Vor einem Jahr…
Eiskalter Abschied
Irgendwann ist es soweit: Man trennt sich, auch wenn man Jahre friedlich miteinander verbracht hat. Irgendwie hatte man sich auch aneinander gewöhnt. Er war immer da.
Doch in letzter Zeit hatte es zunehmend Spannungen gegeben. Ich fühlte mich beengt durch ihn. Er war mir nicht mehr genug. Ich schaute verstollen anderen nach, beim Einkaufsbummeln. Das ging schon seit einiger Zeit so, doch es war klar wie die Sache enden würde.
Heute morgen kam es dann zur Aussprache. Ich hab ihm gesagt, dass es nicht an ihm läge. Ich hab mich weiterentwickelt, ich wollte einfach mehr. Ich wollte Dinge die er mir nicht bieten kann.
Zum Beispiel ein größeres Kühlfach.
Jetzt steht er traurig im Badezimmer und weint. Das Wasser fliesst nur so.
Er fragt sich was er falsch gemacht hat.
Nichts. Es liegt an mir.
Ich hoffe ich finde bald ein neues Zuhause für ihn.
+++
Kurzum: Ich hab zum Geburtstag der letzte Woche war vom Herrn Marcellus und der Frau Dwarsloeper einen neuen Kühlschrank geschenkt bekommen, denn mein treuer alter Kühlschrank ist nach knapp 9 Jahren einfach zu klein geworden. Ich bin verfressen und das Eisfach reicht zwar für einige Pizzen und Tiefkühlkost, ist aber dennoch etwas zu klein geworden, wenn man nicht dauernd dazu kommt einkaufen zu gehen.
Amazon sei Dank klappte die Lieferung auch recht fix. Letzte Woche bestellt und heute Punkt 07:20 waren die (“Wir kommen so zwischen 8 und 10 Uhr”) Lieferanten da und wurden vom derzeit bei mir beheimateten manniac und mir putzmunter begrüsst (*hüstel*).
Hallo neuer Kühlschrank!
Jetzt steht er da: Groß, schick, silbern und majestätisch wie der Monolith in 2001. Und sein Vorgänger taut tröpfelnd im Badezimmer ab. Demnächst werde ich ihn dann wohl abholen lassen, auf dass er in gute Hände kommt. Denn auch wenn er zu klein ist, er hat sich nichts zu schulden kommen lassen. Gekühlt hat er bis zuletzt sehr brav. Und in manch heißer Sommernacht hielt er ein leckeres Eis für mich bereit.
Doch in jedem Abschied liegt auch ein Wiedersehen. Beim Umräumen entdeckte ich viele alte längst verschollen geglaubte Bekannte: Eine Mayonaise mit Ablaufdatum Februar 2008, eine angebrochene Tomatensauce deren Packung sich magisch wieder gefüllt hatte und diesen einen Käse, den Manniac vor seiner Abreise im letzten Dezember gekauft hatte, weil der so interessant aussah (er sah jetzt noch viel interessanter aus), sowie eine von zwei Teigrollen, die mir Herr Pulmoll (dem ich hiermit nochmal für seine Geburtstagsgeschenke danken möchte) im letzten Advent überreichte, auf das ich Plätzchen backen möge.
Auch zu ihnen allen hieß es: Hello, you must be going.
Abschied vom Alten und ein neuer Anfang. Und endlich Platz für Essen! ESSEN! Ich mag Essen!
Und auf diesem Wege nochmal ein riesiges Dankeschön an Herrn Marcellus und Frau Dwarsloeper, die sich ja heute morgen wieder auf den Weg von Berlin nach Hannover gemacht hat!
FIEP!
Von Batz am 18, 11, 2008 um 11:02 in NetMondo | 12 Kommentare »___________________________________________________________________________
12 Kommentare zu “Eiskalter Abschied”
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- so ich bin dann mal weg hier... wir sehen uns dann zur orscarverleihung wieder bei twitter #ibes
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18. November 2008 at 17:03
Hat der Neue schon einen Namen? Wie wäre es mit Üffes?
18. November 2008 at 18:34
Ich werd heut abend mit manniac zusammen mal einen Namen überlegen
Mein Vorschlag wäre Fritsch!
18. November 2008 at 23:11
na ich ahne was dabei rauskommt: charlice *hüstel*
aber trotzdem schick
18. November 2008 at 23:25
HIhI!
19. November 2008 at 10:28
OMG, das hört sich ja an, wie bei den Dinos…..: “Alles was sich bewegt, weg von der Tür…”
Aber weist Du, wo man noch viel mehr alte Bekannte treffen kann???
Im “Medizinschrank”…
Da habe ich letztens mal ausgemistet… war schon interessant… Es gab Salben, Tropfen und Pillen mit Ablaufdatum zurück bis in das Jahr 1989…. *gg*
19. November 2008 at 14:55
Boah, der Neid zerfrisst mich. Aber das auch schon beim alten Kühlschrank o_o
Wir haben hier für zweikommafünf Menschen mit großem Appetit ein! winziges Gefrierfach und drei Kühlfächer.
(Wie soll die Mutti da denn Sachen einkochen für schlechte Tage? Es ist nichtmal Platz für Tiefkühlkräuter.)
20. November 2008 at 1:01
Toll – ein exklusiver Bierkühlschrank…
23. November 2008 at 12:56
Dazu passt mein eiskalter Musiktipp:
“Mein Freund der Kühlschrank” von Stoppok
youtube.com/watch?v=...
Gruss
Ingo
25. November 2008 at 1:26
eiskalt richtig gemacht. in meinen k�¼hler passt nur ein plastikbeutel tiefk�¼hlkr�¤uter. traurig.
12. Dezember 2008 at 14:56
Letztes Jahr ist die Oma meiner Frau gestorben, da haben wir auch so uralte Sachen gefunden. Das schlimmste Ablaufdatum war sage und schreibe auf irgendwas im Februar 1982. Da kommt doch Freude auf…
12. Dezember 2008 at 14:59
… will auch Tiefkühlkräuter… LOL
12. Dezember 2008 at 15:02
… aber das gleiche Problem haben wir hier auch. Vorher glänzte ein zweieinhalb Meter hoher Kühli mit 5 Kühlfächern, nun, seitdem wir die “tolle” Einbauküche haben, kotz, nach 5 Pizzen, drei Packungen Fleisch und ein paar vereinzelten Pommes is Ende, da muss man die Klappe schon fast mit Klebeband manifestieren oder so, damit die Pommes nicht rausfalle…
Is doch echt ein Teufelskreis mit den Dingern