Vor einem Jahr…
Letztes Lichtspiel: Transformers
“Were you masturbating? “
Originaltitel: Transformers
Herstellungsland: USA 2007
Regie: Michael Bay
Darsteller: Shia LaBeouf, Megan Fox, Josh Duhamel, Rachael Taylor, Tyrese Gibson, Jon Voight

Sam Witwicky (Shia LaBouef) ist ein ganz normaler US-Teenager (das heisst er ist über 20 und hat den Horizont eines 13jr). Alles was er sich erträumt, ist ein eigenes Auto und Sex mit einem Playboymodell.
Wobei man nicht genau weiß, was ihn geiler macht. Ein heisser Schlitten oder die Kurven von Mikaela Banes (Megan Fox).
Dummerweise entpuppt sich sein erstes Auto nicht nur als Camaro, sondern auch noch als Riesenroboter namens Bumblebee, der zu einer Truppe von Autobots genannten Transformers gehört, welche sich mit einer anderen, bösen Roboter Gruppe namens Decepticons auf der Erde um einen McGuffin prügeln.
Denn während sich Sam noch im Rausch der Hormone befindet, bereiten die Bösbots die Übernahme der Weltherrschaft vor und schon bald befindet sich die US-Regierung in heller Aufregung, nachdem sie im “Mittleren Osten” (wie uns eine Einblendung mehrfach informiert) wie auch an Bord der Air-Force-One angegriffen wurden.
Leider hat nur Sam den Schlüssel zur Lösung, denn im Nachlass seines Opas findet sich ein Hinweis, wo der MacGuffin, der diesmal Allspark heisst, versteckt liegt weswegen er schon bald ins Kreuzfeuer der Deceptibots gerät, die ihn über ein Angebot bei Ebay gefunden haben…
Ich habe bewusst einige Tage ins Land ziehen lassen, seit ich den Film sah. Um etwas Abstand zu gewinnen und weniger aus dem Bauch heraus zu schreiben. Lieber wollte ich ausführlich darlegen, warum ich den Film nicht mochte um der zu erwartenden Standard-Replik (“Das ist eben ein Popcornfilm, wenn du was tiefsinniges willst biste da eben falsch!”) vorzugreifen und zu erklären, daß der Streifen meiner Meinung nach auch gemessen an Popcorn-Standards ein Griff ins Klo ist.
Vorab: Beinharte Fan(boy)s der Serie brauchen wohl nicht weiterzulesen, denn sie werden den Film gucken und mögen, ganz gleich wie er ist. Insofern sei diese Kritik eher für diejenigen die sich allgemein einen actionreichen Blockbuster versprechen, aber nicht unbedingt die Vita jedes Autobots aus dem FF zitieren können.
Das es ausgerechnet die Transformers überhaupt auf die Leinwand geschafft haben, ist sowieso ein Phänomen, denn sie boten von allen Saturday-Morning-Cartoons stets die magersten Plots, was wohl darin begründet lag, daß im Gegensatz zu anderen Serien wie He-Man, Mask, Popples, oder Rainbow Brite hier zuerst das Spielzeug entstand und sich dann erst überlegt wurde, was man denn für Geschichten mit Robotern erzählen könnte, die sich in Autos verwandeln. Normalerweise lief sowas paralell und es gab zumindest eine grobe Backgroundstory, an der entlang die Figuren entwickelt und designed wurden.
Insofern ist es klar, daß man nicht mit der Erwartung an den Film geht, eine sonderlich ausgefeilte Story zu bekommen. Das die gesamte Prämisse hier ein Rip-off eines anderen schlechten Films ist, nämlich “Alien vs. Predator”, überrascht auch kaum. Wie gesagt, die Erwartungshaltung mit der ich dem Film begegnete war gering. Was ich erhoffte war etwas Spannung und zumindest gute Action. Auch leicht trashige Filme mit Riesenrobotern können ja spassig sein, wie Stuart Gordons quasi Vorläufer “Robot Jox” auch heute noch eindrucksvoll belegt. Was ich nicht erwartete, war ein Actionfilm für notgeile 7jr mit ADS.
