoden mögen zweifelhaft sein, das Ziel aber ist genau richtig. Somit verschwendete Energie, einen Film darüber zu machen, wie sehr Moore nun sauber arbeitet oder nicht.
05. Mai 2007 at 15:21
Es geht dem Film nicht darum zu bestreiten, ob Moores Ziele ehrenwert sind oder nicht, sondern seine Methoden zu kritisieren.
Wer mit nachweisbaren Lügen und Manipulationen für eine gute Sache eintritt, der schadet der Sache.
Nur weil man Moore politisch vielleicht näher steht als Bush, sollte er keinen Freibrief bekommen die Wahrheit nach seinem Bilde zu formen.
Es geht ja nichtmal um “schlecht recherchiert” es geht um bewusste Lügen und Manipulation. Das ist Propaganda und darauf kann ich verzichten. Polemisch darf man sein, aber dann muß man wenn behauptet einen Dokumentarfilm abzuliefern bei der Wahrheit bleiben.