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Karla im Koma – Die Blog-Soap Teil 1

Karla im Koma

Die Quoten von Verlebt in Berlin sinken. Das US-Remake “Ugly Betty” wurde abgesetzt und “Alles was zählt” dümpelt auch irgendwie dahin. Dafür haben Blogstöckchen-Konjunktur. Die Zeit ist also reif für eine neue große Soap, eine Telenovella die alles andere in den Schatten stellen soll. Und wer wäre besser geeignet sie zu schreiben als die Blogosphäre?

Darum wird hiermit heute “Karla im Koma” gestartet, die erste Blog-Soap bei der niemand wirklich niemand weiß wie sie ausgeht.

Die Idee:

Im Stile einer Round-Robin-Story sollen mit euch zusammen exakt 14 Folgen einer Soap entstehen. Diese 14 Folgen bilden die erste Staffel. Wenn das ganze Erfolg hat, kann man über eine zweite Nachdenken.

Die Regeln:

-Die erste und letzte Folge der Staffel werde ich schreiben.

-Alle anderen Folgen sollen von anderen Bloggern geschrieben und in deren Blogs veröffentlicht werden. Jeder darf nur eine Folge schreiben.

-Jede Folge sollte nicht kürzer als eine und nicht länger als 2-3 Bildschirmseiten sein. Die Länge der ersten Folge, kann als grobe Richtlinie angenommen werden. Aber keine Angst, so eng wird das nicht gesehen.

-Jede Folge verlinkt auf das erste Kapitel, auf das vorhergehende und, sobald es geschrieben ist, auf das Folgekapitel, damit sich die Leser von Blog zu Blog durch die Geschichte klicken können.

-Jedes Kapitel trägt einen Titel im Format: “Karla im Koma Folge X: EPISODENTITEL”

-Jeder Autor darf die Story nach Belieben weiterspinnen, aus dem Figurenpool schöpfen, eigene Figuren hinzuerfinden und sich beliebiger Kunstgriffe typischer Seriendramaturgie bedienen. Vermieden werden sollte allerdings, daß man mißliebige Geschehnisse aus vorangegangenen Episoden einfach ungeschehen macht, jeder Autor soll versuchen die Story aufbauend auf dem Vorangegangenen weiterzuführen. Rein destruktive Ansätze a la “Ich lass jetzt mal alle Figuren sterben” können dazu führen, daß das Kapitel neu ausgeschrieben wird.

-Eine Liste aller Kapitel mit den Links zu den jeweiligen Blogs wird regelmässig bei Erscheinen eines neuen Kapitels hier veröffentlicht.

-Wer mitschreiben möchte darf sich hier in den Kommentaren melden. Dabei gilt, der erste der sich meldet und verbindlich zusagt, weiterschreiben zu wollen, darf das nächste Kapitel verfassen. Sobald es veröffentlicht ist, darf wiederum der erste Kommentator der sich bei ihm meldet weiterschreiben. Dadurch weiß man immer nur wer die kommende Folge schreibt, aber nie wie es danach weitergeht.

-Ca. eine Woche nach der Anmeldung sollte die neue Folge online stehen. Wenn nicht wird sie erneut ausgeschriebn und jemand anderes darf sein Glück versuchen

-Sollte das ganze funktionieren, kann man sich für Folgestaffeln dann erhöhte Schwierigkeitsgrade wie mehrere Storyverzweigungen und Varianten vorstellen. Dann könnte es ausgehend von Folge 1 mehrere Folgen 2 geben oder es werden die Erlebnisse zweier Hauptfiguren in getrenntern Perspektiven beschrieben, die dann der nächste Autor wieder zusammenfügen darf. Aber gucken wir erstmal, wie die erste Staffel läuft.

Die Figuren:

Karla Bock
sie ist eine 43jr Lottobudenbesitzerin aus Köln. Beim Rosenmontagszug wird sie von einer unglücklich geworfenen Kamelle hart am Kopf getroffen und fällt dadurch in ein tiefes Koma. Sie liegt seitdem im St. Christiansen-Stift in einem permanenten Dämmerzustand. Die Ärzte wissen nicht wann ob und wann sie je wieder aufwachen wird. Karla ist verwitwete Mutter von drei Kindern. Pascal, Janine und Tombola.