Die Story
Die Story ist debil, was kaum jemand überraschen wird. Sie macht so gar keinen Sinn und quietscht an allen Ecken, was okay wäre, wenn der Film dafür Spaß machen würde. Was irritiert und stört ist die Gewichtung. Nach einem recht starken Anfang, der besten Szene des Films, wenn der Helikopter-Bot die Militärbasis in Schrott und Asche zerlegt, mutiert der Film für Ewigkeiten zu einem mit sexuellem Innuendo aufgeladenen Kinderfilm. Zudem belasten völlige sinnlose Subplots, wie die Story um eine dralle Computerexpertin und ihren lustigen Klischee-Schwarzen-Hackerfreund die Handlung, ohne das sie auch nur irgendeine Relevanz für die Geschichte haben. Konsequenterweise verlaufen diese Subplots auch alle im Sande und werden nicht aufgelöst. Unnötig zu sagen, daß auch alle Nebenfiguren in Sams Umfeld, auf die der Film an dieser Stelle Zeit verschwendet, vom nervigen Autoverkäufer über Sams Rivalen oder seinen asiatischen Kumpel, absolut keinerlei Funktion für die weitere Story haben.
Statt coolen Riesenrobotern erleben wir Michaels Bays Travestie spielbergscher Suburbia-Motive. Leider fehlt ihm das rechte Gespür für Timing und echte Gefühle das Spielberg auszeichnet, weswegen dieser gesamte erste Akt ein leicht schmieriges Plastikgefühl erzeugt, weil jeder Satz aus der Mülltonne einer Daily-Soap gefischt wurde. Sam beim Autokauf, Sam beim ersten Rendevouz, Sam der entdeckt, daß sein Wagen “anders” ist. Das fühlt sich über weite Strecken nicht nach Transformers, sondern nach “Herbie” oder noch schlimmer, nach den Dudu-Filmen an (und nicht nach den ersten zwei noch ganz erträglichen, sondern nach den fiesen Sequels).
Man schien sich der Nähe bewusst zu sein, immerhin machte man aus dem Käfer der Bumblebee in der Serie war diesmal einen Camaro (der -lustig lustig – einen Käfer demolieren darf), was aber wenig dran ändert, das wir statt einem spannenden Actionfilm, in dem es um nichts weniger als die Auslöschung der Menschheit gehen soll, eine im schlimmsten Sinne kindische Episode verkauft bekommen, die weder Spannung aufbaut noch wirklich witzig ist.
Was uns auch gleich zum nächsten Punkt bringt:
Der Humor
Der Humor (oder das was der Film anstelle von Humor verwendet) ist grauenhaft. Er ist plump, ausgewalzt, ohne jedes Gespür für Timing und Rafinesse und beschränkt sich in den schlimmsten Momenten auf Pipi-Kaka-Niveau, das weit weit weg ist von jener souveränen Chuzpe mit der z.B. die Wayons-Brüder in “Scary Movie” ihre Derbheiten servierten. In Transformers wird konsequent die Zielgruppe unter 8 Jahren angesprochen, was wie schon erwähnt mit dem penetranten sexuellen Subtext des Films nicht so ganz harmonieren will.
Die schlimmste Szene, in der ich mich wirklich vor Agonie und Fremdscham im Sessel wand, ist jene in der Sam die Transformers in seinem Garten versteckt um die Brille seines Großvaters aus seinem Zimmer zu holen. Zwar ist er nur kurz zuvor dem Tode entronnen und hat erfahren, daß die Welt Gefahr läuft von gigantischen Riesenroboter zerstört zu werden, aber aus irgendeinem Grund ist seine größte Angst nach wie vor, daß ihm seine Eltern Hausarrest geben könnten, weil er im Garten einen Blumentopf umwirft oder einen Transformer neben den Begonien versteckt.
Für quälende zehn oder sogar 15 Minuten wird eine Szene ausgespielt in der Sam im Haus herumrennt und sucht und sich die Transformers wie die dümmeren Brüder der Stooges im Garten verstecken, herumtaumeln und über Stromleitungen stolpern. Nicht nur das jegliche Spannung gekillt wird, der Film kommt, wie auch später noch häufiger dramaturgisch absolut zum Stillstand.
