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    Schöne Scheisse

    Rangar, der putzige Erklärbär und Adoptivsohn von diesem ulkigen Mann mit Bart, der immer Werbung für Müllermilch macht, hat heute mal wieder eine Themensendung zum Thema Schönheit moderiert. Also nicht wie man sich mit Moltofill, Reißzwecken und Alpina-Seidenweiß einen straffen ebenmässigen Taint zusammendübelt, nein nicht Hobbythek, sondern Quarks war angesagt.

    “Haben es schöne Menschen leichter?” war die Fragestellung, die ja grade im Sommerarschloch immer mal wieder aufgearbeitet wird. Und natürlich kamen die üblichen Schönheitsforscher zu Wort, die auch bei Galileo gerne zitiert werden. Mit dem Unterschied, dass bei Quarks keine Elsen mit dicken Tüten an den Straßenrand gestellt werden um zu beweisen, dass Autofahrer für die eher bremsen, als wenn Hexe Winni mit Schmierhaar und kürbisgroßen Warzen an der Auffahrt mit ihren stachligen Stelzen winkt.

    Nein bei Quarks geht es seriöser zu. Da stellt man zwei Bewerbungsunterlagen in Telefonzellen, die eindeutig noch am selben Tag in die Post müssten, wenn die Bewerbung noch rechtzeitig ankommen sollen. Einmal mit dem Foto einer schicken Schnalle und einmal mit einem Bild von Helga der Moorleiche drauf. Blöd nur, wenn der Spontantest völlig danebengeht, weil die meisten Leute die Mappe ignorieren und nur ein Bruchteil aller Passanten auf die Idee kommt, die Dinger einzutüten und zur Post zu bringen. Ist zwar irgendwie peinlich, aber kein Grund warum man das nicht trotzdem minutenlang zeigen sollte, um hinterher aus den paar Leuten die beobachtet wurden, abstruse Zahlenspiele und Prozentangaben abzuleiten.
    Das Ergebnis, was man dann mit viel biegen und brechen und Rückgriff auf eine gelungene Version des Tests, die an anderer Stelle durchgeführt wurde, verkündet und mit weiteren Erhebungsergebnissen untermauert ist wenig überraschend: Schöne Menschen haben es leichter im Leben. Schöne Menschen verdienen im Schnitt besser, haben die besseren Jobs, schöne Babys werden mit mehr Zärtlichkeiten von den Müttern bedacht, schöne Menschen werden in der Schule bei gleicher Leistung besser beurteilt usw. usf.

    Nicht wirklich überraschend auch, dass Onkel Rangar am Ende – nachdem alle Beispiele zeigten, dass es im Leben vorteilhafter ist schön als hässlich oder auch nur durchschnittlich zu sein – nochmal den Rat vom tollen Charakter und der natürlichen Schönheit rausholte. Die sei ja viel wichtiger und auch ehrlicher, als all die idealisierten und manipulierten Beauty-Fressen in der Medienwelt.

    Wie beruhigend. Das ist wie in den Disneyfilmen, die das Hohelied auf die armen, ehrlichen Menschen singen, die ja immer vieeeel glücklicher sind als die Reichen und Schönen. Auch wenn man in jedem Film fette Villen, Swimmingpools und Stereoanlagen von der Größe eines Ikea-Parkplatzes präsentiert.

    Ja genau. Geld macht unglücklich und innere Schönheit ist das Wichtigste auf der Welt.

    Klingt auch viel positiver als die Message: Wenn du arm und hässlich bist, bist du gefickt im Leben.

    Danke Rangar. Echt.

    Von Batz am 5, 8, 2008 um 22:42 in MediaBatzBits, QueerBatz | 3 Kommentare »

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    3 Kommentare zu “Schöne Scheisse”

    1. buchstaeblich Sagt:

      Ach, das war doch eine olle Kamelle von einer Wiederholung, aber ich hatte die Erstausstrahlung in der Jungsteinzeit geguckt.
      Mir fiel natürlich gleich wieder ein, was ich Rangars Fernsehbild schon damals entgegengeschleudert hatte: “Rangar, Du Flöte, hast eines nicht bedacht; Ich bin zwar nicht schön, aber ich war noch nie blöd genug, wichtige Unterlagen in einer Telefonzelle liegen zu lassen.”

    2. Arno Nym Sagt:

      Bei der Sendung stimme ich zu, unnötig.
      Aber es gibt doch mehr als oft wirklich gute Sendungen. (Mir würde da zuletzt die zum Thema Geschichte des Bergbaus einfallen. Zwar wobei eher Geschichte des bergbaus im Ruhrgebiet, hat mir sehr gefallen)

      PS: Und der Mann heißt Ranga ;)

    3. schläfer Sagt:

      Yoga Rangeshwar ist einer der schwer Ertragbaren, obwohl er sich solche Mühe gibt – vielleicht liegt’s an seinem leicht aufregungsheischenden Dauertonfall. Jedes Wort eine kleine Sensation.
      Seit er bei einer Quarksendung über Fahrräder empfahl bergab nur immer ordentlich mit der Vorderradbremse zu bremsen, weil das effektiver sei (isses irgendwie auch), hat er bei mir versch… äh, den selben Stellenwert wie Stiftung Warentest. (Obwohl ich immer noch vorhabe, mir nach seiner Bauanleitung – Hobbytip 329 – ein Elektronenmikroskop zu basteln.)

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