Pascal Bock

Der 15jr jüngste Sohn von Karla, er geht auf die Edgar von Bödefeld-Realschule und ist grade in seiner rebellischen Phase.

Janine Bock
Die 21jr älteste Tochter von Karla. Sie arbeitet in einem Call-Center und wird von ihrem Ex-Freund Patrick belästigt.

Tombola Bock
Das 18jr Sorgenkind der Familie. Tombola leidet unter ihrem übergewicht, ihrem Überbiss und ihrem überwältigenden Körpergeruch. Sie macht grade ein Praktikum im Kindergarten.

Joachim Bock
Karlas Mann, 46, er war Handelsvertreter und kehrte von einer Dienstreise nach Schwaben nie zurück. Karla ließ ihn nach zwei Monaten für tot erklären.

Tante Wachtel
Eine Schwester Karlas die ein Fusspflege-Studio hat. Sie ist 48 und kleidet sich wie 22.


Dr. Werner Tannenbaum

Karlas behandelnder Arzt.

Schwester Uta
Die joviale, gutgebaute Krankenschwester, die sich um Karla kümmert

Ernst Werner
Präsident des Karnevalsvereins Rot-Braun von 1995. War er es, der die verhängnisvolle Kamelle warf?

Patrick Wagenschneider
Der 19jr ist unsterblich in Janine verliebt und kann ihre Trennung nicht akzeptieren.

Alfons Töler
Ein zwilichtiger Versicherungsvertreter.

Und jetzt gehts los…

KARLA IM KOMA – Folge 1 – Der Unfall

Was für ein dickes Konfetti
, dachte Karla noch, als die riesige Kamelle auf sie zusteuerte.
Die gutgelaunte Frau hatte ihr kleines Lottobüdchen ausnahmsweise geschlossen, um wenigstens in diesem Jahr den Rosenmontagszug mitzuerleben. Sie hatte nicht viel im Leben und das ausgelassene Treiben der Jecken gehörte für sie immer zu den Höhepunkten des Jahres.
Es gab ein hohles Plock! als die mit Wucht geschleuderte Kamelle sie an der Schläfe erwischte und aus dem Gleichgewicht warf.
“Pass up, Mama!” hörte sie Tombola noch mit der ihr angeborenen Verspätung rufen. Dann wurde es schwarz um sie.

***

Beständiges Piepen dominiert Karlas Welt. Ob sie noch etwas mitbekommt was um sie herum passiert? Die Ärzte, die Schwestern die ihr Zimmer betreten und wieder verlassen? Ob sie etwas hört? Ob sie ihre Kinder sieht, die ratlos ihr Bett umstehen?

“Mama?” Tombola schneuzt sich abermals mit lautem Tröten. Pascal richtet sich seine Frisur und verdreht die Augen.

“Sie ist die letzten drei Wochen nicht aufgewacht”, murmelt der 15jr. “Die Ärzte sagen, es kann Monate dauern bis sie wieder zu sich kommt. Jetzt hör endlich auf an Mamas Schulte zu ruckeln, sonst fällt sie wieder aus dem Bett!”

Janine steht schweigend am Fenster und ignoriert den Zwist ihrer Geschwister. Sie als Älteste muss jetzt die Verantwortung tragen. Wenn sie doch nur wüsste, wo ihre Mutter die PIN für ihre EC-Karten aufbewahrt, wäre viel gewonnen. Auch das Testament hatte sich immer noch nicht angefunden.

“Ich hab son Hunger!” quengelt Tombola und wirft einen sehnsüchtigen Blick auf die Pralinenschachtel der Frau im Nachbarbett. Grade als sie ihre Hand ausstreckt, betritt ein Mann im blutverschmierten Arztkittel mit Gesichtsmaske den Raum.
“Sind sie die Angehörigen von Frau Bock?”
Janine wagt kaum sich umzudrehen. Sie nickt nur stumm.
“Ich muß ihnen eine traurige Mitteilung machen…” Der Arzt schaut Karlas Kinder nachdenklich an.
“Was?” Tombola steckt mit zitternden Fingern eine Praline in den Mund und hockt sich, als ihr die Beine nachgeben aufs Bett der Nebenpatientin, die leise aufstöhnt.
“Was ist es…?”