Was auf dem Papier mit viel gutem Willen und ausreichend Alkohol noch charmant geklungen haben mag, verwandelt sich in den ungeschickten Fingern Bays zu einer Fingerübung in Peinlichkeit. Das er sich selbst darin noch toppt, in dem er kurz darauf einen der Autobots auf einen FBI-Agenten pissen lässt, spricht zumindest für seine Fähigkeit die Latte immer noch ein wenig tiefer legen zu können. Was er dann nochmals tut, wenn er in einem fehlgeleiteten Versuch von Ironie Sam ausrufen lässt: “Wooow das hier ist noch viel besser als Armageddon!”
Danke, aber das sind mehr Masturbationsphantasien als ich von Michael Bay je wissen wollte.
Die Transformers
Ich war nie Hardcore-Fan der Serie, aber ich hab die Show damals geguckt, wie die übrigen billigen Limited-Animation-Shows auch. Und ich gebe zu, daß das Konzept der Spielzeuge durchaus ein cooles ist. Ein Gegenstand, der sich in einen Roboter ausklappen ließ, das war mehr und spassiger als andere Spielzeugpüppchen dieser Zeit (auch wenn die späteren Masters-of-the-Universe-Figuren durch irgendwelche Gimmicks aufgejazzt wurden). Transformers waren für mich die einzige Serie, in der das Spielzeug tatsächlich mehr Spaß machte, als die dazugehörige Serie. Denn mal ganz im Ernst, wenn man einen Roboter hat der sich in ein Jet verwandeln kann oder einen Laster, wer braucht da noch irgendeine fancy Story.
Wenn mich an der Serie etwas interessiert hat, waren es die Verwandlungsequenzen. Und von denen gibts auch im Film sehr viele und wie die meisten Tricks gebe ich gerne zu, daß sie technisch herausragend gemacht sind. Es gibt kaum Momente bei denen man das Gefühl hat, daß man ein zusammengebautes Bild sieht, das Bluescreen flimmert oder die Roboter zusehr nach CGI aussehen. Nein ILM hat ganze Arbeit geleistet.
Das Problem ist eher das Design, was für mich nicht funktioniert. Ein Spaß der Figuren war früher, daß man bei den ausgeklappten Robotern sehen konnte aus welcher Form sie hervorgegangen waren. Das man sehr deutlich einzelne Elemente ausmachen konnte. Die neuen Transformer sind dafür jedoch viel zu kleinteilig. Sie bestehen aus tausenden sich drehenden und umklappenden Modulen, die in einem hibbeligen Metall-Wust zu Robotern werden die optisch irgendwo zwischen Montagestrasse bei VW und schlecht gelaunter Schrottpresse liegen. Als Vehikel sind sie perfekt und nicht vom Original zu unterscheiden, als Roboter sehen sie doch alle sehr ähnlich aus und lassen nur wenig von dem erkennen, in was sie sich verwandeln können.
Der Roboter in der bekannten Citroen-Werbung hat für mein Empfinden viel mehr von dem, was ich mir von einem echten Transformer erwarte. An ihm erkenne ich die Details, sehe welches Teil sich beim Auto wo befand.
Mit dem eher uniformen Look der Bots kommt noch ein weiteres hinzu; die Transformers haben zuwenig Persönlichkeit. Bis auf Bumblebee und Optimus Prime spielen die übrigen keine wirkliche Rolle, sie sind austauschbare umherhüpfende Blechhaufen, die keinerlei Charakter besitzen (auch wenn man in einer der unsäglichen Exposition-Szenen sehr ungeschickt versucht sie unterscheidbar zu machen, indem jeder einige Sekunden lang irgendetwas nervtötendes sagen und das Klischee einer ethnischen Minderheit imitieren darf – sobald die Szene vorbei ist, sind es wieder austauchbare Figuren). Das selbst gestandene Schauspieler, wie der geniale Hugo Weaving als Megatron, der u.a in “V for Vendetta” bewiesen hat was er alleine mit seiner Stimme anstellen kann, völlig vergessenswert und fade klingen ist weiterer Beweis für Bays Unfähigkeit mit Schauspielern zu arbeiten.
