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    Kompetente DozentInnen: Argh!

    Schon zu meinen Unizeiten hat mich die Inkompetenz was moderne Medien angeht, bei einigen Dozenten, grade bei den etwas jüngeren doch immer verwundert. Man hätte denken könne, daß 20 Jahre nach der Einführung des Videorecorders auch ein Sozialwissenschaftsdozent in der Lage wäre eine solche technische Novität zu bedienen. Leider begann jede Filmvorführung immer mit dem selben Ritual: Fünf Minuten herumgefrickel, dann ein hilfesuchender Blick in die Studentenschaft und der Satz: “Wenn einer von ihnen vielleicht so nett wäre…?”

    Von den Schwierigkeiten die ich hatte um für mein Vordiplom zu den Themen “Perspektiven des Internet” und “Medienwirkungsforschung” geeignete Dozenten zu finden ganz zu schweigen.

    Man mag einwenden, daß es eben Sozialwissenschaftler waren und daß sich diese “Neuen Medien” ja garantiert nicht gravierend auf die Gesellschaft auswirken. Das Leute die ihren Lebensunterhalt damit verdienten seit 20 Jahren “Arbeitermilleus in Hannover-Linden” zu studieren, eben nicht drauf angewiesen sind zu wissen wierum man eine VHS-Kassette in den Player schiebt.

    Ärgerlicher wird es, wenn man wie Manniac an einer Hochschule für Gestaltung studiert, die sich ausdrück Medienkunst in all ihren Ausprägungen auf die Fahnen geschrieben hat. Die direkt neben dem bekannten ZKM residiert in dem immer wieder auch Netzkunst ausgestellt wird, wenn man sich dann von einer Dozentin zu Unrecht eines Plagiats bezichtigen lassen muss, weil die gute Frau einfach zu bescheuert ist, das Netz richtig zu verstehen oder auch nur ihren Kopf einzuschalten, ehe sie giftige Briefe rausschickt und sich vorkommt wie Sherlock Humbug.

    Was war passiert? Manniac hielt im Februar dieses Jahres ein Referat über “Die Geschichte der Montage”, in das er einiges an Arbeit investiert hatte. Weil ihm das Ergebnis gefiel, veröffentlichte er es nachdem er es gehalten hatte auch in seinem Blog.

    Um seinen Schein zu bekommen, legte er das Referat natürlich auch in schriftlicher Form seiner Dozentin vor, die ein paar Änderungen verlangte, welche er auch einarbeitete. Als er dann abermals nach seinem Schein fragte, bekam er statt einer Antwort oder einem persönlichen Gespräch einen Brief.

    Darin stand, daß sie ihm den Schein leider nicht gewähren könne, weil sie durch Internetrecherche herausgefunden habe, das “mehr als 2/3 des Referates” einem anderen Text entnommen seien. Sie belehrte ihn noch auschweifend darüber, das Plagiate ernsthafte Vergehen seien und ihm deshalb Diplome aberkannte werden könnten. Desweiteren empfahl sie im diverse Webseiten mit Texten zum Urheberrecht und doch mal zum Thema zu googeln, damit er sich über die Konsequenzen seines schändlichen Tuns klar würde. Als Beweis hatte Kommissarin Cleverle auch noch Ausdrucke seines Referats und der Seite von der er so dreist geklaute hatte beigefügt.

    Natürlich war das seine eigene Seite.

    Manniac, war völlig entgeistert und suchte das Gespräch um die Sache aufzuklären.

    Nach einiger Überzeugungsarbeit gelang es der Dozentin auch nachzuvollziehen was er meinte. Was tat sie nun darauf? Entschuldigte sie sich etwa wortreich? Bat sie ihn um Verzeihung, weil sie ihm Plagiat unterstellt und ihn einer Straftat bezichtigt hatte? Gestand sie etwa ein, daß sie sich in Grund und Boden schäme, weil sie zu dämlich ist auf einer Webseite das Impressum anzuklicken und das man ihr dafür eigentlich links und rechts eine scheuern müsste?

    Woher denn. Sowas haben Dozenten nicht nötig.

    Sie akzeptierte gnädig, daß Manniac sein Referat selber geschrieben hatte. Sie ignorierte, daß der Text erst NACHDEM er ihn im Seminar gehalten hatte in seinem Blog veröffentlicht wurde (was selbst wenn es ein Plagiat gewesen wäre, wohl drauf hingedeutet hätte, daß der “fremde” Blogger der Plagiator ist), sie ignorierte vollständig, daß sie sich zum Vollhorst gemacht hat und den Ruf eines Studenten geschädigt hat, der bereits von anderen Professoren auf sein “Schandtat” angesprochen wurde.

    Sie verlangte stattdessen noch einige weitere Ergänzungen und rüffelte ihn, er solle doch gefälligst angeben, wenn er das im Netz veröffentlichte habe.

    Und nur dann, ist sie wohl so gnädig endlich mit dem verdammten Seminarschein rauszurücken.

    Als Lehrkraft an einer Uni für Medienkunst muss man sich mit den den winzigsten Grundlagen des Internets nicht auskennen. Man kann doof herumklicken, sich dabei supersmart vorkommen und noch meinen, man dürfe einem dummen Studenten mal zeigen wo der Hammer hängt.

    Ich bin sehr froh, daß ich nicht an Manniacs Stelle bin.

    Ich hätte sonst nämlich eine Anzeige wegen Körperverletzung am Hals.

    Von Batz am 13, 6, 2007 um 22:45 in NetMondo | 6 Kommentare »

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    6 Kommentare zu “Kompetente DozentInnen: Argh!”

    1. pulmoll Sagt:

      wtf? *kopfschüttel*

      *sprachlosbin*

      leider bringt eine beschwerde beim herrn sloterdijk vermutlich auch nicht viel…*ts*

    2. malte Sagt:

      ich kann mir die verzweifelung des unglücklichen manniac gut vorstellen. aber immerhin ist eine witzige geschichte rausgekommen dabei.

    3. diaet Sagt:

      Äh. Argh. Ja, immmerhin, Malte. Nicht ganz unrichtig.

    4. pulmoll Sagt:

      das das unglück scheinbar doch so offensichtlich ist, ist verwunderlich

    5. Chilli Sagt:

      peinlich, der arme kerl muß ja eine engelsgeduld haben.

    6. sv Sagt:

      Das ist nicht nur höchst peinlich, sondern auch völlig unverschämt. Wenn mich auf sowas schon Professoren drauf ansprächen, würde ich eine offizielle Richtigstellung bitten bzw. verlangen. Notfalls auch selber schreiben. Solche “Geschichten” haben es nämlich mitunter an sich, in ihrer Verfälschung an einem hängen zu bleiben.

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