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    Letztes Lichtspiel: Max Payne

    “I don’t believe in Heaven. I believe in Pain. I believe in Fear. I believe in Death. “

    Originaltitel: Max Payne
    Herstellungsland: USA 2008
    Regie: John Moore
    Darsteller: Mark Wahlberg, Mila Kunis, Beau Bridges, Ludacris, Chris O’Donnell

    Payns Maxe hat’s nicht leicht. Frau und Kind wurden vor Monaten getötet, seitdem darf er als Bulle nur noch den Aktenschubser bei den Cold Cases machen. Er ist allgemein eher übellaunig, schmollt viel, macht seinem Ex-Partner Vorwürfe und versucht immer noch auf eigene Faust den Mörder seiner Familie zu finden.
    Dabei stolpert er in eine Mordserie und schafft es nach und nach sowohl Drogen-Mob, wie auch Polizei und Freunde gegen sich zu wenden.
    Doch Max gibt nicht auf, denn er findet Hinweise, das der Mord an seiner Frau mit der neuen Droge Valkyr in Verbindung steht…

    Das erste was auffällt, wenn man sich die neueste Game-Verfilmung anschaut ist, wie wenig Action in diesem Film vorkommt, dem immerhin ein damals innovatives Ballerspiel zu Grunde liegt. Max Payne als behäbig zu bezeichnen, ist noch freundlich ausgedrückt. Dieser Film der in seiner Optik ein wenig unentschlossen zwischen Sin City, David Finchers Oma und Cut-Szenes Stand 1998 herumlaviert, ist über weite Strecken so langsam, das selbst klassische Noir-Filme der 30er dagegen adrenalintreibend und hektisch wirken.

    Die Bilder sind in ihrem Design ausgesprochen wechselhaft. Eingefroren als stilistisierte Tableaus wirken einige Szenen wie kaum animierte Panels eines durchaus ansehnlichen Comics, andere Szenen sind hingegen wieder völlig ungestyled und sehen aus wie Digicam der SOKO Pumpernickel im Offenen Kanal Huerth Kalscheuren. Geschnitten wird wahllos ohne Gespür für Timing und Grundstimmung. Mal wird ein aufwendiger Locationshot nur Sekunden gezeigt, mal flashen in Schlägereien rote Blitzbilder – ohne das dieses Motiv je wieder aufgegriffen wird. Sinn und Konzept können, bis darauf das es hilflose Zitate der Vorlage sind, nicht erkannt werden.

    *SPOILER voraus*

    Doch fast noch schlimmer als die unentschlossene Optik, die ja zumindest hie und da mal ein nettes Standbild bietet, ist die zähe Story, sie sich in der Geschwindigkeit unterkühlter Melasse bewegt.

    Max Payne ist, im Gegensatz zum Spiel, kein wirklich fesselnder Charakter. Er ist ein Langweiler und ein ziemlich dummer noch dazu. Das Publikum ist ihm stets eine halbe Stunde voraus, was die “überraschenden” Wendungen angeht. Selbst ohne Vorkenntnisse dürfte nur der Unbedarfteste nicht beim ersten Auftritt von Beau Bridges ahnen, dass er der Böse Wutz vom Dienst ist. Zu plump, zu linkisch wird er hier als “väterlicher Freund” aufgebaut, zu ungeschickt werden mit der groben Kelle die Hinweise auf die wahren Zusammenhänge gestreut.

    Selbst wer nur mit halbem Auge zuschaut, dürfte die Story nachvollziehen können, doch trotzdem kapiert unser Held nichts und braucht ewig um dem Rätsel auf die Spur zu kommen, wo jeder YPS-Junior-Detektiv den Fall schon abgeschlossen und Feierabend gemacht hätte.

    So halbgar die Dramaturgie, so unterfordert bleiben die Darsteller. Wahlberg – der mit dem grauenhaften The Happening dies Jahr schon einmal Schrott ablieferte – kommt tatsächlich mit einem einzigen Gesichtsausdruck (grimmiges Schmollen) durch den gesamten Film, was weniger ist als in einem durchschnittlichen Van Damme-Vehikel.

