Vor einem Jahr…
Aber es ist doch gegen Kinderpornographie!!!
Die junge “Kinderhilfe”-Unterschriftensammlerin mit Migrationshintergrund, war sichtlich erzürnt, als ich ihr Ansinnen mit derselben rustikalen Freundlichkeit ablehnte, mit welcher ich sonst nur Scientology-Stresstester und Zeugen Jehovas begegne. Ich kam grade von der Grundgesetzlesung am Bahnhof und überlegte kurz ihr das Grundgesetz um die Ohren zu hauen, nahm dann aber davon Abstand.
“Eine Teufel werd ich tun, bei eurem Verein zu unterschreiben!”
“Aber es ist doch gegen Kinderpornographie! Da können Sie doch nicht dafür sein!” Jetzt schaut mich auch ihre Kollegin, die wie sie an der Kreuzung am Bahnhof Zoo auf Bauernfängerei gegangen war, verächtlich an. Ihr Tonfall legte nahe, dass sie auch gerne ihre große Schwester Cigdem holen könne, wenn ich nicht sofort mit der Unterschrift versicherte kein Kinderschänder zu sein.
“Geht es nicht eher um Netzzensur und die Implementierung einer unkontrollierten Überwachungsmaschinerie, während die eigentlich beanstandeten Inhalte weiterhin verfügbar bleiben?”
Zu viele Worte. Und zu lange.
“Ey wenn du nich unterschreiben willst, sags einfach!”
“Habt ihr auch nur irgendeine Ahnung, wofür ihr da Unterschriften sammelt?”
“Gegen Kinderpornographie, das is voll schlimm!”
“Ja”, sagte ich. “Das find ich auch.”
Ich bin dann gegangen, ehe sie ihre große Schwester geholt hat.
Von Batz am 23, 5, 2009 um 12:50 in TagesBatz | 28 Kommentare »___________________________________________________________________________
28 Kommentare zu “Aber es ist doch gegen Kinderpornographie!!!”
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23. Mai 2009 at 13:03
Und es tut echt weh, dass es sowas gibt
23. Mai 2009 at 14:32
Die “Dummen” und Uninformierten oder auch bewußt Desinformierten werden immer wieder gerne vor den Karren gespannt. Und wer die meisten davon einsammelt sitzt (hoffentlich nicht) am Drücker.
23. Mai 2009 at 16:20
Wiso einfach gehen? Du Hättest die doch ruhig noch ein wenig aufhalten können. Schießlich können die dann in der Zeit wenigstesn auch keien anderen “Opfer” fangen.
Also ich höttemir von denen mal ganz genauu erklären lassen wie den die tolle sperre wirken soll, was sie aber wohl nicht gewst hätten. Gut dreht man das mal um und erklährt denen mal für was für einen Unfug die sich da eigendlich vor den karren Spannen lassen.
Einfach mal ausprobieren wie weit man da gehen kann.
Tut mir leid aber ich finde dise Aktiond er Kinderhilfe eifach nur armselig.
23. Mai 2009 at 16:22
Herr, wirf Hirn vom Himmel….
23. Mai 2009 at 16:23
ich verstehe nicht, warum du dir nicht die mühe gemacht hast die dame vielleicht aufzuklären. und wenn es sein muss, dann halt mit einfachen worten. aus deinen sätzen spricht dass selbe elitäre und auch arrogante denken der leyen – guttenberg seite. dann sind die anderen halt dämlich und kappieren es sowieso nicht. das lese ich raus.
und migranten haben es ja scheinbar eh nicht drauf, oder warum ist es erwähnenswert, dass es personen mit migrationshintergrund waren? es ist sehr schade, wenn sich eine gemeinschaft bildet, die zweifellos für die richtige sache eintritt, aber ihr wissen dann für sich behält und gegenteilige meinungen und ansichten nicht tolleriert und zur aufklärung, wenn es darauf ankommt, dazu nicht in der lage ist.
23. Mai 2009 at 17:24
es ist erwähnenswert, weil sie mich im duktus jener anredete die normalerweise sätze wie “hast du probleme” oder “scheißschwuchtel” von sich geben anquatschte und sichtlich agressiv reagierte, als ich ihr zu verstehen gab, dass ich ihre liste nicht unterschreiben wollte…
und du glaubst doch nicht im ernst, dass die tante nach einer einfühlsamen aufklärung gesagt hätte: Oh ja, ich sehe jetzt ein das mein Job hier moralisch verwerflich ist, ich werde alle bisher gesammelten unterschriften wegwerfen, kündigen und die petition unterzeichnen…
ich diskutiere auch nicht mit scientologen und zeugen jehovas. oder versicherungsvertretern.
23. Mai 2009 at 17:59
Oder die Polizei -> 40 Minuten Unterbindungsgewahrsam beim KSC-Spiel in Karlsruhe …
23. Mai 2009 at 19:10
[...] Einrichtung einer Zensurinfrastruktur für das Internet in der BRD gerechtfertigt werden soll? Zumindest manchmal mit den einfachen Worten: »Aber es ist doch gegen Kinderpornografie« – und schon fällt beim desinformierten Zeitgenossen Mitmensch wegen des damit [...]
24. Mai 2009 at 10:01
Es wäre mal interessant gewesen, die Unterschriftensammler aus der Distanz zu beobachten, um mal zu sehen, wieviele da unterschreiben und wieviele das verweigern, weil sie informiert sind.Aber wahrscheinlich wird sich die typische B**d/RTL2-Zielgruppe da schon einwickeln lassen.
24. Mai 2009 at 10:07
Nützliche Idioten.
24. Mai 2009 at 12:02
Mit Fundamentalisten lässt sich schwer diskutieren.