Der einzige Transformer dem neben Bumblebee mehr Screentime gegeben wird, ist leider ausgerechnet Soundwave, der seine Wiedergeburt als hyperkinetischer JarJar-Bings-Verschnitt erlebt, der sich nicht nur in CD-Spieler und Handys verwandeln kann, sondern offenbar das Temperament eines epileptischen Gremlins hat und überdies den unschönen Eindruck erweckt, er bekäme beim Runterladen von Daten einen Dauerorgasmus.
Die Schauspieler
Wenn man dem Film eines zu Gute halten kann, dann das die Hauptrolle mit dem zwar etwas farblosen aber erzsympathischen Ex-Disney-Kinderstar Shia LeBeouf zu besetzen. Er schafft es, daß man seine Figur trotz der dummen Sätze die ihm dras Drehbuch diktiert, trotz seines eindimensionalen Charakters als plappernder notgeiler Nerd, noch so sympathisch rüberzukommen das man ihn nicht strangulieren will, obwohl das auf Grund seines dümmlichen Verhaltens eigentlich geboten wäre.
Abgesehen von Shia sieht es leider nicht so gut aus. Sein Sex-Interest Megan Fox ist sich der Flachheit ihrer Rolle wohl bewusst und spult ihre Sätze ohne Verve oder Enthusiasmus ab, wohl wissend, daß die Augen der Zuschauer eh kaum ihr Gesicht streifen dürften. Das sie zudem neben Bumblebee nur die zweite Geige spielt und die Love-Story zwischen dem Transformer und Sam wesentlich mehr Raum hat als seine Beziehung zu ihrer Figur, motiviert sicher auch nicht grade sich wirklich reinzuhängen.
Völlig verschwendet wird Genre-Veterane Jon Voight als Verteidigungsminister, der Sätz sagen darf die selbst einem John Millius ungläubig würgen ließen. Von der drallen Computerexpertin und ihrem nervtötend blöden schwarzen Hackerkumpel, will ich gar nicht erst anfangen – da es eigentlich keine Existenzberechtigung für ihre Rollen gibt (ausser man wollte unbedingt noch mehr dicke Hupen und einen lustigen Schwarzen im Film haben). Eindruck hinterlässt lediglich John Turturro, der seinen Charakter eines durchgeknallten Special-Ops-Agenten derartig Over-the-Top spielt, daß man sich für Minuten in einem anderen, wenn auch nicht unbedingt besseren Film wähnt. Hier driftet Transformers dann völlig in die Farce ab, was sich nur schwer mit dem pathetischen Bombast-Sülz verbinden lässt, der immer dann ins Spiel kommt, wenn Optimus Prime seine Sprechluke öffnet.
Die Dialoge
Sie sind im besten Falle zitierte Klischees und geklaute Gags aus besseren Streifen, in den schlimmsten Momenten von derartig unironischem Pathos durchzogen, daß es schwer fällt etwaige spontane Hirnblutungen zu vermeiden. Von der ernsthaft vorgetragenen Einleitung, die uns die Backgroundstory zum Kampf der Transformers zu erklären versucht, über die Zwischendialoge der Autobots bis zur finalen Konfrontation zwischen Gut- und Bösbots: Für einen Film der derartigen Kleinkinderhumor ins Zentrum rückt und so jegliches Spannungs und Bedrohungsgefühl vermissen lässt, funktioniert der aufgesetzte Pathos von Optimus Prime und seinen Blechkumpanen einfach nicht. Beispiel:
Ironhide: Why are we fighting to save the humans? They’re a primitive, violent race.
Optimus Prime: Were we so different? They’re a young species. They have much to learn. But I’ve seen goodness in them. Freedom is the right of all sentient beings. You all know there’s only one way to end this war. We must destroy the cube. If all else fails, I will unite it with the spark in my chest.
Ratchett: That’s suicide. The cube is raw power. It could destroy you both.
Optimus Prime: A necessary sacrifice to bring peace to this planet. We cannot let the humans pay for our mistakes. It’s been an honor serving with you all. Autobots, ROLL OUT!