    Ludacris und Beau Bridges geben sich Mühe, werden aber vom Drehbuch genauso sträflich vernachlässigt wie Mila Kunis, die als Mona immer mal wieder für lange Strecken komplett aus der Handlung fällt. Donal Logue als Mäxchens Ex-Partner Alex ist im Endeffekt nur Kanonenfutter.

    Die dünne Story, die Absehbarkeit, die bis an die Lächerlichkeit doofen Klischeecharaktere (wie der Tätowier-Proll der zufällig grade ein Buch über Mythologie neben der Kasse liegen hat, mit dem er erklärt was Walküren sind), das alles wäre in einem doofen Actionfilm vielleicht sogar noch erträglich.

    Doch Max Payne bietet kaum Action. Er schwurbelt lange herum, versucht halbherzig die drogeninduzierte Herkunft der Valkyrie-Monster zu einer Plot-Enthüllung zu machen, verliert aber auch daran schnell das Interesse. Der Zuschauer weiß immer schon lange vor den Figuren was passiert und sitzt letztlich nur seine Zeit ab und durchlebt mit Max zum umzigsten Male die fade verkitschte Rückblende in der er durch sein sonnengelb durchflutetes Haus tapert um seine tote Familie zu entdecken. Und nochmal. Und nochmal.

    Max Payne plätschert. Von seiner Anfangsszene, die das rückblendende Voice-Over auslöst, bis zu dessen offenkundiger Auflösung, es bleibt erschreckend unspektakulär. Die wenigen Momente in denen es actionmässig tatsächlich zur Sache geht, gefrieren beinah in Zeitlupen und nehmen sich dadurch jede Power. Der Film dürfte der erste seiner Art sein, bei dem man in einer Bullet-Time-Sequenz das Gefühl hat zwischendurch rausgehen zu können und sich nen Kaffee zu holen und rechtzeitig wieder da zu sein, ehe die Sequenz zu Ende ist. Das wirklich jede Szene zudem extrem zurückhaltend und blutleer, passend für ein kinderfreundliches PG-13 Rating inszeniert ist, tut sein übriges, diesem zahnlosen Actiontiger jeden Biss zu nehmen.

    Es ist nur folgerichtig, dass auch das Finale – oder das was man anstatt eines solchen zeigt – absolut antiklimatisch ausfällt. Payne betritt das Gebäude, erlebt fast keine Gegenwehr. Hat eine Drogenhalluzination, wird von Mona gerettet, geht aufs Dach auf dem sich Beau Bridges widerstandslos erschiessen lässt. That’s it. Jeder Gamer wäre wohl von einem finalen Level mit einem derartigen Pilla-Palle-Levelboss mehr als enttäuscht.

    Game-Verfilmungen waren bisher noch nie wirklich gut. Zwar gab es trashige Funmovies wie D.O.A. oder die quietschbunten und doofen Mortal Kombat-Filme. Passable unterhaltsame, wie die Resident Evil-Filme oder Silent Hill, die Blockbuster-Versuche wie Lara Croft und natürlich Uwe Bolls Oeuvre. Max Payne dürfte jedoch die erste Verfilmung eines actionlastigen Spiels sein, das weniger Action hat als eine spielbare Demo und langweiliger ist als der letztjährige Hitman. Die derzeit 18% Freshrate bei Rotten Tomatoes hat sich der Film mehr als verdient.

    Wer Max in guter Erinnerung behalten möchte, der spart sich dieses öde Vehikel und wartet bis endlich der dritte Teil des Spiels herauskommt.

    Oder macht hier den Payne-Test, der ist immerhin noch etwas lustiger als der Film.

    Von Batz am 20, 11, 2008 um 12:24 in CineBatz | 2 Kommentare »

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    2 Kommentare zu “Letztes Lichtspiel: Max Payne”

    1. jens Sagt:

      och menno.

    2. Alarm System Sagt:

      i watched the movie MAx Payne and it is sort of psyschedilic he he he “‘*

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