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Heteros hassen..?

Stefan schreibt einen sehr anschaulichen Artikel, in dem er auf die verlogenen Reaktionen der Rechtsaussen Verlautbarer von “Politically Incorrect” hinweist.

Danach entzündit sich in 106 Kommentaren eine hitzige Diskussion, die ich in der Form eigentlich eher aus amerikanischen Foren gewohnt bin. Dümmlichkeiten die ihresgleichen suchen und Aussagen, die man schon vor zwanzig Jahren in der Mottenkiste ignoranter Hirnspender-Rhethorik verschütt geglaubt wähnte.

Hier wird rausgekotzt was man an halbverdautem grade que sitzen hatte. Ob nun eine Schmähung und Beschimpfung Volker Becks als Pädophiler und Schwuchtel als “berechtigte Kritk” eingestuft wird oder sich jemand nicht entblödet zu sagen: “Homosexualität abzulehnen bedeutet nicht zwangsläufig, auch Homosexuelle abzulehnen.”

Genau. Heterosexualität abzulehnen, würde auch nicht bedeuten, daß man Heteros ablehnt.

Und Menschen mit schwarzer Haut zu hassen, bedeutet auch nicht das man Schwarze ablehnt.

Als jemand, der in einem weitgehend liberalen und akzeptanten Umfeld lebt, ist es dann doch immer mal wieder interessant Volkes Stimme zu hören.

So als kleinen Realitätscheck vor der CSD-Saison, ehe man wieder auf die Idee kommt, daß es nichts mehr zu erkämpfen gibt.

PS: Der Tanz um Politically Incorrect, bis vor einer Weile auch noch eine der empfohlenen Seiten von Henryk M. Broder, geht hier in den Kommentaren bei Spreeblick weiter.

Updated: 29, 5, 2007 — 16:41

10 Comments

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  1. Ich bin so frech, und verweise hier nochmal auf den dort von mir ebenfalls schon zum besten gegebenen Lesetipp. Gerade die “Sünde hassen, aber den Sünder lieben”-Schiene begegnet einem leider immer wieder und viel zu oft. (Und wenn dich der Link stören sollte, kill den Kommentar bitte einfach.)

  2. die heftigkeit der diskussion in stefans blog hat mich dann doch überrascht. scheint so, als ob ich aus meinem pinken traum aufwachen sollte. ein prosecco weniger auf der nächsten pride parade – lieber mal ein politisches banner tragen.

  3. Meine Meinung, Teil 1: nimm die Parade doch gerne als Spaß und Präsenz-Veranstaltung mit. Feier, trink den Prosecco, sei da!

    Ich empfinde es als wahnsinnig toll, dass man das ganze so als Party mitnehmen kann, ohne sich viele Gedanken drum machen zu müssen. Wäre die Parade nicht zumindest (wenn auch als Karneval) schon sehr weit angekommen, ging das nicht.

    Andererseits droht sie auch, zu reinen Spaß – bzw. reinen Kommerzveranstaltung zu werden. Obwohl noch viel zu tun ist, und gerade die Straßenfeste auch immer noch viel politische und gesellschaftliche Inhalte als Hauptanliegen haben…

    Da bin ich dann sehr hin- und hergerissen, auch wegen der akuten Situation des Kölner CSD.