Hallo? Solche Sätze kann man vielleicht in einer schrundigen Limited-Animation-Serie bringen, die weggesendet wird eh die Eltern wach sind. Aber wenn sowas in Zusammenhang mit einem realen Setting und echten Schauspielern gesagt wird, ohne jedes Anzeichen dafür, daß man es als Selbstparodie meint, dann läuft etwas falsch. Dagegen ist jedes “Hey Kumpel ich brauch dich!”, daß Michael Knight damals in sein Handgelenk murmelte um K.I.T.T. zu rufen noch purer Shakespeare.
Die Action
Wenn der Film Erwartungen weckt, dann sicher auf diesem Gebiet. Kann man die Bedenken was Story, Charakterzeichnung und Logik oder Humor angeht noch mit Verweis auf die banale Vorlage wegwischen, wird das schon schwieriger, wenn es um die Action geht. Denn wenn ein Sommer-Hirn-aus!-Blockbuster keine gute Action abliefert, hat er ein Problem. Besonders nachdem John McClane grade nochmal gezeigt hat, wie schick Action im Kino aussehen kann.
Die beste Szene der Transformers kommt wie erwähnt am Anfang. Die Dekonstruktion der Basis verspricht zumindest ein wenig Mysterium und Gefahr. Dann kommt erstmal eine ganze Weile nichts, weil wir mit Sam und Dudu alberne Teeniefilm-Episoden erleben. Bis wir Optimus Prime das erste mal sehen, vergeht locker eine Stunde.
Wenn es dann zu Action kommt, ist diese oftmals zwar brillant getrickst, aber saumässig inszeniert. Bay schafft es ernsthaft mehrere Actionszenen mittendrin abzubrechen und uns den Ausgang der Kämpfe und wie unsere Helden entkommen nur erzählen zu lassen. Obendrein bricht sich seine Vorliebe für extreme Nahaufnahmen und noch extremere Handkamera-Wackel-Optik diesmal wieder mit voller Wucht Bahn. Das führt dazu, daß man von dem detailreichen Robotern und ihrem Gebolze in den meisten Fällen nicht viel sieht und fast nie wirklich sagen kann, was eigentlich grade passiert.
Dadurch das alles wackelt und man immer nur Ausschnitte sieht, verlieren auch gutwillige Zuschauer schnell die Übersicht, was besonders im Schlusskampf dazu führt, das es zwar an allen Ecken und Enden rumpelt, transformiert, ballert und explodiert, man aber nicht so genau weiß ob jetzt einer der Guten den Bösen zerlegt hat und wenn ja wie und warum. Es kracht und zischt, zu sehen ist nischt. Anstatt zwischendurch immer mal wieder den Überblick zu ermöglichen flüchtet sich Bay in Detailaufnahmen, die mehr verschleiern als zeigen und setzt, wie so oft dort die Zeitlupe ein, wo sie so gar nix zum Film beiträgt (etwa wenn Jon Voight aus einem Heli steigt).
Auch das Gimmick der Transformation, die anfänglich durchaus noch spassig anzusehen ist, verliert deutlich an Wirkung wenn man sie zum 40. Mal sieht. KlippKlapp ein, KlippKlapp aus. Noch die erkennbarsten Szene, in der Megabösbot den guten Sam wie weiland King Kong über Hausdächer jagt, erwischte mich zu einem Zeitpunkt, da ich eigentlich nur noch nach Hause wollte. Wenn am Ende die Guten gewinnen, dann ist es eigentlich auch egal, weil man eh schon längst den Überblick verloren hat und froh ist, wenn einfach mal Ruhe einkehrt und Optimus die Fresse hält. Echte Momente des Staunens, der Größe sind dagegen selten, weil Bay sich wie ein Fernsehregisseur nie auf die Wirkung seiner Bilder verlassen mag.
Am besten wirkt noch die Enthüllung von des Decepticon-Anführers Megatron, der in einer geheimen Halle unter dem Hover-Damm eingefroren wurde. Leider gibt es zuwenig Momente die tatsächlich diese Faszination und Gravitas ausspielen, die in dem Konzept angelegt ist. Spielberg wusste schon immer wie man diese Momente inszeniert, ob früher in E.T. oder jüngst in War of the Worlds. In seinen Werken überträgt sich die Ehrfurcht die die Menschen vor dem unglaublichen haben auf die Zuschauer. Aber Michael Bay interessieren Menschen nicht, sie sind für ihn lästige Schablonen die in keinem Moment echtes Herz oder Gefühl haben und deswegen auch die Zuschauer kalt lassen. Wir können nicht mit ihnen staunen, weil sie nicht echt sind.
