Vor einem Jahr…
Batz / Deutsch – Ein Ratgeber
Bisweilen werd ich ja gebeten gewissen batzeigene sprachliche Eigenheiten zu erklären. Damit meine ich nicht nur die gefühlte Kommasetzung und kreativen Satzbau, sondern gewisse typische Wendungen die ich immer wieder gebrauche, sowohl im Gespräch, als auch in meinen Texten.
Hier möchte ich nun eigene dieser Worte erläutern.
Fiep!
Als Gesinnungswombat, habe ich irgendwann begonnen diesen Ausruf als Multifunktionswort einzuführen. Wombats fiepen und können damit eine erstaunliche Anzahl von Gemütszuständen ausdrücken. Deswegen kann Fiep sowohl als gesprochene Interpunktion, als Ausrufezeichen, als empörter Widerspruch, als Zustimmung oder als Nachfrage verstanden werden. Und als Grußformel.
Noch etwas Salz?
Diesen Satz hatte ich schon einmal erklärt, er begleitet mich schon sehr lange und gab auch meiner Stammdomain ihren Namen. Noch etwas Salz? ist ein Satz, den ich anbringe, wenn jemand etwas sehr langweiliges, uninteressantes oder abstruses erzählt. Er suggeriert, daß ich grade überhaupt nicht zugehört habe und weiterreden sinnlos ist. Wahlweise benutze ich auch: “Und im übrigen denke ich Kathargo sollte zerstört werden!” oder neuerding: “Naw, I’m not really into Pokémon.”
Nag Nag
Ähnlich wie Fiep ein Multifunktionswort, meist jedoch als freundliche Begrüssung oder Verbschiedung gemeint. Die Floskel hat ihren Ursprung in einer Chatalberei mit dem Freischwimmer in der es um Enten ging die plötzlich die Gewalt über die Tastatur übernommen hatten und ist nicht unwesentlich für meine zunehmende Entensammlung verantwortlich (nicht weiter fragen).
Wumbel(n)
Wumbeln bedeutet sich langsam irgendwo hinzubewegen, sich einzurollen oder einzukuscheln. Es kann aber auch im Sinne von “Ich fühle mich antriebslos und müde” gebraucht werden: “Ich fühl mich ganz wumbelig.” Das Wort wurde von der Art in der Wombats gehen inspiriert. Als Ausruf kann es auch eine agressive Aufforderung sein geknuddelt zu werden: “Jetzt Wumbeln!”
Klöppeln, Mahjong spielen
Eine in meinem Freundeskreis gebräuchliche Umschreibung für ficken. Klöppeln wurde glaube ich von Gerhard Anger geprägt und ich habe dies, wie viele seiner Sprachschöpfungen übernommen.
Creutz! und Zetter!
Auch diese beiden Worte sind mir über Herrn Anger näher gebracht worden. Creutz! als entnervter Fluch, als Feststellung einer unerfreulichen Situation oder Sache und das Zetter mit dem Doppel-T als lautstarkes und engagiertes kritisieren, welches Batzloglesern ja nicht ganz unbekannt sein dürfte.
Wie ich erst jüngst erfuhr entstammen beide Worte ürsprünglich folgendem Gedicht von Andreas Gryphius:
Die Hoelle
Ach! und weh!
Mord! Zetter! Jammer! Angst! Creutz! Marter! Würme! Plagen.
Pech! Folter! Hencker! Flamm! Stanck! Geister! Kälte! Zagen!
Ach vergeh!Tieff’ und Höh’!
Meer! Hügel! Berge! Felß! wer kan die Pein ertragen?
Schluck abgrund! ach schluck’ eyn! die nichts denn ewig klagen.
Je und Eh!Schreckliche Geister der tunckelen hölen / Ihr die ihr martert und Marter erduldet
Kan denn der ewigen Ewigkeit Feuer / nimmermehr büssen dis was ihr verschuldet?
O grausamm’ Angst / stets sterben sonder sterben
Diß ist die Flamme der grimmigen Rache / die der erhitzte Zorn angeblasen:
Hier ist der Fluch der unendlichen Strasse; hier ist das immerdar wachsende rasen:
O Mensch! Verdirb / umb hier nicht zuverderben.
Soviel für dieses Mal aus dem Batz-Sprachstudio. Weitere Fragen zu Bedeutung und Verwendung gewisser Batz-Sätze können vertrauensvoll in die Kommentare gegeben werden.
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Von Batz am 6, 6, 2007 um 9:22 in TagesBatz | 7 Kommentare »___________________________________________________________________________
7 Kommentare zu “Batz / Deutsch – Ein Ratgeber”
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06. Juni 2007 at 11:13
Karthargo?
Erstmal sollte man der UDSSR an den Kragen!
06. Juni 2007 at 11:28
Als Philologin würde ich vorschlagen, die lautmalerischen Wendungen je nach Gemütslage mit Akzenten auszustatten, zum Beispiel “fîêp” für angstvolles Fiepen, “fiép” für aufgeregtes, “fièp” für eher depressives usw.
06. Juni 2007 at 13:56
Unterschiedliche Großschreibung wäre auch noch eine Alternative: Fiep, fIep, fiEp und fieP würden so schon vier Nuancen zulassen.
Wumbel!
06. Juni 2007 at 18:14
kallawutzen.
06. Juni 2007 at 22:49
jetzt verstehe ich
07. Juni 2007 at 8:55
Ich hätte da noch eine Frage zu der Entensammlung…
07. Juni 2007 at 17:11
FIEP!