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    Letztes Lichtspiel: Ratatouille

    “Oh I’m detecting nuttiness alright! “

    Originaltitel: Ratatouille
    Herstellungsland: USA 2007
    Regie: Brad Bird
    Darsteller: Patton Oswalt, Ian Holm, Lou Romano, Brian Dennehy, Peter O’Toole, Brad Garrett, Janeane Garofalo, Will Arnett

    Ratatouille

    Die junge französische Ratte Remy fühlt sich unter ihresgleichen nicht sehr wohl. Sie ist ein Gourmet, die mit dem normalen Rattenfrass wenig anfangen kann. Nachdem seine Verwandten Scheisse nicht von Schuhwichse unterscheiden können, wie man im Angelsächsischen Raum sagen würde, verdingt sich Remy als Vorkoster seines Ratten-Clans.

    Als er bei einer übereilten Flucht von seiner Sippe getrennt wird, verschlägt es ihn in das Edelrestaurant seines heimlichen Idols, des verstorbenen Starkochs Gousteaou, der die Devise “Jeder kann kochen” zu seinem Programm gemacht hat. Remy ist in seinem Tempel, in dem er sich leider stets versteckt halten muss, denn Ratten sind in der Küche nicht gern gesehen.

    Schon bald freundet er sich mit der schusseligen Küchenhilfe Linguini an, die dank Remys Fähigkeiten schnell selbst zum Starkoch wird. Die Ratte dirigiert Linguini, der dank dieser Hilfe die köstlichsten Kreationen zubereiten kann. Alles läuft wunderbar, wäre da nicht der ehrgeizige und intrigante Sous Chef Skinner, der hinter das Geheimnis von Linguinis plötzlichem Erfolg kommen möchte und den beiden das Leben schwer macht…

    Another Day, another CGI-Movie. Brad Bird, ehemaliger Zeichentrick-Regisseur legt mit “Ratatouille” nach “The Incredibles” seinen zweiten Pixar-Film vor. Der Look ist diesmal nicht mehr ganz so Plastemässig wie bei den Unglaublichen, sondern setzt eher auch komplette Knuffigkeit. Zwar sind die Ratten eher naturalistisch gehalten, aber damit hört der Realismus auch schon auf. Die Farbpalette und die optische Konzeption des Films sind in warmen, zuckerbäckrigen Tönen gehalten. Gefällig, aber auch ein wenig langweilig.

    Aber es ist eben Pixar und Risiken gehen die Computeranimateure seit jeher eher ungern ein. Man schiesst breit, stösst niemanden vor den Kopf, vermeidet übermässige Gewalt (okay hier und da ein paar tote Zivilisten im Off bei den “Incredibles” oder ein familiärer Genozid als Auftakt von “Nemo”) und vor allem man flucht nicht. Man weiß was man bekommt, wenn man Pixar-Filme schaut. Ratatouille ist hier keine Ausnahme, er wendet sich erzählerisch und optisch an “Alle” und macht dies zugegeben besser als Lasseters eigenes Vehikel, das kitschlastige Öd-Spektakel “Cars“.

    Man kann Ratatouille gut weggucken, er stört nicht, funktioniert innerhalb seine Zielsetzungen ganz gut und überrascht so überhaupt nicht. Natürlich weiß man, daß Linguini sein Erfolg zu Kopf steigen wird, daß es kurzfristig zu einem Zerwürfnis zwischen ihm und Remy kommen wird, genau wie man weiß, das er es bedauern wird und man sich zum Ende hin wieder verträgt. Die klassischen Buddy-Movie-Motive werden brav abgehakt und für die Kleinen gibt es breit ausgespielte Slapstick-Passagen in denen es wohl sehr lustig ist, wenn der Hilfskoch von einer Ratte ferngesteuert wird.

    Brav. Schön gemacht. Pixar darf sich ein weiteres Fleisskärtchen ans Revers heften, aber einen Innovativitätsstern werden sie von mir nicht bekommen, denn dazu bleibt der Film einfach zu simpel, zu ambitionslos, letztlich auch zu langweilig. Weder optisch noch inhaltlich kann er wirklich irgendwas vorweisen, was man nicht schon kennt und durch ihre verordnete Harmlosigkeit versprühen auch die Dialoge nur gepflegtes Deja-Vu-Gefühl, klingen Helden wie Bösewichte wie die gechannelten Disney-Böswichte früherer Tage ohne dabei wirklich zu großem charismatischem Charme aufzulaufen.
    Die Voice-Cast ist solide ohne großartig hervorzustechen und auch Ian Holm als Skinner bleibt nur im Rahmen der Erwartungen.

    Ratatouille ist ein weiterer netter Pixar-Film, den Familien am Sonntagnachmittag schauen können ohne Angst haben zu müssen, daß die Kinder etwas nicht verstehen oder überfordert werden.

    Nett.

    Aber irgendwann ist auch mal gut mit nett.

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    Von Batz am 4, 10, 2007 um 16:00 in CineBatz | 4 Kommentare »

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    4 Kommentare zu “Letztes Lichtspiel: Ratatouille”

    1. Gast Sagt:

      Kurz gesagt: “Ein Film für die gaaanze Familie.”

    2. Dirk (icewind) Sagt:

      Wenn Pixar nicht für Disney arbeitet, sind deren Filme echt klasse. Allerdings haben sie hier für Disney gearbeitet …

    3. Matze Sagt:

      Naja,
      habe den Film in ner Sneak Preview (unbekannter Film vor dem Kinostart, also Katze im Sack) gesehen und hab mir am Anfang gedacht: ne das halte ich nicht aus, dieses Disney Gedöns. Aber am Ende musste ich doch eingestehen, durchaus anschaubar, vorallem mit den richtigen Freund(en).

    4. eadha Sagt:

      ich hab den film auf französisch gesehen, weiß zwar nicht wie er auf deutsch ist, aber bestimmt auch ganz süß…. disney is halt disney, aber meine güte… ich fand die ratte irgendwie niedlich, so wie sie da saß mit den angewinkelten pfoten und dem treudoofen blick – ich glaub dass das viel ausmacht ^^

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