Trotzdem sie eine halbe Stadt verwüsten, scheint bis zum Schluss niemand auf der Welt mitzubekommen was abgeht. Was nicht verwundert, denn tatsächlich hat man nie den Eindruck, das es wirklich ernst wird. Riesenroboter von angeblich überlegener Intelligenz, die umhertorkeln wie 6jr mit vollen Windeln und sich auch ansonsten dümmer gebärden als die Polizei es erlaubt, sind wahrlich keine ernsthafte Bedrohung für die Welt.
Das Militär
Bay recycelt nicht nur Bilder aus seinem unsäglich verlogenen Heuler “Pearl Harbor”, er hat es auch diesmal wieder geschafft, großzügige Unterstützung vom U.S.Militär zu bekommen, daß bereitwillig seine Maschinerie zur Verfügung stellte, weil es den Wert erkannte, den ein Rekrutierungsvideo bietet, für das die Leute sogar noch Eintritt zahlen. Bay, als jemand der Kriegsgerät so inszeniert wie Playboy-TV seine Hupenluder, kann hier aus dem Vollen schöpfen und lässt Helikopter so oft und lange gegen den Sonnenuntergang fliegen, zeigt uns so oft kernige Soldaten mit modisch beschmutzen Gesichtern die sich wagemutig in die Bresche schmeissen, das man fast vergisst, das der ganze Militär-Subplot eigentlich völlig überflüssig und tatsächlich nur als Werbemaßnahme für Kriegsfetischisten zu sehen ist, die sich freuen, wenn ihnen nach Betrachtung des Streifens wieder mehr junge Männer zuströmen, die sich im Irak und anderswo dann wegsprengen lassen oder friendy-fire zum Opfer fallen.
Wobei man bei aller Militär-Kritik fast bedauern muß, das der Armeeplot so belanglos und unwichtig ist, neben der Teenie-Story. Denn hätte man sich darauf konzentriert, wäre zumindest etwas mehr echte Spannung aufgekommen, hätte es härter zur Sache gehen können, wenn man tatsächlich den Kampf der Armeen aller Länder gegen die übermächtigen Roboter erleben dürfte.
Selbst der ebenfalsl sülzig-patriotische “Independence Day” war da überzeugender und einfallsreicher in der Darstellung einer echten Gefahr.
Das Fazit:
Ohne einen kiloschweren Nostalgie- und Fanboy-Bonus bleibt von dem Sommerhype nichts über. Da Bay sogar die Action versaut, kann der Film nichtmal als Mind-Numbing-Fun überzeugen, denn was nützen beeindruckend gerenderte Roboter, wenn man nicht sieht was sie eigentlich machen und er in den entscheidenden Momenten einfach wegschneidet.
Wer überdies vergessen hat sein Gehirn vorher im Klo zu deponieren und ein Humorverständnis hat, das über das eines Grundschülers hinausgeht, wird zudem rücksichtsloser beleidigt als dies selbst Totalflops wie “Van Helsing” vermochten. Denn mag man der zugrunde liegenden Serie immer noch einen gewissen naiven Charme zusprechen, so gilt dieses Argument für den Film leider nicht. Er ist in jedem Moment von so herz- und fantasieloser Berechnung geprägt, daß es schwer fällt zu glauben, daß es auch nur irgendeine andere Motivation gab dieses Vehikel zu kreieren, als einen sterbenden Franchise neu zu beleben und einer neuen Generation von kleinen Jungs Geld für überteuerten Plastikschrott abzuluchsen.
Für mich eindeutig der schlechteste Film des Jahres bisher und einer, der die Tag-Line von “Alien vs. Predator” mal wieder bestätigt:
“Whoever wins. We lose.”