***

Britt Wachtel schaut mißmutig auf, als ein Schatten ihr Blickfeld verdunkelt. Seit mehreren Wochen vernachlässigt sie nun schon ihr Fußpflegestudio um den Kiosk ihrer Schwester zu betreuen. Statt wohlsituierten Geschäftsleuten den Horn von den Hufen zu schaben, muß sie hier die Träume des Proletariats bedienen. Zeitungen. Bier. Lottoscheine.
Lotto Lotto Lotto. Sie kann das Wort schon nicht mehr hören. Noch will sie die Kegelbrüder -Tippgemeinschaft bedienen, die ihren Systemschein abgeben und doch nie mehr als drei Richtige abräumen.
“Ist Karla da?” Der Schatten spricht zu ihr.
“Bidde?”
“Ist Karla da… ich muss wissen wie es ihr geht!”
Britt versucht einen Blick unter die Hutkrempe des Mannes zu erhaschen, doch sein Gesicht bleibt verborgen.
“Sie ist immer noch im Krankenhaus, weil ihr irgendsone Pfeife eine Packung zusammgeklumpte Kamellen an Kopf geworfen hat.”
“Oh.” Der Schatten zögert. Dann schiebt er einen Briefumschlag durch das Kioskfenster. “Bitte.. geben Sie ihr das, wenn sie aufwacht.”
Bevor Britt etwas erwiedern kann, verschwindet der Mann im Gedränge einer Demonstration gegen die Erhöhung von Hartz IV.

***

“Patrick ich kann jetzt nicht reden. Ich hab dir gesagt es ist aus!” Janine schaltet das Handy aus und schaut sich im Wartezimmer des Krankenhauses um. Sie denkt noch immer an die Worte des Arztes. Wie war das möglich? Wieso hatte ihre Mutter ihnen nie etwas davon gesagt?

Als sie sich zu ihren Geschwistern umwenden will, stellt sie fest das beide Verschwunden sind. Vom Ende des Flures sind Schreie zu hören.

Janine beginnt zu rennen.

ENDE FOLGE 1

So und jetzt seit ihr dran.

UPDATE: Zu Teil 2 gehts HIER

Updated: 24, 6, 2007 — 21:11

15 Comments

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  1. sehr interessantes und lustiges projekt!

    wie viel zeit darf man sich denn lassen, um nach der Ankündigung in den Kommentaren die Geschichte zu schreiben?

    lust hätte ich schon :)

  2. Gute Frage und eine die eine Regelergänzung wert ist. Um dem ganzen eine gewisse Kontinuität zu geben die an ein Serienformat erinnert, leg ich jetzt mal fest: Eine Woche nach der Ankündigung muß die neue Folge im Netz stehen, sonst wird sie neu ausgeschrieben. (Verzögerung plus 1-2 Tage sind aber okay).

  3. Ich will auch mitmachen!

    Ich würde Folge 4 übernehmen. Das würde mir zeitlich in den Kram passen (Anfang nächster Woche), weil ich übers Wochenende nicht da bin..

  4. hmm, ist schon verdammt kurz, wenn man eine soap richtig schön ausschmücken will.
    aber an sich würd ich auch gerne ne episode schreiben:-)

  5. Erstmal an alle: Schick das ihr mitmachen wollt und ich freu mich drüber. Aber nochmal kurz zu den Spielregeln, die nächste Folge wird immer im Blog entschieden, daß die aktuelle Folge veröffentlicht.

    Also Spielstand bisher. Felix hat jetzt eine Woche Zeit die nächste Folge zu schreiben und bei http://www.xiel.de/ zu veröffentlichen. Wenn sie nicht bis allerspätestens nächet Woche Samstag online ist, wird sie neu ausgeschrieben. Wenn Sie bei ihm online geht, kann man sich dort bei ihm eintragen für Folge 3… und so weiter :)

    Und den aktuellen Stand der Dinge und wo die aktuelle Folge zu finden ist gibts immer hier :)

  6. Ah, ist doch nicht kompliziert! Einfach jeden Tag bei Felix reinschauen und gucken, ob er weitergeschrieben hat. Wenn ja, dann bei ihm anmelden und weiter geht’s..

  7. Pingback: xiel.de
  8. Hello.
    :) reflects the couple’s low-key approach to their royal connections.
    Bye.

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