Vor einem Jahr…
WProst Mahlzeit, Frau Merkel

Die CDU / CSU zeigt sich düpiert ob des Titelbildes der polnischen Zeitung Wprost, auf dem die Kanzlerette, die Besser-Als-Erwartet-Frau, die “Wir erwägen ernsthaft mal drüber nachzudenken”-G8-Erfolgsvermittlerin, als barbusige Nuckelhupe für die polnischen Kartoffelbrüder abgebildet wird.
Wo liegt das Problem? Nach Jahren der Schmähungen und des Spots wird uns’ Angela erstmals als Frau wahrgenommen und dann ist auch nicht gut?
Näher wurde diese Frau noch nie in die Nähe eines sexuellen Wesens gerückt – und das ist eine viel größere Schmähung als sie hier auf den Leib einer wohlgeformten 21jr zu montieren.
Von Batz am 26, 6, 2007 um 13:55 in MediaBatzBits | 16 Kommentare »___________________________________________________________________________
16 Kommentare zu “WProst Mahlzeit, Frau Merkel”
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26. Juni 2007 at 14:10
“Wir erwägen ernsthaft mal darüber nachzudenken”, das ist ja auch großartig. Wir ziehen in Erwägung, unter Umständen einmal einen Gedanken daran zu verschwenden, ob es sich lohnt, darüber nachzudenken, dass man sich das mal – zwecks Urteilsbildung – näher anschaut. Jenau.
26. Juni 2007 at 18:10
Jemanden nicht in die Naehe eines sexuellen Objektes zu ruecken ist mitnichten eine Schmaehung. Man koennte es vielmehr als eine gewisse Ernsthaftigkeit in der Politik bezeichnen. Aber das ist dann wohl doch etwas zu kompliziert fuer hier…
In diesem Sinne ware es wohl auch zu Viel verlangt zu erklaeren inwiefern sich denn die CDU duepiert zeigt- dem verlinkten Artikel ist das jedenfalls nicht zu entnehmen.
26. Juni 2007 at 18:29
@Theo
Sexuelles Wesen und Objekt sind zwei paar Schuhe. Als asexuelles Wesen wahrgenommen zu werden, empfinde ich durchaus als beleidigend… Und als Frau oder wirklich weiblich wurde Merkel nie wahrgenommen. Die gängigen Formulierungen wie “Das Merkel” sprechen da eine deutliche Sprache und die Comedynummern, die sich an ihrem groben äusseren hochziehen sind Legion. In diesem Kontext wäre der Eintrag dann auch zu lesen, wenn man denn wollte.
Ich hab den Link auf einen deutlicheren Spiegel-Artikel geändert, der die geforderte Erklärung enthält.
Den Hinweis ein paar Ironietabletten zu nehmen oder sich in der Apotheke mal 200gramm Humor geben zu lassen, spar ich mir allerdings, weil er glaub ich angesichts deiner sonstigen Kommentare hier eh wenig bringen dürfte.
26. Juni 2007 at 19:04
WAS bitte ist eine NUCKELHUPE ????
26. Juni 2007 at 19:15
Man stelle sich das alles in umgekehrter Sicht vor… die deutsche Presse beleidigt entsprechend die polnischen Staatsoberhäupter…. da wäre was geboten.
26. Juni 2007 at 19:31
@PS
Im tiefen Tal der Nuckelhupen
Ich dachte das Bild da wäre deutlich…
@Thomas
Gabs doch schon. Die polnische Regieurng hat doch auf den TAZ-Artikel damals noch viel beleidigter reagiert
focus.de/politik/aus...
Wenn man sonst keine Probleme hat, regt man sich eben über sowas auf.
26. Juni 2007 at 19:41
Nur ein Unterschied… Polen will was von uns und nicht umgekehrt. Gespräche einstellen und tschüss
26. Juni 2007 at 20:12
Nuckelhupe kannte ich noch nicht. Ist das Quarktasche 2.0?
Mir fällt es immer schwerer, nicht in allgemeines Polen-bashing zu verfallen. Aber doch nicht wegen dem Tittelbild.