Das schient wohl auch für Menschen zu zutreffen, die denken das “Richtige” zu tun, ohne den Weg dorthin je zu reflektiert zu haben.
Schade.
24. Mai 2009 at 13:02
Ich hätte so getan, als wolle ich unterschreiben – und wär dann schnell mit den schon gesammelten Unterschriften abgehauen…
24. Mai 2009 at 15:52
[...] postalischen Anschrift im Bundespressehaus erreichbar ist, derzeit auf Stimmenfang geht, zeigt dieses Beispiel. Wie mit Meinungsumfragen manipuliert werden kann, demonstriert dieser Artikel bei Spiegel [...]
24. Mai 2009 at 16:10
[...] Sind Sie gegen Kinderpronografie? Begegnungen mit merkbefreiten Stimmenfängerinnnen bei wirres und batzlog. [...]
24. Mai 2009 at 21:58
Und wieder eine Chance vertan, eine Dummgebliebene aufzuklären… Große Schwester im Bedarfsfall bei mir vorbeischicken
24. Mai 2009 at 23:30
Bin auch der Meinung ein Diskussionsversuch wäre sinnvoll gewesen. Vielleicht hätte es was gebracht und wenn sie nur nachdenklich geworden wäre…
25. Mai 2009 at 3:47
Besser ist, erstmal nach der Unerschriftenliste für das Verbot von Softdrinks und Fast-Foot zu fragen.
Ach ja, und dicke Kinder den Eltern wegnehmen und in die Obhut der Jugendämter geben.
Und nach der Liste, für man für die Bestafung von Schwangeren, die rauchen oder Alkohol trinken, stimmen kann.
Alles Forderungen der Dt. Kinderhilfe.
25. Mai 2009 at 11:31
Ein schönes Beispiel, warum es sinnfrei ist, Unterschriftensammler dafür zu bezahlen, dass sie Unterschriften sammeln
25. Mai 2009 at 11:46
Ich bin ja der festen Überzeugung, dass es sie schon nachdenklich gemacht hat, dass du gegen Kinderpornographie bist aber nicht unterschrieben hast.
Ungefährer Gedankenstrang:
- Gegen KiPo aber nicht Unterschreiben? Boa ey der arme ist voll fett Analfabetist, der kan nichts dafür! Ey isch versuch dass auch zu korrektieren.
- Google Suche: Analfabetismus korrektieren = 1 Ergebnis
Schon ist die junge Dame – ob nun mit oder ohne Migrationshintergrund – bei dir und sie kann sich informieren…
PS: Gern geschehen
25. Mai 2009 at 11:48
Ein schönes Beispiel dafür, wie man nichts verändern kann, wenn man nur erkennt, dass etwas falsch ist, aber nicht erkennt das Handlungsbedarf besteht. Das den pikierten Du-bist-wie-ein-Jehova-Schreier spielen nicht reicht zu erkennen, ist aber vom durchschnittlich vermeintlich besser Informierten auch nicht zu erwarten. Glückwunsch zu dieser Leistung.. nicht.
25. Mai 2009 at 14:27
Ich glaube, wenn ich die irgendwo rumstehen sehen würde, würde ich interessiert tun, mir die Liste geben lassen, mich so drehen, das die nicht sehen, was ich schreibe, nämlich quer durch die Zeile:
“Dieses Gesetz installiert Zensurtechnologie und ist nicht geeignet Kinder zu schützen oder Täter zu fassen. Die Unterzeichner auf dieser Liste wurden darüber nicht aufgeklärt.”
Oder so ähnlich. Dann die Liste mit einem freundlichen Lächeln zurück geben, einen schönen Tag wünschen und gehen.
25. Mai 2009 at 16:14
[...] für die Gesetzesinitiative. Mit dubiosen Mitteln wird versucht, auf der Straße auf Stimmenfang zu gehen, jedes Totschlagargument nutzend, um eine Gegenpetition zu der bisher erfolgreich laufenden [...]
26. Mai 2009 at 8:32
[...] für oder gegen was man unterschreibe ist grob irreführend leicht verkürzt dargestellt. Man unterschreibe gegen Kinderpornographie im Internet sei da u. a. zu hören. Wer mag da seine Unterschrift [...]
26. Mai 2009 at 12:55
[...] an, dass Fußball und diese seltsamen Internet-Menschen maximal weit auseinanderliegen. Felix und Batz haben die Stimmensammler befragt und diese könnten ahnungsloser nicht [...]
26. Mai 2009 at 13:01
Mit der Unterschrift ist doch dann das Gewissen beruhigt und man kann am Wochenende wieder in der Gartenlaube tun was man will. Oder so…
26. Mai 2009 at 15:54
Naja, das zeigt dann halt auch ganz klar mal wieder auf wie wenige wir sind. Aktive, Mitdenkende… halt eine kleine Elite mit gutem im Sinne. Mehr aber leider auch nicht… wenn Politiker uns ausblenden oder verunglimpfen wollen machen sie noch Punkte damit, den so denken die “normalen” faulen durchschnitts Menschen.
27. Mai 2009 at 10:23
Ein Zitat:
[...]Mit einem automatischen Verfahren hat Alvar Freude nach eigenen Angaben verschiedene europäische Sperrlisten durchsucht und 349 Provider in 46 Ländern über die 1943 dort aufgeführten Webseiten informiert. 250 Provider haben auf die Anfrage von Alvar Freude geantwortet, wobei sie allerdings überwiegend legale Inhalte auf den durch die Listen gesperrten Webseiten gefunden hätten. Das habe Freude durch Stichproben bestätigen können[...]
vollständiger Artikel hier:
heise.de/newsticker/...
17. Juni 2009 at 18:33
Wo ist denn das Stoppschild geblieben?
Das war sooo klasse – und ich hab’s schon ganz doll weiter geleitet…
Seufz – Peder