Verwandte Artikel
Von Batz am 29, 7, 2007 um 3:48 in CineBatz | 5 Kommentare »___________________________________________________________________________
5 Kommentare zu “Letztes Lichtspiel: Transformers”
Sag was zum Thema!
Batz Getwitter
- @ThaFabi ja aber da ist besuch da, das wird auch nicht so relaxt
- zuviel würstchen, kraut und kartoffelbrei machen batz ein kugeliges müdes ding
- @IamNoSuperman Stimmt nicht. Ich wurd nur vorgemerkt für eine evtl. Einladung nach L.A. - is noch nix fix
- unser Drucker sagte gerade: nahe Lebensende. Auf wen bezieht er das? #angst
- @harriexi Neue Frisur hieße ja das du vorher eine hattest...
- Wieder eine Jugenderinnerung weniger. Corey Haim ist tot. http://www.fuenf-filmfreunde.de/2010/03/10/corey-haim-r-i-p/
Kategorien
- BatzCAST
- BatzToons
- CineBatz
- Derek und Kress
- Garry Poppers
- Karla im Koma
- LiteraBatz
- MediaBatzBits
- NetMondo
- QueerBatz
- SuchBatz
- TagesBatz
- Zappat
Neueste Kommentare
- r-a-d-o bei Garry Poppers: Kapitel 42
- Jürgen bei Die YouTube-Zensur Offensive
- nvonatiq bei Spanische Tarnkatzen und schamloses Betteln
- rauskucker bei Die YouTube-Zensur Offensive
- hn bei Pimmelzwang und Seifenblasen
Archiv
del.icio.us
- ACTA: Haftstrafen für Filesharer? - Golem.de
- Menschenrechtsinitiative: Scientologen narren Uno und Politiker - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
- heise online - 13.01.09 - Bundesregierung treibt Netzblockaden gegen Kinderpornografie voran
- Heiliger Zorn: Evangelikale führen Kreuzzug gegen Schüler-Autoren - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
- Bloomberg.com: Opinion
- Heilmann und die deutschen Gesetze down « FUNK_FEUER
- Sicherheitsmaßnahme an Flughäfen - Der entblößte Bürger - Politik - sueddeutsche.de
- The Complete Walrus Bucket Saga - Mah associates has informed me
- heise online - 11.09.08 - EU-Innenpolitiker wollen sämtliche digitalen Nutzerspuren überwachen
- gulli: ACTA:Geheime Urheberrechtkommission berät beim Abkommen?
- Landtag: Neue Hürden für Demos | Aktuell | BR
- Medienwächter fordert internationales Porno-Verbot im Internet - heise online
- sciencevsreligion.jpg (JPEG-Grafik, 800x600 Pixel)
- Archive > Real Men Love
- Sex pictures shock! « Curly’s Corner Shop, the blog!





05. August 2007 at 22:29
“Bay, als jemand der Kriegsgerät so inszeniert wie Playboy-TV seine Hupenluder, kann hier aus dem Vollen schöpfen und lässt Helikopter so oft und lange gegen den Sonnenuntergang fliegen, (…)”
Wie ich diesen Satz liebe (auch wenn ich den Rest des Satzes nicht nachvollziehen kann, denn es ist ehrenhaft, seinem Land zu dienen; zudem liebe ich diese Glorifizierung ja…). :love:
06. August 2007 at 11:50
Bei H-Man wurde auch erst das Spielzeug designd und dann erst die Serie Produziert. Zumindest soweit ich weiß
Anonsten guter Review!
18. Juni 2009 at 7:43
Irgendein kind sagt: Wow, das ist besser als armageddon…(nicht sam)
das ist nur eine sache die in deinem text nicht der wahrheit entspricht… wenn du volltrunken warst und nicht hingesehn hast dann bewerte den film nicht…
18. Juni 2009 at 7:45
der VW-käfer wurde im film von bumblebee demoliert, weil VW nicht wollte das bumblebee im film ein käfer ist… VW wollte sich nicht in verbindung mit gewalt und krieg bringen lassen…
18. Juni 2009 at 9:38
@Animal
und das macht genau was für einen Unterschied? Es ist der Satz der peinlich ist, nicht wer ihn sagt.