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    Letztes Lichtspiel: Juno

    -”I’m pregnant.”
    -”What should we do?”
    -”Well, I should just… I was thinking I’d just nip it in the bud before it gets worse. Because they were talking about in health class how pregnancy… It can often lead to an infant.”
    -”Typically, yeah… Yeah that’s what happens when our mothers and teachers get pregnant.”

    Originaltitel: Juno
    Herstellungsland: USA 2007
    Regie: Jason Reitman
    Darsteller: Ellen Page, Michael Cera, Jennifer Garner, Jason Bateman, Olivia Thirlby, J.K. Simmons

    Juno

    Eigentlich wollte Juno (Ellen Page) das erste Mal nur hinter sich haben, warum dann nicht mit ihrem besten Kumpel (Michael Cera). Dumm nur, daß die vorlaute 16jr gleich beim ersten Versuch schwanger wird. Jetzt steht ihr die heikle Entscheidung bevor: Abtreiben, behalten oder zur Adoption freigeben? Denn um Mutter zu sein, fühlt sich Juno definitv noch nicht bereit.
    Und auch wenn ihr Kumpel Bleeker verspricht ihr zur Seite zu stehen, als Partner kommt er wirklich nicht in Frage. Oder doch? Nachdem sie sich dank einer militanten Mitschülerin gegen eine Abtreibung entschieden hat, will Juno die richtigen Adoptiveltern finden. Doch das ist gar nicht so einfach. Das selbstbewusste Mädchen mit der Kodderschnauze, die sich normalerweise von niemandem etwas sagen lässt, muß feststellen, daß es Situationen gibt, mit denen sie alleine nicht klar kommt.

    Nach dem witzigen, aber auch etwas oberflächlichen “Thank you for smoking” liefert Jason Reitman mit Juno einen sehr viel runderen Film ab, der eigentlich alles richtig macht um als Feelgood-Movie with an Edge Kasse zu machen. Er hebt sich ein bißchen von den üblichen Hollywoodfilmen ab, überzeugt mit rasanten Dialogen und viel Wortwitz, ist bis in die Nebenrollen hin blendend besetzt und erzählt letztlich eine sehr konventionelle, klassische Geschichte, die wirklich niemanden überfordert und eher das Herz als das Hirn anspricht.

    Noch ein bißchen geschmeidiger als der Mainstream-Indie-Hit “Little Miss Sunshine” balanciert Juno auf dem schmalen Grad zwischen Rührseeligkeit und Chuzpe, Teeniefilm und Arthaus ohne je dabei abzurutschen. Was vor allem auch der wunderbaren Ellen Page geschuldetet ist, die Juno über weite Strecken zu ihrer One-Girl-Show macht und selbst gestandene Kollegen an die Wand spielt. Wer die Göre Juno erlebt, der mag erst auf den zweiten Blick merken, daß hier dieselbe Schauspielerin zu sehen ist, die als eiskalt-psychpopathischer Racheengel in dem zweifelhaften Selbstjustiz-Schocker “Hard Candy” zurecht für Furore sorgte. Pages Juno nimmt mühelos die Hürden zwischen selbstbewusster “Ich gegen die Welt”-Haltung und typisch pubertären Ängsten und Unsicherheiten. Die gewitzten Dialoge der Drehbuch-Newcomerin Diabolo Cody versorgen sie dabei mit genügend Pfeffer um auch in emotionalen Szenen nie schmalzig zu werden.

    Michael Cera, Held der liebenswerten Nerd-Posse Superbad, darf als Junos Freund den ruhenden Pool geben, den ehrenwerten, wenn auch linkischen Kumpel, der es schwer hat sich gegen das Energiebündel Juno durchzusetzen.

    Musik, Kamera, Schnitt tun ihr übriges diese kleine Geschichte rund und griffig zu verpacken. Auf dem Soundtrack tummelt sich angesagter Indie-Pop, der genauso ist wie Juno selbst: Eingängig, ein bißchen rebellisch, aber letztlich versöhnlich und harmlos. Ein Film bei dem man im positiven Sinne mal abschalten kann, leicht und fluffig wie ein Souflee, inhaltlich nicht anspruchsvoller als eine Folge Degrassi Junior High und so charmant gespielt, daß man gar nicht auf die Idee kommt, sich drüber Gedanken zu machen, wie altbacken und spießig die Aussagen des Films doch letztlich sind. Aber in diesem Fall kann man darüber auch hinwegsehen, denn er macht tatsächlich einfach Spaß und entlässt mit einem angenehm knuffigen Gefühl aus dem Kino. Und nicht zu vergessen, er ist “extrem quotable”, wie ein einziger Blick in die Zitatsektion der imdb beweist. Vorausgesetzt man guckt ihn nicht auf deutsch, denn dann klingen die Sprüche und Quips von Juno plötzlich wie ein die Moderator vom Kinderfernsehen, die versuchen “cool” und “phätt” drauf zu sein.

    Also auf zu Juno. Sonst ist man wieder der einzige, der den Film nicht gesehen hat. Auch doof.

    +++

    Und wer wissen möchte wie gut er sich generell mit Teenie-Dramen auskennt, der kann das hier austesten:

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    Von Batz am 25, 3, 2008 um 10:56 in CineBatz | 3 Kommentare »

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    3 Kommentare zu “Letztes Lichtspiel: Juno”

    1. Josh~ Sagt:

      Bin ich zu paranoid, wenn ich – zugegebenermaßen ohne den Film bisher gesehen zu haben – dahinter wenig subtiile Propaganda der Pro-Life-Bewegung sehe? Gebt den Amis Gummis xD

    2. Batz Sagt:

      Ja du bist ein paranoides Eichhörnchen :) Aber ich muß zugeben, daß mir die Szenen an der Abtreibungsklnik auch etwas schwer im Magen lagen. Soweit das Ganze als Propaganda der ProLife’er zu sehen würd ich nicht gehen, aber im Kern ist Juno unter seiner koddrig, schnoddrigen Fassade ein sehr konservativer und spießiger Film. Der aber dennoch sehr gut unterhält, zumal er nicht allzu preachy daherkommt.

    3. The Critic Sagt:

      Reaper, wie so häufig ein Chapeau von meiner Seite zum Text, der es leider nicht bis zu kino.de geschafft hat.

      Nur vom konservativen Kern, von dem konnte mich keiner bisher überzeugen. Wie sollte diese inhärente Botschaft auch vermittelt werden und vor allem an wen sich richten?
      Jedenfalls ist für mich Scheu vor der Abtreibungsklinik oder der Wunsch nach Geborgenheit für sich und seine Lieben kein Thema, das die Konservativen für sich gepachtet haben. Auch wenn sie selbst das immer behaupten.

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