  4. Bitte nicht falsch verstehen: Manchmal bin ich froh, daß ich das Internet eher zur Unterhaltung nutze und daher über die Umtriebe von Dunstkreisen wie dem um das PI kaum etwas mitbekomme, wo ich doch aufgrund meines Studiums (Semitistik, Kommentar: “Na, gehst Du jetzt auch mit den Arabern Bomben bauen?”) bereits so im echten Leben ständig solchen Diskussionen ausgesetzt bin, zumal einige Individuen in meinem persönlichen Umfeld auch nicht verbergen, wes Geistes Kind sie sind.
    Letztlich ist es egal, ob es um den Islam (“Das sind doch alles Terroristen”), Schwule (“Das sind doch alles Kranke/Perverse”), Kleidung und Lebenseinstellung (Als ich noch Dreadlocks hatte, mußte ich mir von meinem Vater sagen lassen, die müsse man mir mitsamt der Kopfhaut abreißen, damit ich wieder zur Vernunft käme und dann mit Perücke wie eine “anständige deutsche Frau” auszusehen.) geht, anderen das Recht einzuräumen, zu leben wie sie es für richtig halten, scheint zuviel zu sein für schlichtere Gemüter.
    Jede Entgegnung wird als unzumutbare Provokation aufgefaßt, was letztlich auch ein Hinweis auf den Ursprung dieser Verhaltensweisen ist: uneingestandene Angst vor der eigenen Dummheit, die einem die Welt so groß und gefährlich erscheinen läßt, daß man eben “aufräumen” muß … anfangen kann man ja gleich mal bei dem Mädel, das es wagt, einem verschleierten türkischen Mädchen in der Bahn beizuspringen, die von einem wüst pöbelnden Alten angeschrien wird, solche *** hätten in Deutschland nichts zu suchen. Ich hab mir dabei letzten Sommer von dem Alten zwei Ohrfeigen eingefangen, ws soll’s, immerhin hab ich nicht die Klappe gehalten, so wie 40 andere Leute im Abteil.
    Das macht einen fassungslos, wütend, manchmal ohnmächtig.

  5. “anderen das Recht einzuräumen, zu leben wie sie es für richtig halten, scheint zuviel zu sein für schlichtere Gemüter.”

    Hab ich kein Problem mit. Solange dieses “Leben wie sie es für richtig halten” nicht bedeutet, daß sie von mir einfordern, ich müßte auf ihre religiösen Befindlichkeiten Rücksicht nehmen.

    Als Schwuler ist es in der Tat Fakt, daß ich die Mehrzahl meiner negativen Erfahrungen, seien es tätliche Angriffe, Anpöbeleien, Beschimpfungen usw. durch Mitbürger mit Migrationshintergrund erlebe.

    Wobei mir letztlich egal ist, ob es Christen, Moslems oder Anhänger irgendeiner anderen Religion sind. Ich möchte bitte mit jeder Ausprägung davon verschont bleiben, solange es nicht wirklich so privat ist, daß ich mit dem entsprechenden Moralkodex nicht konfrontiert werde und daraus kein Recht auf besondere RÜcksichtnahme abgeleitet werden.

  6. Batz, dass Anfeindungen vorwiegend von Mitbürgern mit Migrationshintergrund kommen, habe ich selbst schon oft genug erlebt, aber viele meiner schwulen Kollegen (bin Purser bei einer großen Fluggesellschaft) erzählen dagegen, dass sie eher Ärger mit “Deutsch-Deutschen” bekommen. Das zeigt meiner Meinung nach nur, dass man dieses Schubladendenken auch gerne mal beiseite schieben sollte.

    Seiten wie PI sind halt der Bodensatz, das, was man in jeder Dorfwirtschaft am Stammtisch findet. In meinem Heimatdorf wurden vor ca. zehn Jahren etwa 20 Familien Russlanddeutscher (in Ermangelung des pol. korr. Begriffes) angesiedelt, dort hetzt man am Stammtisch jetzt eben gegen das “arbeitsscheue Russengesindel” und nicht gegen die “Musel” wie auf PI.

    Jeder dieser Minderbegabten baut sich sein Feindbild halt danach auf, wovor er gerade selbst am meisten Angst hat. Dabei wäre es so einfach, wenn sich jeder dazu entschließen könnte, Idioten zu verachten, egal welcher Rasse, Herkunft oder Religion. “Ich mag keine Volldeppen!”, das kann man sich doch gut merken.

  7. Das kann ich unterschreiben. Mit den PI-Leuten möchte ich auch nichts zu tun haben.

    Es liegt sicher immer auch dran wo man wohnt. Im Osten wären es wohl wahrscheinlich eher rechte Deutsche, die einem als Schwuppe das Leben schwermachen. In Großstädten wie Berlin, Hannover, Hamburg, München, Köln in denen ich bisher gewohnt hab, sinds halt leider meist Mittrottel mit Migrationshintergrund. Ich verallgemeinere das auch nicht auf jeden, sondern eben auf eine bestimmte Art von Prolls, denen ich gezielt aus dem Weg gehe. Volldeppen eben, bei denen mir im Zweifel auch egal ist wo sie herkommen…

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