26. Juni 2007 at 22:29
Herrgott, Herr Batz, Sie sind doch Australier: Jetzt seien Sie doch bitte mal politisch korrekt, wa.
27. Juni 2007 at 1:22
Man betreibt kein Polenbashing, wenn man deren Regierungschefs für Flachpfeifen hält. Die beiden stehen ebensowenig für das ganze Volk wie unsere Politvisagen alle Deutschen repräsentieren. Wäre die politische Kaste repräsentativ für die europäischen Völker, könnte man wohl wirklich anfangen über Flächenbombardements nachzudenken.
27. Juni 2007 at 10:18
Das weiß ich, deswegen mache ich sowas ja auch (generell) nicht. Aber es ist inzwischen wirklich verdammt schwer, an den Kaczyninkis & Co. ein gutes Haar zu lassen und nicht irgendwann dem Reflex nachzugeben, deren Wähler und schlußendlich alle Polen über einen Kamm zu scheren. Ich komme darauf, weil der Ministerpräsident Jaroslaw im polnischen Rundfunk sagte “im Nachbarland (gemeint war Deutschland) geschehe etwas `sehr ungutes´ … ich weiß nicht, was er genau damit meinte, aber diese aufkommenden “bashing-Gelüste” sind etwas sehr ungutes. Wenn ich so durch die allgemeine Medienlandschaft blättere, scheine ich nicht als einzige zu fragen Was ist mit den Polen los? Und zu dem Schluß zu kommen, auf solche Nachbarschaft gut verzichten zu können.
27. Juni 2007 at 10:25
Ich will noch anfügen, beruflich über jahre mit polnischen Landleuten zusammen gearbeitet zu haben. Dummerweise bedienten sie zu 90% alle gängigen Klischees und Vorurteile
Natürlich, auch nur ein kleiner Ausschnitt und (hoffentlich) nicht repräsentativ.
27. Juni 2007 at 11:43
@ Batz:
Tja siehste und des is dann etwa genauso gut wie “Das Merkel”, nur eben in der andern Richtung. Wer meint das is n Merkmal das Politiker auszeichnet oder nicht hat einfach eine andere Auffassung von Poltik als ich.*shrug
In diesem Sinne find ich die “deutsche Empoerung” auch recht, naja, halbherzig. N CDU Schreier im Wald, die Bildzeitung, die man aber wohl hoffentlich ignorieren kann bzw. grundsatzlich sollte, aber sonst SZ-Artikel ala “die polnische Presse ist grundsatzlich agressiver” oder eben jener SpOn-Artikel der zwei Absaetze Empoerung bringt um dann den Rest des Artikels mit Erklaerungen von Wprost zu verbringen.
Das “Wir erwaegen ernsthaft drueber nachzudenken” hat zwar mit Polen nichts zu tun ist aber in der Tat herrlich.
@7: I dont get it. Was wollen die Polen den von uns?
28. Juni 2007 at 11:01
ich finde, die politische karikatur ist nur dann wirklich gut, wenn sie frei ist. und wenn wir und auch die jetzt so laut schreienden einst die dänische für i.o. befunden haben, dann kann die polnische ja nun nicht plötzlich verletzend sein. viel lärm um nichts. sommerloch?
28. Juni 2007 at 11:04
wir sprechen gar kein polnisch
ich habe bei mir übrigens zeichnerisch geantwortet!
29. Juni 2007 at 13:31
Ich will hier keine Kollektivschulddebatte eröffnen, aber nur mal darauf hinweisen, daß die Polen nicht vergessen haben, wie sie im 2. Weltkrieg von Deutschen überrannt und plattgemacht wurden. Und wenn sich ihnen nun heute eine Gelegenheit bietet, das fette und viel stärkere Deutschland ein bißchen zu piesacken, ohne dass es irgendwem ernsthaft wehtut, dann ist das doch – ungeachtet reaktionärer Sackgesichter in ihren Regierungsämtern, die wir ebenso vorweisen können, wie Batz schon sagte – völlig nachvollziehbar. Relax.