Vor einem Jahr…
Faggy Reggae
Ich halte es mit der Laid-back tschuggi-Kiff Mucke ja wie mit Liedern der Cranberries. Eins geht, beim zweiten denk ich, muß das sein und beim dritten steh ich auf und trete ein kleines Kind.
Ich hab den Sherrif nicht erschossen und es ist mir egal wer derlei Ambitionen hegt. Ich mag die Attitüde nicht, mir ist schon die Bacardi-Werbung suspekt und auch deutsche Bands mit Reggae-Einschlag wie Seed können mir mal den Schritt shampoonieren.
Wie sagte Sascha Lobo (sinngemäß): Es gibt von allem gute und schlechte Varianten, ausser von Reggae.
Das die musikalischen Heroen dieser alles Easy-Mucke gar nicht so easy drauf sind, wie man ihnen in Europa gemeinhin unterstellt, ist auch schon länger bekannt. Die sehr gute Channel Four-doku “Battyman” enthielt einige sehr erhellende Interviews zu dem Thema, als sich ein schwarzer, schwuler Stand-up-Comedian aufmacht um homophobie in der Black-Community zu untersuchen und dabei letztlich in Jamaika, beim Reggae und den Dancehall-”Künstlern” landet.
Pantoffelpunk hat sich auch damit beschäftigt und fragt sich, warum die vornehmliche lockere, linke und alternative deutsche Reggae-Fan-Szene sich so leicht mit der schwulenfeindlichen Geisteshaltung ihrer Idole abfindet und alles tut das Problem kleinzureden.
Hier gehts zum Artikel. Lesen.
[Linktipp via: Freischwimmer]
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Von Batz am 4, 7, 2007 um 1:29 in MediaBatzBits, NetMondo, QueerBatz | 11 Kommentare »___________________________________________________________________________
11 Kommentare zu “Faggy Reggae”
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04. Juli 2007 at 6:26
Wenn die Revolution kommt und die Leute, die es verdient haben, an die Wand gestellt werden, dann sage ich laut und klar: “Ich fand Reggae schon immer abgrundtief hässlich, lieb-, stil- und glamourlos, hinterhältig, überhaupt sagen diese Frisuren doch schon alles” und siehe, ich werde für meine Aussage Zeitzeugen haben, deren Zahl Legion ist.
04. Juli 2007 at 10:26
Lustigerweise steht in einer Ausgabe der Encyclopedia Galactica, die durch einen irrwitzigen Zufall aus der Zukunft zu uns transportiert wurde, unter dem Stichwort Reggae, daß die Fans dieser Musik die ersten waren, die an die Wand gestellt wurden, als die Revolution KAM.
04. Juli 2007 at 11:10
Was sagt ein Rastafari, wenn sein Gras alle ist?
“Eyy… mach ma einer die scheiß Mucke aus…”
04. Juli 2007 at 11:25
Darf ich?
ich finds schon krass, wie man über ne Band so ablästern kann. Das nennt man scheinbar auch Neid. Sie haben Erfolg und sind gut. Man sollte es Seed gönnen. Ich bin ein Fan geworden ^^ und ich finde die Leute erbärmlich und bemitleidenswert, die so einen Müll auf einer Internetseite veröffentlichen.ey ihr seid echt so erbärhmlich das es schon fast wieder bemitleidenswert istz!!
ich bin raggae fan und bin mega stolz drauf weil du jungs geile musik machen und dazu auch noch hammer aus sehen!!
Sorry musste mal eben sein.Haett echt nicht gedacht, dass Raggae Homophob ist.
04. Juli 2007 at 12:31
Reggae per se ist nicht homophob. Aber wie in jeder Nische gibt es Strömungen, leider auch dort, wo man sie als Unbedarfter kaum vermuten würde.
Die Ras Täffäris, die ihren Ursprung im Glauben an die Heiligkeit des äthiopische Kaisers Haile Selassie sehen, sind genauso Menschen wie alle anderen auch und daher vor Vorurteilen, sinnlosem Haß und Dummheit nicht gefeit. Und nur weil einer selbst einer Minderheit angehört (hier der “Religion” der Rastafaris), ist er leider eben nicht automatisch anderen gegenüber tolerant.
Menschen halt. Hilft reden? Gegen solche Einstellungen kämpfen? Selber mal über die eigenen Vorurteile nachdenken? Hoffentlich.
04. Juli 2007 at 15:58
Reden hilft, so wie dort?
Das mit der Nische und den Strömungen darf arg bezweifelt werden, vielmehr ist Homophobie doch ein Hauptmerkmal wenn nicht des Musikstils Reggae an sich, so doch der Religion und Kultur, aus denen er entstanden ist.
Ich verstehe nicht, was es da nicht zu vermuten gibt. Einfach mal zuhören.
05. Juli 2007 at 12:53
Sehr guter Artikel, vieles war mir unbekannt. Erscheckend. Scheiße, Blogosphäre kills my Reggae-Affinität.
Was sollte ich tun, dieses ‘Getoaste’ versteht man halt einfach nicht…
05. Juli 2007 at 20:11
@ntropie: Ich glaube, dass Du da durchaus etwas verzerrt wahrnimmst. Hauptmerkmal des Glaubens dürfte erstens die Einheit mit der Natur sein. Und so wie es zweitens sehr streng gläubige und eher gemäßigte Katholiken gibt, gibt es auch verschiedene Ausprägungen in der Rastafari-Religion, was sich natürlich auch in den Bands wiederspiegelt.
Ich wüsste – um nur ein Beispiel zu nennen – nicht, dass etwa Groundation je einen schwulenfeindlichen Song aufgenommen hätte.
@Winkel: Es sollte deutlich geworden sein, dass nicht alle so sind. Sei ruhig weiter affin, ich bleibe es auch.
05. Juli 2007 at 20:12
Nur so zum Abonnieren… zu spät gesehen.
05. Juli 2007 at 21:41
Klar, das war sehr verzerrt. Das liegt aber an meiner extremen Aversion gegen jegliche Religion. Und selbstredend sind nicht alle Reggae-Musiker homophob oder sexistisch, deutschsprachige schon gar nicht, denke ich.
Aber auch jeder noch so gemäßigte Katholik muss sich den Vorwurf gefallen lassen, seine Religion sei frauen-, schwulen-, lesben- und wasweißich-feindlich, selbst wenn es ansonsten der liebste Mensch auf der Welt ist.
05. Juli 2007 at 21:47
Ich habe mit Religionen auch NULL an der Mütze, aber wer oder was ist denn eine Religion? Ist der Papst die Religion oder ist die Religion das, was der Gläubige selbern ausübt? Hat der gemäßigte Katholik die Rechtfertigung zu sagen, MEINE Religion ist gemäßigt, denn ich bin gemäßigt? Keine Ahnung. Bin ja nicht religiös.